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Dr. Ulrich Eberl
Herr Dr. Ulrich Eberl
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LEDs für jede Lebenslage: Charles Coushaine hat zum Siegeszug der Leuchtdioden entscheidend beigetragen.
Sogar für schlecht ausgeleuchtete Duschen hat der 50-jährige Tüftler ein LED-Licht entwickelt, das durch den Wasserstrahl betrieben wird.

LEDs für jede Lebenslage: Charles Coushaine hat zum Siegeszug der Leuchtdioden entscheidend beigetragen.
Sogar für schlecht ausgeleuchtete Duschen hat der 50-jährige Tüftler ein LED-Licht entwickelt, das durch den Wasserstrahl betrieben wird.

LEDs für jede Lebenslage: Charles Coushaine hat zum Siegeszug der Leuchtdioden entscheidend beigetragen.
Sogar für schlecht ausgeleuchtete Duschen hat der 50-jährige Tüftler ein LED-Licht entwickelt, das durch den Wasserstrahl betrieben wird.

LEDs für jede Lebenslage: Charles Coushaine hat zum Siegeszug der Leuchtdioden entscheidend beigetragen.
Sogar für schlecht ausgeleuchtete Duschen hat der 50-jährige Tüftler ein LED-Licht entwickelt, das durch den Wasserstrahl betrieben wird.

Der Ideen-Generator

Ihm geht oft ein Licht auf: Charles Coushaine erfindet seit bald zwei Jahrzehnten innovative Anwendungen für Halogenlampen und LED-Leuchten.

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Image LEDs für jede Lebenslage: Charles Coushaine hat zum Siegeszug der Leuchtdioden entscheidend beigetragen. Sogar für schlecht ausgeleuchtete Duschen hat der 50-jährige Tüftler ein LED-Licht entwickelt, das durch den Wasserstrahl betrieben wird.
Auf das Konto von Charles Coushaine gehen 184 erteilte Einzelpatente - und die Ideen sprudeln weiter.

Wo kommen die Ideen her? Gute Frage“, sagt der Erfinder Charlie Coushaine im Büro seines Wohnhauses in Rindge im US-Bundesstaat New Hampshire. Vor ihm liegen daumengroße Halogenbirnen für Autoscheinwerfer, Leuchtdioden (LED)-Lampen für Pkws, LEDs für Schlüsselanhänger, für die Küche und selbst für die Dusche.

„Man muss auf jeden Fall offen für Ideen sein“, sagt Coushaine. Das ist für ihn offenbar kein Problem: Er ist heute einer der eifrigsten Erfinder bei Osram Sylvania, der US-Landesniederlassung des deutschen Leuchtmittelherstellers, in Massachusetts. Seit bald zwanzig Jahren hat er zuerst am Standort Hillsboro, New Hampshire, für Fahrzeuge, später in Danvers, Massachusetts, für den Wohnbereich Halogenlampen und LEDs entwickelt: die erste standardisierte Halogenleuchte für Autoscheinwerfer etwa oder ein turbinenbetriebenes Licht für die Dusche.

Nachdem Coushaine in den achtziger Jahren an der Northeastern University in Boston, USA, seinen Abschluss in Maschinenbau gemacht hatte, arbeitete er zunächst für ein Unternehmen der Automatisierungstechnik. Als er 1988 zur Firma Sylvania wechselte – die 1993 von der Siemens-Tochter Osram übernommen wurde –, entwickelte er zunächst schnelle, automatisierte Anlagen, die Lampen zusammenzusetzen. Doch 1993 suchte das Unternehmen Freiwillige, um einen Mechanismus zu entwickeln, der den Lichtstrahl von Autoscheinwerfern ausrichtet. Coushaine meldete sich. Nicht, dass er sich nicht mehr für Automatisierungstechnik interessiert hätte, doch ihn reizte, Neues zu versuchen – „ohne ein gewisses Risiko geht es nicht“.

Der größte Erfolg dieses Karriereschwenks war die Entwicklung des LED-Rücklichtsystems Joule – das weltweit erste standardisierte LEDSystem für die Automobilindustrie. Gemeinsam mit einem Team entwickelte Coushaine dieses überaus erfolgreiche Leuchtdiodensystem, indem er die einzelnen Komponenten optimal aufeinander abstimmte: die Reflektorwanne, den Halbleiterkristall, die Anschlussdrähte, die Ummantelung und den Sockel. „Dieser Systemansatz war für Joule die größte Innovation.“ Wie alle LEDs ist Joule besonders lichtstark, leuchtet blitzschnell auf, hat eine lange Lebensdauer und spart Strom. Weil sie aber auch standardisiert waren, ließen sich die LED-Systeme nach dem Plug-and-Play-Prinzip in unterschiedlichsten Fahrzeugmodellen einsetzen. Mittlerweile ist bereits die zweite Generation von Joule für Rückleuchten in Serie gegangen, die mehr Leuchtkraft in kleineren Lampen erlaubt. Damit sind heute weltweit etliche Automodelle wie der Ford Mustang und Modelle von Audi, BMW oder Volkswagen ausgestattet. 2007 erhielten Coushaine und das Team für Joule den Innovationspreis von Osram.

