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Dr. Ulrich Eberl
Herr Dr. Ulrich Eberl
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Wichtig für Firmen: Cloud Services und Soziale Netzwerke

Eine der verzweigtesten Infrastrukturen ist das Internet. Es ist weit mehr als ein Kommunikationsmedium und eine Quelle von Informationen. Auch die weltweite Zusammenarbeit von Firmen findet immer stärker über Datennetze statt. Nur ein Beispiel: Beim Jet 787 Dreamliner von Boeing werden 70 bis 80 Prozent aller Teile von etwa 100 Partnern in sechs Ländern hergestellt. Nach einer aktuellen Analyse der Marktexperten von IDC soll sich das gesamte weltweite Datenvolumen von heute 1,2 auf 35 Zettabyte (1021 = Milliarden Terabyte) in 2020 erhöhen. Dies entspricht zwei DVD-Stapeln, die von der Erde bis zum Mond reichen.

Etwa drei Viertel der 35 Zettabyte werden aus Kopien von Originaldaten bestehen. Dies bietet eine Chance zur Kostenreduktion durch die intensivere Nutzung von Kompressionsverfahren und die Reduktion von Mehrfachspeicherungen, so die IDC-Analysten. Sie gehen davon aus, dass Cloud Computing (siehe Artikel „Cloud Computing: Rechnen in der Wolke") ein wichtiger Bestandteil der künftigen digitalen Welt sein wird. Weltweit sollen demnach in den nächsten Jahren über 34 Prozent aller Daten über Cloud Services gespeichert werden. Bei Cloud Computing werden Dienstleistungen wie die Zurverfügungstellung von Speicherkapazität, Programmen oder Auswertungen auf externen Computern erbracht und nach Nutzung bezahlt. Kosten für die eigene Anschaffung, den Betrieb und die Wartung von Servern, Software und Speichersystemen entfallen – was die Flexibilität deutlich erhöht.

Laut einer aktuellen Analyse des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Gartner wird sich das weltweite Marktvolumen für Cloud Services von heute 68,3 auf 148,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2014 mehr als verdoppeln. Dabei konnten die Provider im Jahr 2010 allein in den USA 58 Prozent der weltweiten Einnahmen erzielen. Zweitwichtigster Markt sind Westeuropa mit 23,8 und Japan mit zehn Prozent. Millionen von Endverbrauchern und kleinen Unternehmen beziehen bereits heute IT-Services aus der „Wolke", wie etwa E-Mail, Office-Anwendungen, Speicher und Soziale Netzwerke.

Vor allem Mittelständler nutzen laut einer IDC-Studie Cloud Services. Das Resultat der Umfrage unter 1.500 Firmen aus 87 Ländern: In Lateinamerika verlagern 41 Prozent der Mittelständler Dienstleistungen in die Cloud, in Asien 35, in Europa hingegen nur 19 Prozent. Größere Unternehmen haben oft noch Bedenken in Bezug auf Daten- und Zugriffssicherheit oder der Einhaltung von rechtlichen Vorschriften. Dabei lässt sich durch Cloud Computing viel Geld sparen. Allein in deutschen Unternehmen könnten dies binnen fünf Jahren rund 38 Milliarden Euro sein, so eine Studie des Centre for Economics and Business Research von 2010.

Ein wichtiges Element der weltweiten Vernetzung sind auch Soziale Netzwerke wie Facebook und Xing oder Microblogging-Anwendungen wie Twitter. Facebook hatte Ende 2010 weltweit etwa 647 Millionen Nutzer. Über 40 Prozent der Internetnutzer in den USA sind Mitglied bei Facebook, in Indien sind es erst ein Prozent, in Brasilien knapp drei Prozent. Auch in China gab es Anfang 2011 bereits 700.000 Facebooknutzer, in Russland etwa 1,6 Millionen. Dort setzt man aber vor allem auf eigene Netzwerke: So verfügt VKontakte in Russland über 86 Millionen Nutzer, QZone in China über 390 Millionen, gefolgt von Renren mit 160 Millionen.

Soziale Netze verändern auch in Firmen das Kommunikationsverhalten, etwa als firmeninterne Plattform oder für den Kontakt zu Kunden und Partnern. Immer mehr Unternehmen präsentieren sich auf virtuellen Plattformen, verfolgen Äußerungen über ihre Produkte und Marken, diskutieren mit, suchen nach den neuesten Trends oder neuen Mitarbeitern. Statt einseitig mit Werbebotschaften konfrontiert zu werden, können Verbraucher nun selbst mit und über Unternehmen kommunizieren.

Für das Marktforschungsunternehmen Gartner gehören die neuen Kommunikationskanäle des Web 2.0 zu den zukunftsweisenden Technologietrends. Hierzu zählt auch die kollektive Intelligenz. Die Analysten von Gartner verstehen hierunter eine freiwillige und kostenlose Generierung intellektueller Inhalte, an denen viele Individuen beteiligt sind. Erste Beispiele sind Wikis, deren Inhalte nicht nur von den Benutzern gelesen, sondern auch online direkt im Browser geändert werden können.

Sylvia Trage