Go to content

SIEMENS

Research & Development
Technology Press and Innovation Communications

Dr. Ulrich Eberl
Herr Dr. Ulrich Eberl
  • Wittelsbacherplatz 2
  • 80333 Munich
  • Germany
Dr. Ulrich Eberl
Herr Florian Martini
  • Wittelsbacherplatz 2
  • 80333 Munich
  • Germany
pictures

Grünes Flair: Wilnas Altstadt steht unter UNESCODenkmalschutz und soll künftig autofrei werden.

Viele Gebäude sind mit energieeffizienter Siemens-Technik ausgestattet – wie der neue Sitz der Swedbank.

Barockperle
in grüner Fassung

Litauens Hauptstadt Wilna punktet mit hoher Lebens-
qualität, einer immer besseren nachhaltigen Infrastruktur
und einem innovativen Verkehrsmanagementsystem.

Image Grünes Flair: Wilnas Altstadt steht unter UNESCO Denkmalschutz und soll künftig autofrei werden. Viele Gebäude sind mit energieeffizienter Siemens-Technikausgestattet – wie der neue Sitz der Swedbank.

Vom obersten Stockwerk des 60 Meter hohen nagelneuen Gebäudes der Swedbank genießt Antanas Danys, CEO der zweitgrößten Bank Litauens, einen spektakulären Blick auf Wilnas Altstadt. Prächtige Bauten aus dem Spätbarock, der Renaissance und der Gotik bilden ein historisches Ensemble, das in Europa seinesgleichen sucht. Wunderschön, aber unpraktisch für die Swedbank: Deren 800 Mitarbeiter waren vorher an zehn Standorten tätig – jetzt arbeiten sie alle im modernsten Gebäude der Stadt.

Architekt Audrius Ambrasas hat einen Arbeitsort mit Durchblick entworfen: Konferenzsäle und Büros aus Glas, die zwischen den Stockwerken zu schweben scheinen, dazu eine riesige Lobby samt Bistro. CEO Danys freut besonders die gute Energiebilanz. Gebäudetechnik von Siemens regelt Klimaanlage und Belüftung, Sensoren messen den CO2-Gehalt der Luft und die Temperatur. Wenn die Werte zu hoch sind, öffnen sich automatisch einige Teile der Glasfront, und über den Fluss Neris weht frische Luft in die Hallen. Die Stromkosten konnten so um ein Viertel gesenkt werden, obwohl die Bürofläche 20 Prozent größer ist als zuvor.

Im Büroviertel herrscht geschäftiges Treiben. Die jungen Menschen sind gut ausgebildet: Litauen hat bei nur 3,4 Millionen Bürgern 49 Hochschulen, darunter 15 Universitäten. Die Hauptstadt Wilna mit ihren 550.000 Einwohnern belegte beim European Green City Index (siehe Artikel „Die grünsten Städte Europas“) unter 30 europäischen Metropolen den 13. Platz – unter den osteuropäischen Städten schneidet sie sogar am besten ab. Das hat viele Gründe. Eine Stadtverordnung schützt den Waldgürtel sowie die großen Parks und Grünanlagen. Die modernen Häuser internationaler Hotelketten sind häufig mit hoch effizienter Gebäudetechnik von Siemens ausgestattet. Und der Verkehr wird stark geregelt. „Die Altstadt steht unter Unesco-Denkmalschutz und ist mit ihren schmalen Gassen für Autoverkehr nicht geeignet“, erklärt Bürgermeister Vilius Navickas. Einbahnstraßen und Fußgängerzonen sind so angeordnet, dass Autofahrer das alte Zentrum lieber meiden. Allerdings hat sich die Zahl der privat genutzten Autos seit der Unabhängigkeit im Jahr 1990 vervierfacht. Die Folgen: Staus rund um die Innenstadt und eine relativ hohe CO2-Belastung.

Die Strategie der Stadtverwaltung, den Verkehr umweltfreundlicher zu gestalten, setzt an verschiedenen Punkten an, etwa beim Verkehrsmanagement. Das Siemens-System misst mit Hilfe von Detektorschleifen im Bodenbelag und Videodetektoren an rund 200 Kreuzungen in der Stadt die Verkehrsdichte und schaltet die Ampeln entsprechend. „Im Schnitt erspart das den Autofahrern rund 30 Prozent der Fahrzeit und zehn Prozent Kraftstoff“, sagt Kestutis Ciplys, der bei Siemens in Wilna für das Verkehrsmanagementsystem zuständig ist. Die Ampeln arbeiten mit modernsten Leuchtdioden und verbrauchen nur ein Fünftel der Energie ihrer Vorgänger.

Zudem will die Stadtverwaltung Ringstraßen ausbauen, und die Altstadt soll durch striktes Parkraummanagement und Mautgebühren möglichst autofrei werden. Während Pläne für eine Metro oder Tram durch die Finanzkrise in die Ferne gerückt sind, fahren bereits 60 Busse der städtischen Verkehrsgesellschaft mit umweltfreundlichem Erdgas, weitere 100 sollen noch 2010 umgestellt werden. Auch der Güterverkehr spielt in Litauen eine große Rolle – Wilna ist einer der wichtigsten Knotenpunkte.