Seine Expertise auf dem LED-Feld war in der Firma freilich schon vor dieser Auszeichnung wohl bekannt: Zwei Jahre vor dem Abschluss des Joule-Projekts fragte ihn eine Kollegin aus der Marketingabteilung, ob er eine selbsthaftende LED-Lampe entwerfen könnte, die Kunden im Autoinnenraum an beliebiger Stelle anbringen könnten – Anlass waren Kundenumfragen, die hier Bedarf festgestellt hatten. Coushaine sagte zu, obwohl er eigentlich keine Zeit dafür hatte – und entwarf die Leuchte zuhause. Aus dem hausgemachten Konzeptdesign entstand „Dot-It“, eine kleine runde Leuchte, die sich mit kurzem Druck auf die Oberfläche ein- und ausschalten lässt – und sich bis heute weltweit millionenfach verkauft hat. Sie entwickelte er einige Jahre, nachdem er das Joule-Projekt begonnen hatte – „ich arbeite immer an mehreren Projekten gleichzeitig. Bereits 2006 erhielt er dafür den Osram Star Award; die Leistung ist da vor allem die Idee. Patentiert ist deshalb auch nicht die Technologie, sondern nur das Design.

Kreativ austoben. Nach dem Erfolg mit „Dot- It“ gründete Osram Sylvania die „New Ventures Group“, die Leuchtmittel vor allem für den Wohnbereich herstellen sollte. Es war aber nicht nur ein neuer Produktbereich. Design und Entwicklung von LED-Produkten für den Konsumenten unterscheiden sich deutlich vom Fahrzeugbereich. „An den meisten Projekten arbeite ich nur noch zwei, drei Monate lang. Das ist viel spielerischer – ich kann mich kreativ austoben“, schwärmt der Lichtgestalter.

In der Regel entwirft Coushaine heute – oft zuhause – am Computer ein Modell, bespricht es mit seinem Team und schickt den Entwurf nebst einer genauen Beschreibung der Funktion an Auftragnehmer in China, die oft weitere Veränderungen anbringen. Das geschieht fast zwangsläufig. Die Consumer-Produkte werden in China hergestellt – und da fallen den Experten dort oft weitere Verbesserungen ein. „Entgegen der weit verbreiteten Annahme, chinesische Firmen würden nur kopieren, verbessern sie unser Design oft. Auf einigen Patenten stehen sie sogar als Koautoren.“

Dabei erfindet der Tüftler höchst ungewöhnliche Dinge: Tischläufer für den Esstisch mit LED-Beleuchtung, zusammenklappbare LED-Taschenlampen oder eine in einen Duschkopf integrierte LED-Lampe. Die Marktlücke: In vielen US-amerikanischen Häusern ist der Duschbereich unzureichend ausgeleuchtet, weshalb ein LED-Licht dort hilfreich sein kann. Den Strom liefert ein winziger Generator, den eine kleine Turbine antreibt. Sie wird durch den Wasserstrahl angetrieben – ohne den Wasserdruck des Duschstrahls merklich zu verringern.

LED-Lampe mit Lautsprecher. Auf diesem Weg konnte Coushaine bisher 159 Erfindungsmeldungen, 184 erteilte Einzelpatente und 59 Schutzrechtsfamilien verbuchen. Und die Ideen sprudeln weiter – etwa für eine LED-Lampe mit Lautsprecher, die drahtlos Musik wie ein MP3- Player empfängt. „Da haben Ladenketten bereits Interesse gezeigt – man könnte in den Umkleidekabinen für Frauen und Männer unterschiedliche Musik spielen.“ Auch hat er ein batteriebetriebenes, mit LEDs aufleuchtendes Windspiel entwickelt, oder ein Gerät, das Schneidebretter mit UV-Licht sterilisiert.

Aber woher kommen nun all diese Ideen? „Sie kommen von überallher“, lächelt Coushaine, der 2010 zum „Siemens Erfinder des Jahres“ gekürt wurde. „Sie entstehen beim Gespräch am Esstisch, im Badezimmer, beim ungezwungenen Gedankenaustausch mit Kollegen – und natürlich stammen sie auch von Vorgesetzten oder Kundenumfragen. Doch ohne den Mut, sich auf Neues einzulassen, geht es nicht.“ Selbst auf Wanderungen ist Coushaine schon manches Licht aufgegangen – und wandern geht er oft. Coushaine betreibt mit Leidenschaft „Geocaching“, eine Art GPS-gelenkte Schatzsuche für Jung und Alt, bei dem verschiedenste Gegenstände versteckt und die Verstecke in Form von Koordinaten im Internet veröffentlicht werden. Hat man einmal den Ort gefunden, muss man freilich noch das Schatzkästchen selbst finden – in einem Baum oder unter einer Brücke. „Wir haben selbst ein solches Versteck neben unserem Haus angelegt. Das Thema der Fundstücke in der kleinen Schachtel: natürlich Licht.“

Hubertus Breuer