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Dr. Ulrich Eberl
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2040

Virtuelle Weltanschauung: Prof. Chandan Prakash führt den US-Journalisten Jonathan Cleese durch die Arbeit von Global Optimum. Als Showroom dient dem Exekutivdirektor dabei ein Plexiglastunnel mit einer speziellen Projektionstechnik. Hier kann der gebürtige Inder seinen Besuchern die komplexen Nachhaltigkeitsprojekte der Organisation mithilfe aufwendiger, dreidimensionaler Animationen leicht verständlich vermitteln.

Die Effizienz-Guru

Der Journalist Jonathan Cleese hat einen besonderen Besuch vor sich. Er trifft sich mit dem Exekutivdirektor von Global Optimum, einer weltweit tätigen Organisation, die vor allem ein Ziel hat: die Lebensqualität in unterentwickelten Regionen zu erhöhen. In einem Projektionstunnel zeigt der Gastgeber dem Journalisten einige Projekte auf eine eindrucksvolle Art.

„Darf ich vorstellen: Das ist unsere Showröhre – mit unzähligen Spezialkameras, Sensoren, Projektoren und 3D-Effekten ein Wunderwerk der Technik.“ Jonathan Cleese ist begeistert, als Prof. Chandan Prakash, Exekutivdirektor von Global Optimum, ihn durch einen Tunnel führt, der den amerikanischen Journalisten an die verglasten Röhren im Aquarium seiner Heimatstadt erinnert. Durch diese hat er in seiner Kindheit oft exotische Meerestiere aus unmittelbarer Nähe beobachtet. Statt Haifischen, Rochen und Schildkröten sieht er hier jedoch Landschaften, Industrieanlagen und Kraftwerke vor sich. Prof. Prakash bemerkt die Mischung aus Begeisterung und Verwunderung bei seinem Gast: „Lassen Sie sich nicht beirren. Was Sie wirklich umhauen wird, sind die Geschichten, die ich Ihnen zu den Bildern erzählen werde. Gehen wir!“ Gemeinsam betreten sie den Projektionstunnel, der der Organisation als Showroom dient und potenziellen Kunden und Besuchern die Arbeit der Institution verdeutlicht. „Wie Sie sicher wissen, hat sich Global Optimum zum Ziel gesetzt, Infrastrukturen aller Art zu optimieren“, beginnt Chandan Prakash seinem Gast die Aufgabe seiner Organisation zu erklären. Jonathan nickt und fährt statt des Professors fort: „Dabei haben Ihre Experten aus den Bereichen Energie, Gesundheit oder Fertigung, die Global Optimum ehrenamtlich angehören, ein gemeinsames Ziel: Entwicklungsländer mit ihrer Expertise zu unterstützen und ihnen dank höherer Infrastruktur-Effizienz zu mehr Wohlstand und Lebensqualität zu verhelfen. Und zwar in enger Zusammenarbeit mit der jeweiligen Regierung und Wirtschaft.“

Ja, er hat seine Hausaufgaben gemacht. Prof. Prakash nickt anerkennend: „Kommen Sie, ich gebe ihnen einen detaillierten Einblick in unsere Arbeit“. Er deutet auf eine Projektion mit mehreren Krankenhäusern. „Mit diesem Projekt haben wir uns weltweit erstmals einen Namen gemacht. Es ging hier darum, in dünn besiedelten Gebieten die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Dieses Beispiel stammt aus einer lateinamerikanischen Region. Früher mussten dort alle Bürger schon beim kleinsten Verdacht in zentral gelegene und teils Stunden entfernte Krankenhäuser fahren. Uns ist es gelungen, das System zu dezentralisieren und in jeder Gemeinde eine Basisversorgung einzurichten. Heute werden die Untersuchungsdaten von den Basisstationen elektronisch an ein zentral gelegenes Hospital weitergeleitet, dort die Diagnosen erstellt und eventuelle Therapien in die Wege geleitet.“ Jonathan nickt wissend: „Das Gesundheitssystem wird so in Sachen Komplexität und Kosten schlank gehalten und die Lebenserwartung der Landbevölkerung steigt – Kompliment!“ „Danke“, sagt Prakash. „Kommen Sie weiter.“

