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Dr. Ulrich Eberl
Herr Dr. Ulrich Eberl
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Energie vom Acker: In Brasiliens Ethanol-Destillerien wird Zuckerrohr in Treibstoff umgewandelt. Selbst die Hüllen der Pflanze lassen sich noch nutzen
– Siemens-Turbinen erzeugen aus ihnen Strom.

Energie vom Acker: In Brasiliens Ethanol-Destillerien wird Zuckerrohr in Treibstoff umgewandelt. Selbst die Hüllen der Pflanze lassen sich noch nutzen
– Siemens-Turbinen erzeugen aus ihnen Strom.

Energie vom Acker: In Brasiliens Ethanol-Destillerien wird Zuckerrohr in Treibstoff umgewandelt. Selbst die Hüllen der Pflanze lassen sich noch nutzen
– Siemens-Turbinen erzeugen aus ihnen Strom.

Energie vom Acker: In Brasiliens Ethanol-Destillerien wird Zuckerrohr in Treibstoff umgewandelt. Selbst die Hüllen der Pflanze lassen sich noch nutzen
– Siemens-Turbinen erzeugen aus ihnen Strom.

Sonne im Tank

40 % der brasilianischen Autos fahren mit Alkohol aus Zuckerrohr. Dieser Anteil könnte schon in fünf Jahren auf 60 % steigen. Das schont die Ölreserven und die Umwelt. Siemens-Technologie hilft dabei, bereits während der industriellen Umwandlung des Zuckers in Treibstoff Energie zu sparen.

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Strom und Dampf für Raffinerieprozesse wird mit Biomassekraftwerken ebenfalls aus Zuckerrohr gewonnen.

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Energie vom Acker: In Brasiliens Ethanol-Destillerien wird Zuckerrohr in Treibstoff umgewandelt. Selbst die Hüllen der Pflanze lassen sich noch nutzen – Siemens-Turbinen erzeugen aus ihnen Strom.

Den meisten Bewohnern der Megacity im Süden Brasiliens fällt die Dunstglocke kaum noch auf. Der tägliche Smog, so scheint es, gehört zu São Paulo wie Samba zu Brasilien. Dennoch: Paulo Costa, der als Sales and Marketing Manager für Siemens Industrial Steam Turbines im 60 km entfernten Vorort Jundiai arbeitet, will sich an die horrende Luftverschmutzung nicht gewöhnen. Fährt er nach São Paulo, leistet er auch selbst einen Beitrag, sie nicht unnötig zu erhöhen: Schon vor Jahren ist er auf eines der sogenannten Flex-Fuel-Vehicles umgestiegen, denen zahlreiche Studien attestieren, weniger zur Luftverschmutzung beizutragen, als herkömmliche Benziner.

Würden all die Millionen Autos, die sich in endlosen Schlangen über die Stadtautobahnen quälen, ausschließlich Benzin verbrennen, wäre die Luft in der Stadt vermutlich noch schlechter", erklärt Costa. Immer mehr Brasilianer steigen, wie er, auf die hocheffizienten Flex-Fuel Autos um, die mit einem Gemisch aus Alkohol und Benzin betrieben werden. Manche fahren sogar mit reinem Alkohol, der an der Tankstelle weniger kostet als Benzin. Die CO2-Bilanz der flexiblen Motoren fällt in Brasilien besonders günstig aus, denn der Treibstoff-Alkohol wird hier aus Zuckerrohr gewonnen: Die Menge des bei der Verbrennung entstehenden CO2 wurde durch die Photosynthese der Zuckerpflanze vorher der Luft entnommen.

