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Dr. Ulrich Eberl
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Fahrt ins Grüne: Im Kampf gegen die Blechlawine sollen neue Siemens-Straßenbahnen die Flotte verstärken.

Den Strombedarf stillt Portugal zunehmend aus erneuerbaren Energien wie Solaranlagen.

Nachtwind in
Portugal

Lissabons Stromverbrauch
wird zu gut zehn Prozent durch regenerative Energien gedeckt: Wasser, Wind, Sonne. Da der Straßenverkehr stark wächst, plant Portugals Hauptstadt nun, den öffentlichen Nahverkehr deutlich auszubauen. Sowohl bei Energieerzeugung wie Transport hilft Siemens- Technologie seit Jahren, höhere Effizienz zu erreichen.

Image Fahrt ins Grüne: Im Kampf gegen die Blechlawine sollenneue Siemens-Straßenbahnen die Flotte verstärken. Den Strombedarf stillt Portugal zunehmend aus erneuerbaren Energien wie Solaranlagen.
"Bis Ende 2011 soll es in Lissabon bereits 700 Stromzapfsäulen für Elektroautos geben."

Die Nacht beginnt spät in Lissabon. Dafür dauert sie lang. Durch die verwinkelten Gassen des Bairro Alto ziehen die Nachtschwärmer, und durch die Straßen hallt das Lachen, das aus den selbst im Winter geöffneten Fenstern der Restaurants und Privathäuser dringt. Das Leben findet draußen statt. Doch dort kann es auch in Lissabon kühl werden, im Winter oft unter zehn Grad Celsius. Und so bullern in vielen Stuben mangels Zentralheizungen die elektrischen Heizlüfter und beheizen dabei nicht nur die Innenräume, sondern durch die offenen Fenster und Türen die Gassen gleich mit.

„Natürlich muss die Veränderung in den Köpfen beginnen“, sagt Prof. José Delgado Domingos. An der Feierlaune der Portugiesen will er freilich nicht herummäkeln, ihr Verhältnis zum Energiesparen würde er aber gerne verändern. Der Leiter der städtischen Umweltbehörde Lissabons, e-nova, residiert in einem unscheinbaren Stadthaus, nicht weit vom Bairro Alto. Hier wird die energieeffiziente Zukunft der Metropole mit ihren rund zwei Millionen Einwohnern geplant: Immerhin, der fortschreitende Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs hilft, die Flut von rund 400.000 Autos, die täglich über die Tejo-Brücke und andere Einfallstraßen in die Stadt strömen, ein wenig langsamer anschwellen zu lassen.

Städtische Initiativen geben Anreize zum Energiesparen, ein Netz von Stromzapfsäulen für Elektroautos ist im Bau. Ende 2010 soll es rund 300 Ladestationen geben, ein Jahr später bereits 700. Aktuell fährt ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Einwohner mit dem Auto zur Arbeit; das bedingt relativ hohe Treibhausgas-Emissionen. Mit einer Produktion von 7,5 Tonnen CO2 pro Einwohner und Jahr liegt Lissabon über dem Durchschnitt der im European Green City Index untersuchten Städte (siehe Artikel „Die grünsten Städte Europas“).

Doch der Weg zur Arbeit und nach Hause wird in Lissabon immer angenehmer und ressourcenschonender. Elektrische Straßenbahnen gibt es hier seit fast 110 Jahren – 1901 nahm die erste ihren Betrieb auf. Doch an den alten Schmalspurbahnen, die rasselnd und bimmelnd durch die historische Altstadt fahren, erfreuen sich heute vor allem Touristen. Am Südufer des Flusses Tejo zeigt sich hingegen, wie wichtig eine moderne Straßenbahn für ein energie- und kosteneffizientes Nahverkehrssystem ist.

Die südlichen Vororte Lissabons verbinden 24 Combino-Züge von Siemens auf drei verschiedenen Linien – über eine Gesamtlänge von rund 20 Kilometern – mit der Bahnstation Estação de Pragal. Von dort geht es mit einer Schnellbahn über die Tejo-Brücke weiter ins Stadtzentrum. Die im Stoßverkehr hoffnungslos überlastete Straßenverbindung über den Fluss lässt sich so vermeiden. „Die Schnellbahn vermindert so neben den Abgasen auch die Reisezeit ins Zentrum deutlich“, sagt Herbert Seelmann von Siemens, der das Projekt verantwortet. Es umfasst neben den Bahnen selbst die Elektrifizierung, die Signalanlagen, das Kontrollzentrum, die Passagierinformationssysteme und das Projektmanagement. Seelmann gibt der Verkäuferin im Kiosk vor dem Bahnhof Estação de Pragal einen Euro, 20 Cent erhält er als Wechselgeld. Das Ticket ist so günstig, weil das System derzeit subventioniert wird. Steigen die Fahrgastzahlen jedoch über 90.000 pro Tag, wird es sich von selbst tragen und auf öffentliche Zuwendungen verzichten können.