Effizient, sicher, komfortabel - so sollen die Dienstleistungen rund um einen Flughafen sein. Mit seinen Lösungen hilft Siemens beispielsweise, die Parkflächen rund um den boomenden Moskauer Airport Domodedovo zu managen und sicherer zu machen.
Moskauer Lösung: Den Parkplatz kann ein Auto nur verlassen, wenn das vorher fotografierte Kennzeichen mit dem auf dem Parkticket übereinstimmt. Zudem erfassen Kameras den Fahrer und den Zustand des Autos.
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Die russische Millionenmetropole Moskau und ihr Umland sind auf dem Luftweg über fünf Flughäfen zu erreichen. Einer davon – der internationale Flughafen Domodedovo im Süden der Hauptstadt – entwickelte sich in den vergangenen Jahren zum größten und am schnellsten wachsenden Airport Russlands. Zwischen 2001 und 2007 wuchs das Passagieraufkommen von 3,8 auf 18 Millionen Menschen pro Jahr.
Dies stellt neue Herausforderungen auch an das Parkraum-Management. Dabei setzte die Flughafenverwaltung auf die Erfahrung und die Technik von Siemens. "Wir haben uns für die von Siemens angebotene Lösung entschieden, weil sie neben einer Funktionserweiterung der bestehenden Systeme den Parkplatz-Nutzern vor allem ein hohes Maß an Komfort und Sicherheit garantierte", erklärt Dmitrij Ognev, Projektleiter seitens des Flughafens Domodedovo. Seit November 2005 hat die Siemens Division Mobility sukzessive drei Großparkplätze des Flughafens mit insgesamt 2 400 Stellplätzen mit modernster Technik ausgerüstet und auf den neuesten Sicherheitsstand gebracht. Heute ist das installierte Parkplatzsystem das modernste und sicherste in Russland.
Ein Kernelement ist das Kennzeichenerfassungssystem. "Dies ist eine der innovativsten Komponenten des Projekts", betont Kirill Golovinski, Siemens-Projektleiter in Russland. "In Russland ist es einmalig, und auch in Europa wurde es bislang nur vereinzelt realisiert." Dabei wird beim Einfahren eines Fahrzeugs das Nummerschild – auch bei Dunkelheit oder ungünstigen Wetterverhältnissen – mit einer Infrarotkamera erfasst. Eine zweite Kamera macht derweil ein Bild vom Fahrer, während ein drittes Aufnahmegerät, eine Umgebungskamera, das Gesamtbild des einfahrenden Fahrzeugs aufzeichnet und dabei Farbe, Automarke und Zustand des Autos dokumentiert.
Die Daten werden über eine Breitband-Verbindung an die Datenbank übermittelt und dort hinterlegt. Bei der Ausfahrt des Fahrzeugs werden die Daten abgeglichen: Erst wenn Kennzeichen und Parkticketnummer übereinstimmen, kann der Fahrer den Parkplatz verlassen. Die anderen zwei Aufnahmen werden ergänzend herangezogen. "Damit wirken wir oft auftretenden Autodiebstählen sowie Manipulationen von Fahrzeugschäden entgegen. Sie werden dadurch erschwert und verringert", präzisiert Dmitrij Ognev. "Besonders effektiv erwies sich das neue System aber bei der Bekämpfung von Parkplatzbetrügern, die Langzeitparkern Kurzzeit-Parktickets unter der Hand verkauften."
Um Zufahrt und Ausfahrt für Personen, die die Parkplätze häufig benutzen, unkompliziert und komfortabel zu gestalten, hat Siemens ein berührungsloses Dauerparkausweissystem integriert, im Fachjargon HID (Hughes Identification Device) genannt. Mitarbeiter des Flughafens, Dauerparker und ausgewählte Kunden bekommen dabei nicht das übliche Papierticket, sondern einen Ausweis in Scheckkartengröße mit einem Transponder, der mit einer zehn- bis zwölfstelligen Code-Nummer versehen ist. Mit dieser ID-Nummer werden die Parkrechte für bestimmte Parkplätze vergeben. Berührungslose Dauerparkausweis-Lesegeräte sind an allen Ein- und Ausfahrten vorhanden. Hält der Nutzer die Karte in die Nähe eines dieser Geräte, werden die Daten – etwa die Kartennummer und das Fahrzeugkennzeichen – ausgelesen und ausgewertet. Wenn alles übereinstimmt, darf der Besucher passieren.
Zahlung doppelt gesichert. Auch die Lösung für die Kreditkartenverarbeitung an den automatischen Kassen dient der höheren Sicherheit, indem sie auch die Eingabe des Pin-Codes erfordert. Die Daten werden doppelt verschlüsselt vom Flughafen zur Masterbank gesandt, mit der der Airport kooperiert. Ein Zugriff durch Dritte ist so praktisch ausgeschlossen. Die Zahlvorgänge werden in diesem Fall ohne Zwischenspeichern, das beim Offline-Verfahren anderer Anbieter üblich ist, verarbeitet und mithilfe von Fiskaldruckern protokolliert. Diese sind im Kassenautomat integriert und enthalten neben einer Papierrolle für die Erstellung der Kundenquittungen auch einen Speicherchip, auf dem alle Zahlungsvorgänge festgehalten werden. "Ein derartiger Online-Zahlungsfluss wird der zukünftige Trend bei Transaktionen sein", ist sich Svetlana Sabirova vom Siemens-Vertrieb in Moskau sicher.
Auch in Zukunft wird beim Flughafen Domodedovo die Kompetenz und das Know-how von Siemens nachgefragt werden. "Der Parkplatz des öffentlichen Personennahverkehrs für Busse und Transporter wird mit großer Wahrscheinlichkeit der nächste Auftrag für uns sein – und wie es momentan aussieht, auch nicht der letzte", sagt Andreas Schneider von der Mobility Division in Berlin, der das Projekt von Deutschland aus leitet. Denn der Erfolg der Parkplatzlösung hat sich herumgesprochen. Neben zwei weiteren Moskauer Flughäfen hat inzwischen auch die Stadt Sotschi, der Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014, Interesse an der Hightech-Lösung von Siemens signalisiert. Diese könnte auch dort den gestiegenen sicherheitstechnischen Ansprüchen genügen und zur Kriminalitätsbekämpfung beitragen.