Wie kommen Sie täglich in Ihr Büro nahe der Tower Bridge?
Ich fahre mit der U-Bahn. Früher habe ich auch das Fahrrad genutzt.
Was sind Ihre Prioritäten für den Londoner Personennahverkehr?
Mit am wichtigsten ist es, Kapazitäten und Zuverlässigkeit zu erhöhen. Dazu gehören Investitionen ins Bahnnetz, neue Züge, Signalsysteme, Gleise. Es werden neue Linien gebaut sowie Crossrail, ein 21 Kilometer langer Tunnel, der ganz London durchqueren und das U-Bahnnetz kräftig entlasten wird. Insgesamt soll die Transportkapazität des Schienennetzes um mehr als 50 Prozent steigen – wichtig vor allem, weil der Bevölkerungszuwachs in der Metropole London schlicht alle Erwartungen übertrifft.
Schränkt die Sparpolitik der öffentlichen Hand die Investitionsmöglichkeiten ein?
Ja und nein. Selbstverständlich ist es ein Segen, viel Geld zur Verfügung zu haben. Andererseits muss man in Zeiten finanzieller Engpässe zwangsläufig neue Wege finden, um noch effizienter zu wirtschaften. In Zukunft wollen wir beispielsweise stärker Drittmittel einwerben. So wurde die Gondelbahn bereits überwiegend durch Sponsoren finanziert.
Zugleich sollen in den nächsten zehn Jahren mehrere Milliarden Pfund ins Straßennetz investiert werden. Warum so viel Geld für Straßen?
Straßen sind ein bisschen das Stiefkind der Verkehrspolitik. Tatsächlich fahren aber in London doppelt so viele Menschen Bus wie U-Bahn. Die Stadt ist verglichen mit anderen Metropolen nicht sehr dicht besiedelt und hat ausgedehnte Vorstadtgebiete. Dort grasen sogar Pferde. Leistungsfähige Bahnlinien machen da keinen Sinn. Es gibt eben gute Gründe dafür, dass für viele Fahrten innerhalb Londons die Straße genutzt wird. Ein Großteil der neuen Mittel soll in die Verbesserung der Verkehrsleitsysteme und die „Intelligenz“ des Straßennetzes investiert werden.