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SIEMENS

Research & Development
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Dr. Ulrich Eberl
Herr Dr. Ulrich Eberl
  • Wittelsbacherplatz 2
  • 80333 Munich
  • Germany
Dr. Ulrich Eberl
Herr Florian Martini
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Eine Welt voller Chancen
Klaus Helmrich Klaus Helmrich ist Leiter der Corporate Technology und als Chief Technology Officer Mitglied des Vorstands der Siemens AG.

Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung“ wusste schon der griechische Philosoph Heraklit vor 2.500 Jahren. Heute gilt dies mehr denn je. Rohstoffe werden knapp, und das Klima der Erde ist bedroht. Unsere Energieversorgung muss auf eine nachhaltigere Grundlage gestellt werden, und wir müssen Ressourcen effizienter nutzen. Auch die globale Wirtschaft verändert sich: Wurde im Jahr 2000 erst ein Viertel des Welthandels zwischen Entwicklungs- und Schwellenländern abgewickelt, sind es heute schon 40 Prozent. Zugleich hat die Innovationskraft Chinas enorm zugelegt: So hat sich seit 2000 die Zahl der chinesischen Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt verhundertfacht. Damit nicht genug: Neben den Boomländern Brasilien, Russland, Indien und China betreten neue Spieler wie Mexiko, Türkei oder Kolumbien mit Elan die Bühne der Weltwirtschaft.

Gleichzeitig wächst die Komplexität der zu lösenden Aufgaben – ob es um die eng miteinander verwobenen Infrastrukturen der Städte geht oder um die Umsetzung der Energie- wende, mit der Deutschland bis 2050 seine Treibhausgas-Emissionen um 80 Prozent senken will. Ohne eine stark integrierte Intelligenz – bei Stromnetzen, Verkehrssystemen oder Gebäuden – wird dies nicht gehen. Auch hier ist Vieles im Umbruch: So verdoppeln sich die welt?weit gespeicherten Daten alle zwei Jahre, und bald werden mehr Geräte untereinander Informationen austauschen, als es Menschen gibt.

Wie Unternehmen mit diesem steten Wandel umgehen, bestimmt ihre Wettbewerbs- fähigkeit. Um seine führende Technologie- Position zu erhalten und neue Märkte zu erschließen, begegnet Siemens den wechselnden Anforderungen mit großer Offenheit und Flexibilität. Dabei spielt das internationale Netzwerk der Forschung und Entwicklung eine wesentliche Rolle: Kooperationen mit Spitzenuniversitäten sind hier ebenso entscheidend wie die Kompetenzen der eigenen Experten und eine große Nähe zu den Kunden in aller Welt. Wie Siemens innovative Lösungen in Indien, Russland, der Türkei oder Lateinamerika entwickelt und umsetzt, weltweit Fabriken plant oder Logistikketten auch in schwierigsten Situationen am Laufen hält, zeigt der Schwerpunkt „Die neue Weltwirtschaft“ in dieser Ausgabe von Pictures of the Future.

Einer der wichtigsten Hebel zur Bewältigung vieler Herausforderungen ist der effizientere Einsatz von Energie und Ressourcen: Das gilt für Unternehmen und Staaten ebenso wie für die Energiesysteme. Dass mehr als die Hälfte der Primärenergie verloren geht, muss nicht sein – denn man kann die Abwärme noch nutzen, um Strom zu erzeugen oder Wasser zu reinigen. Dass überschüssiger Windstrom oft nicht in die Netze eingespeist werden kann, ist lösbar – unsere Ingenieure arbeiten an Anlagen, die ihn effizient in umweltfreundlichen Wasserstoff umwandeln. Und auch der Energieverbrauch in Gebäuden kann minimiert werden – mit Computerintelligenz, Kommunikations- und Gebäudetechnik. Über eine gezielte Steuerung des Verbrauchs vieler Gebäude, etwa bei Filialketten, können sogar Stromnetze stabilisiert werden – was den Energieversorgern hilft, den Gebäudenutzern Geld spart und die Umwelt schont.

Lassen sich aber nicht nur Gebäude digital managen, sondern auch ganze Städte? Wie findet man in Tausende von Kilometer langen Trinkwassernetzen winzige Lecks? Und was macht die intelligenten Stromnetze der Zukunft aus? Wie sich derart komplexe Systeme beherrschen lassen, ist ein weiteres Thema dieses Heftes. Die Antwort liegt oft in ausgeklügelten Software-Konzepten: Software-Plattformen für die virtuelle Stadtplanung, Software-Agenten für das Ausbalancieren von Angebot und Nachfrage in den Stromnetzen oder Sensoren mitsamt intelligenter Auswerte-Algorithmen für die Suche nach Lecks in den Trinkwassernetzen.

An all diesen neuen Lösungen sind Experten aus den weltweiten Standorten der Corporate Technology maßgeblich beteiligt. Ob bei der Forschung, der Entwicklung, der Fertigung oder dem Testen neuer Produkte – die Fachleute der Corporate Technology tragen zu allen Stufen der Wertschöpfungskette bei. Orientiert an den Technologiefeldern des Unternehmens sichern sie dessen technologische Basis durch Entwicklungs- und Software-Dienstleistungen, und über so genannte Leuchtturmprojekte sind sie Garant für die innovative Zukunft von Siemens. Zudem unterstützt ein Team Start-ups und sucht gezielt nach neuen Ideen außerhalb des aktuellen Geschäftsportfolios – und ein strategisches Patentportfolio schützt das geistige Eigentum.

TMit all dem sichert Corporate Technology dem integrierten Technologiekonzern seinen technologischen Vorsprung. So belegte Siemens 2011 bei den Patentanmeldungen am Europäischen Patentamt mit Abstand den ersten Platz – und die Siemens-Mitarbeiter sind so kreativ wie nie zuvor: Insgesamt meldet heute im Durchschnitt jeder der knapp 28.000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung doppelt so viele Erfindungen im Unternehmen an wie noch vor zehn Jahren. Wenn auch die Welt im Umbruch ist, der starke Fokus von Siemens auf Innovationen wird bleiben.