"Schon heute sind 50 % des in Autos verbrannten Treibstoffs in Brasilien Alkohol. Dieser Anteil wird weiter steigen", so Costa. Dass die im Ethanol gespeicherte Energie letzten Endes Sonnenenergie ist, macht den Treibstoff sympathisch. Doch manch einer vergisst, dass auch die Produktion des Ethanols aus Zucker erst einmal Energie kostet; doch diese Energie kann selbst zu einem großen Teil aus Zucker gewonnen werden. Und durch effizientere Prozesse lässt sich der Energieaufwand bei der Produktion insgesamt minimieren. Siemens-Technologie hilft dabei.

"Als Brasilien 1975 sein Ethanol-Programm startete, wurden in den Zucker-Raffinerien, die den Alkohol herstellen, ausgepresste Hüllen der Zuckerpflanze einfach im Hinterhof verbrannt", erklärt Costa. "Doch diese Reste – die Bagasse – sind selbst ein Energieträger." Deshalb werden daraus inzwischen in kleinen Biomassekraftwerken mit 25 bis 70 MW Leistung Elektrizität und Dampf für andere Prozesse in der Raffinerie hergestellt. In den letzten zehn Jahren ließ sich dabei die absolute Energieausbeute pro Raffinerie um etwa das Zehnfache steigern. Doch brasilianische Unternehmen haben, so Costa, hochspezifische Anforderungen an die Turbinen der Biomassekraftwerke: "Unsere Kunden sind in der Regel preissensibel – der Zielkonflikt zwischen der Höhe der Anfangsinvestition und den Effizienzgewinnen über die Lebenszeit der Turbine fällt in diesem speziellen Markt ein wenig anders aus."

Um auf die lokalen Marktanforderungen optimal einzugehen, passte Siemens daher eines seiner in Europa erfolgreichen Modelle an, die Dampfdruck-Turbine SST300: "In monatelanger Arbeit hat ein internationales Team von Siemens-Ingenieuren in Deutschland und Brasilien das Modell so verändert, dass es die konkreten Kundenwünsche besser erfüllt und komplett mit lokalen Materialien und Produktionsanlagen vor Ort hergestellt werden kann", erklärt Costa. Natürlich ohne Kompromisse bei der Qualität und der Sicherheit. Die Kosten liegen nun etwa 30 % niedriger und machen die Turbine für den Einsatz in den vielen Zucker-Raffinerien im Land nicht nur besonders praktisch, sondern auch erschwinglicher.

Beispielsweise wurde das Design des Auslassventils verändert, um einen höheren Auslassdruck von bis zu 32 bar zu erzielen. Das neue, kompaktere Design trägt auch erheblich zur Kostenreduzierung bei. Diese Vorteile hatten Marcos Monaco, Industrial Director bei der Zucker-Raffinerie Usina Santa Cruz, überzeugt: "Die Entscheidung, unsere Turbinen von Siemens zu kaufen, haben wir auf Basis ihrer Leistung und ihrer schnellen Verfügbarkeit getroffen. Die Projektspezifikationen wurden voll erfüllt, sodass wir gleich drei Stück in Auftrag gaben." Usina Santa Cruz gehört zu den 25 größten Raffinerien des Landes. Das hohe Volumen ihrer Produktion – 4 Mio. t Zuckerrohr gehen mit jeder Ernte durch die Anlagen der Raffinerie – sichert schon heute erhebliche Effizienzvorteile im Wettbewerb; und dieser ist vor allem in den letzten Jahren schärfer geworden.

Der gesunkene Preis für Rohöl setzte den Markt für Ethanol aus Zucker jüngst zusätzlich unter Druck. "Die Siemens-Turbinen helfen Usina Santa Cruz und anderen unserer Kunden, ihre Effizienz und Wettbewerbsposition in diesem herausfordernden Umfeld weiter zu stärken", erklärt Paulo Costa. Die Vorteile haben sich herumgesprochen: Auch in anderen lateinamerikanischen Ländern, beispielsweise Peru, Argentinien, Kolumbien und Mexiko, wird die Turbine inzwischen installiert. Damit auch dort beim Ethanol-Tanken noch mehr Sonne in den Tank kommt.

Andreas Kleinschmidt