Der Forscher führt den Journalisten zu einer 3D-Projektion, die besonders durch südostasiatisch anmutende Tempelanlagen ins Auge sticht. „Das ist ja ein Grundriss eines ganzen Landes“, stellt Jonathan fest. „In der Tat“, grinst der Professor. „Vor uns sehen wir ein Land, das viele Jahre nahezu isoliert war. Zwar hat es sich vor einigen Jahrzehnten wirtschaftlich geöffnet, doch damals war nur ein Bruchteil des Landes elektrifiziert, was noch Jahre nach der Öffnung eine marode Wirtschaftslage nach sich zog. Wir analysierten den damaligen Status Quo der Energielandschaft und Wirtschaft und entwickelten einen Masterplan zur Steigerung der Effektivität beider Systeme.“

Jonathan ist fasziniert: „Wie sah dieser Plan aus?“ Prakash fährt fort: „Unser Plan, der zusammen mit Investoren und der Regierung im Lauf der Jahre umgesetzt wurde, beinhaltete beispielsweise den Ausbau der Wasserkraft, deren ungenutztes Potenzial im Land damals gigantisch war, sowie anderer erneuerbarer Energien. Gleichzeitig setzten wir die breite Elektrifizierung des Landes mit der HGÜ-Technik um, mit der es möglich ist, Elektrizität über weite Entfernungen verlustarm zu transportieren. Dank des Einsatzes von Bakterien bei der Gewinnung von Rohstoffen konnten wir neue Fördertechniken entwickeln.“

Er zeigt auf Kraftwerke an der Wand: „Zudem haben wir effiziente Gas- und Dampfturbinenkraftwerke installiert und den bestehenden Kraftwerkspark des Landes über Modernisierungen erheblich effizienter gemacht. Und damit das Stromnetz trotz des mittlerweile großen Anteils an fluktuierender Wind- und vor allem Sonnenenergie stabil bleibt und auch die Kosten sinken, haben wir in Industrieanlagen und Haushalten automatische Lastabwurf-Systeme installiert und durch unser eigens entwickeltes Energiesparprogramm den Verbrauch drastisch gesenkt. Das Interessante dabei: Durch die Energieeinsparung amortisieren sich viele eingesetzten Technologien von selbst, während die Erneuerbaren und die Erdgasförderung im eigenen Land teure Rohstoffimporte fast überflüssig machten. Heute floriert die Wirtschaft dieses Landes, vor allem dank der Investitionen internationaler Unternehmen.“

Der Journalist kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus: „Sie haben quasi ein ganzes Land revolutioniert. Das ist doch eigentlich gar nicht mehr zu übertreffen, oder?“ „Da haben Sie Recht“, antwortet ihm der Professor und beginnt zu lachen. „Aber wie heißt es so schön? Kleinvieh macht auch Mist.“ Er führt Jonathan zu einer weiteren Projektion.

„Derzeit entwickelt unsere Gruppe ein replizierbares Modell zur Effizienzsteigerung von Lieferketten in der Industrie. Das beinhaltet auch Methoden zur Steigerung der Recyclingrate von Materialien. Damit erhoffen wir uns, weitere Länder vom kostenintensiven Import von Rohstoffen zu entlasten, aber auch der globalen Rohstoffverknappung entgegenzutreten. Das ist im Prinzip ganz einfach, das könnten Sie auch – zumindest in ihren eigenen vier Wänden.“ Jonathan runzelt seine Stirn: „Ach, und wie soll das denn gehen?“ Prakash lacht: „Das beginnt schon bei den Methoden, die jeder von uns unzählige Male von seinen Eltern erklärt bekam: das Licht ausschalten und den Müll trennen.“

Sebastian Webel