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Dr. Ulrich Eberl
Herr Dr. Ulrich Eberl
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Dr. Ulrich Eberl
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Mit Beleuchtungstechnik und Gebäudesystemen von Siemens
genügen das Vancouver Convention Center und die Zentrale des Süddeutschen Verlags höchsten Effizienzstandards

Jäger der verschwendeten Energie

Durch die intelligente Verknüpfung von Beleuchtungs-, Informations-, Klima- und Sicherheitstechnik können
in Gebäuden bis zu 50 Prozent Energie eingespart werden.

Gebäude sind Energiefresser: Die Ausgaben für Energie schlucken etwa 40 Prozent der Betriebskosten, gleichzeitig sind Gebäude für 40 Prozent des weltweiten Primärenergieverbrauchs und etwa 21 Prozent der Treibhausgase verantwortlich (siehe Rubrik „Nachhaltige Gebäudetechnik“, Pictures of the Future 2/2008). Doch auch die Einsparpotenziale sind beachtlich. „19 Prozent des Stromverbrauchs werden weltweit für Beleuchtung aufgewandt“, erklärt Peter Dobiasch, der sich bei der Siemens-Tochter Osram um das Geschäft mit professionellen Lampen und Systemen kümmert. „Betrachtet man alle Lichtquellen, so ließe sich der Stromverbrauch durch effizientere Beleuchtungssysteme um ein Drittel reduzieren.“

Noch mehr kann man herauskitzeln, wenn man die Energieverbraucher und -quellen in ihrem Zusammenwirken optimiert, wie es die Siemens-Division Building Technologies (BT) gemeinsam mit Osram macht. In einem optimierten Bürogebäude könnte das so aussehen: Ein Präsenzmelder erkennt, ob sich Menschen im Raum aufhalten, und ein Luftgütesensor misst den CO2-Gehalt – ist niemand im Raum, kann man Licht und Lüftung ausschalten. Eine Regelung mit Helligkeitssensor bestimmt, ob und wieviel künstliches Licht zugeschaltet werden muss. Mit einer automatischen Nachführung von Lamellen und Jalousien kann Tageslicht gezielt in den Raum gelenkt werden. Über einen Temperaturfühler wird der Wärmeeintrag ermittelt – und daraus abgeleitet, ob klimatisiert werden muss oder ob nicht eine Beschattung und künstliche Beleuchtung energiesparender wären. „Welche Konstellation energetisch am günstigsten ist, bestimmen intelligente Algorithmen“, erklärt Dobiasch. „So lassen sich in einem Gebäude bis zu 50 Prozent Energie sparen. Zurzeit ist Siemens weltweit der einzige Anbieter, der ein derart durchgängiges System zur Senkung der Energiekosten anbieten kann.“

Siemens kann sogar das ermittelte Einsparpotenzial garantieren, verspricht Dobiasch. „Die Einsparungen lohnen sich finanziell schnell: meist in zwei bis fünf Jahren.“ Siemens bietet dafür das Energiespar-Contracting an: Energieingenieure von Siemens und Osram-Lichtplaner analysieren ein Gebäude und finanzieren die Umrüstung vor. Der Kunde muss kein eigenes Geld in die Hand nehmen, er kann die Investitionen aus den jährlich eingesparten Energiekosten bestreiten. Weltweit hat Siemens über 1900 derartige Projekte durchgeführt – mit garantierten Einsparungen von zwei Milliarden Euro und einer CO2-Reduktion von 2,4 Millionen Tonnen.

Zu den gemeinsamen Projekten von Osram und BT gehört das integrierte Gebäudemanagementsystem der Erweiterung des 100.000 Quadratmeter großen Vancouver Convention Centre in Kanada. Das Gebäude erfüllte daraufhin die Bedingungen für die Gold-Zertifizierung des US-amerikanischen LEED-Standards (Leadershipin Energy and Environmental Design). Bei LEED geht es nicht nur um den Energieverbrauch, sondern auch um ökologische Bauweise, reduzierten Abfall und geringen CO2-Ausstoß. Das Vancouver Convention Center hat beispielsweise ein 2,5 Hektar großes bepflanztes Dach, das dazu beiträgt, dass das Gebäude ab 2010 vollkommen CO2-neutral sein wird.

Auch die von Siemens projektierte Zentrale des Süddeutschen Verlags in München mit 1.850 Arbeitsplätzen wurde Anfang 2010 mit dem LEED-Zertifikat in Gold ausgezeichnet – als erstes Bürogebäude in Deutschland. Hier waren die Vorgaben des Bauherrn besonders streng, denn er forderte neben Energieeffizienz und einer optimalen Arbeitsumgebung auch viel Flexibilität für die Nutzergruppen und potenzielle neue Mieter. Die Lösung: ein innovatives Gebäudeautomationssystem von Siemens und eine präsenzgesteuerte Einzelraumregelung, die die Beleuchtung abschaltet oder dimmt, wenn nicht mehr so viel Zusatzlicht benötigt wird. Mit einer elektronisch optimierten Abstimmung der geothermischen Wärmepumpe, der Verbraucher sowie der Sonneneinstrahlung und der Lüftung lässt sich das Gebäude zudem temperieren, ohne ständig auf das städtische Fernwärmenetz zurückgreifen zu müssen.

„Osram und BT haben für das Gebäude der Zukunft noch viele weitere Ideen“, sagt Tobias Huber, Leiter Geschäftsentwicklung für Beleuchtung bei BT. So könnte zum Beispiel künftig bei einem Hotelbrand Folgendes passieren: Präsenzmelder erfassen augenblicklich, welche Zimmer belegt sind, die Hotelzimmerbeleuchtung wird eingeschaltet, und der Gast wird geweckt. Die Jalousien werden automatisch hochgefahren, damit der Zugang durch das Fenster nicht versperrt ist. Gleichzeitig wird die Beleuchtungsanlage mit Notstrom versorgt und weist in den Fluren auf den richtigen Fluchtweg hin – und die Präsenzmelder helfen den Rettern, verletzte Personen aufzufinden.

Bernhard Gerl