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Zukunftsweisend: Die Arbeit der KAUST-Universität soll neue Erkenntnisse für die Entwicklung grüner Technologien bringen – auch mit Siemens-Hilfe.

Zukunftsweisend: Die Arbeit der KAUST-Universität soll neue Erkenntnisse für die Entwicklung grüner Technologien bringen – auch mit Siemens-Hilfe.

Hightech-Uni
im Wüstensand

Mit der King-Abdullah-University of Science and Technology (KAUST) will Saudi-Arabien
seine Zukunft als Hightech-
Forschungsregion begründen. Auch industrielle Forschungs-
kooperationen sollen in der Region und weltweit vorangetrieben werden.

Image Zukunftsweisend: Die Arbeit der KAUST-Universität soll neue Erkenntnisse für die Entwicklung grüner Technologien bringen – auch mit Siemens-Hilfe.

Seit September 2009 ist die Welt um eine Eliteuniversität reicher: Die King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) öffnete 80 Kilometer nördlich von Dschidda in Saudi-Arabien ihre Pforten für Nachwuchswissenschaftler, die ein erstes akademisches Diplom besitzen. Wer hier studiert, findet ideale Bedingungen vor: Auf dem riesigen, 36 Quadratkilometer großen Campus am Roten Meer stehen den Studenten Labore mit modernster Ausstattung für elf Studienfächer offen. Forscher können mit einem der schnellsten Supercomputer der Welt rechnen, dem Shaheen, der auf eine Rechenleistung von 222 Teraflops kommt. Die Studenten leben in vollklimatisierten Wohnheimen mit Mensen, Geschäften und Sporteinrichtungen.

Noch sind nicht alle Studienplätze belegt, und der Betrieb startete zunächst mit rund 70 Professoren, die bisher an Universitäten und Forschungseinrichtungen in der ganzen Welt gearbeitet haben. Bald sollen hier aber rund 2.000 Doktoranden und Masterabsolventen unter der Anleitung eines 220-köpfigen Lehrerkollegiums forschen. Die jungen Wissenschaftler kommen aus der ganzen Welt. Nur 15 Prozent der Studienplätze sind Saudis vorbehalten. KAUST ist außerdem die erste saudische Bildungseinrichtung, in der Frauen und Männer zusammen arbeiten können.

Die neue Universität bietet Fächer wie Umwelttechnik und erneuerbare Energien, Material- und Biowissenschaften, angewandte Mathematik und Informatik an. „Die KAUST deckt genau die Themen ab, die uns bei der Entwicklung nachhaltiger Lösungen für grüne Technologien helfen werden“, sagte Prof. Hermann Requardt, Chief Technology Officer und CEO Healthcare von Siemens, bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages. Siemens ist Gründungmitglied des KAUST Industrial Collaboration Program (KICP),das industrielle Forschungskooperationen in der Region, aber auch weltweit, vorantreiben soll. Die KICP-Mitglieder, darunter Boeing und General Electric, sind wie Siemens seit langem in der Region Saudi-Arabien tätig. Neben dem industriellen Netzwerk ist KAUST auch mit Projekten in ein Forschungsnetz renommierter Universitäten wie der Stanford University in Kalifornien, Cambridge in Großbritannien oder der Technischen Universität München eingebunden.

Intensives Engagement. Die neue Universität bietet ihren Kooperationspartnern aus der Industrie Zugang zur Forschung auf dem Campus. „Siemens wird regelmäßig an Workshops und Tagungen teilnehmen, die Themen betreffen, an denen auch unsere Forscher arbeiten“, kündigt Erich Kaeser, CEO Siemens Middle East, an. Der ständige Austausch mit den Fakultätsmitgliedern, der Zugang zu den Forschungsprogrammen sowie der Kontakt zu den besten Nachwuchswissenschaftlern der Region seien weitere Vorteile der Kooperation von Siemens und KAUST. Damit möchte das Unternehmen sein bisher 75-jähriges Engagement in Saudi-Arabien weiter intensivieren – ob für Industry, Energy oder Healthcare.

Beispielsweise ist Siemens an vielen Infrastrukturprojekten beteiligt. So arbeiten fast alle Krankenhäuser des Königreiches mit Siemens-Geräten. Zurzeit plant das Unternehmen ein hochmodernes Kraftwerk mit Rauchgasentschwefelungsanlage, das eine Leistung von 900 Megawatt haben wird. Es wird außerdem rund 880.000 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag aufbereiten und damit die Städte Dschidda, Makah und Taif versorgen. Zudem bildet Siemens viele junge Saudis in Traineeprogrammen aus und unterstützt die Regierung dabei, junge Frauen in qualifizierte Berufe zu bringen.

Wer an der KAUST studieren will, kann sich nach seinem Bachelor oder Vordiplom bewerben. Die Studiengebühren entsprechen mit rund 60.000 Dollar pro Jahr denen einer Eliteuniversität. Eine Stiftung des Königs finanziert jedoch vielen Studierenden, auch aus dem Ausland, Stipendien. Die Anfangsinvestition von rund 12,5 Milliarden US-Dollar für die Universität versteht das saudische Königshaus als weiteren Schritt in eine neue, vom Öl unabhängige Ausrichtung des Landes. Den sind auch andere arabische Staaten gegangen: Die riesige Education City in Qatar etwa bietet ein Studienprogramm in Kooperation mit mehreren amerikanischen Hochschulen an, und im Emirat Abu Dhabi hat die berühmte französische Universität Sorbonne einen Ableger gegründet.

Katrin Nikolaus