Christian Monyk,(43) von den Austrian Research Centers in Wien ist Leiter des SECOQC-Projekts, in dem die TU Graz und Siemens ebenfalls involviert sind. Er spricht über mögliche Anwendungen der Quantenkryptographie
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Wie kam es zum SECOQC-Projekt?
Monyk: Unser Ziel war es, die Quantenkryptographie aus der akademischen Ecke zu holen und einen entscheidenden Schritt zur Anwendung zu machen. Zwar gibt es schon kommerzielle Lösungen, doch die eignen sich nur für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Unsere Entwicklung dagegen erlaubt Netzwerke mit vielen Teilnehmern und damit auch die Über-brückung größerer Distanzen.
Ist das System marktreif?
Monyk: Es ist einsatzfähig und wir könnten es Kunden anbieten. Mit 100.000 € pro Gerät ist das System aber noch recht teuer, weil es von Hand zusammengebaut und mühevoll kalibriert wird. Wir würden daraus gerne ein einfach herzustellendes Produkt machen, das unter 10.000 € kostet. Dazu brauchen wir noch zwei Jahre Zeit und einen Entwicklungspartner, der auch die Hardware kompakter baut. Diesen Partner haben wir aber noch nicht.
Wer wären die Kunden?
Monyk: Es gibt großes Interesse aus der Finanzwelt, wenn beispielsweise Banken ihre Filialen abhörsicher mit der Zentrale verbinden wollen. Auch die öffentlichen Verwaltungen, Krankenhäuser und natürlich Polizei und Militär sind interessiert.
Und Otto Normalverbraucher?
Monyk: Irgendwann wird es auch für Privatnutzer interessant, allerdings erst, wenn viele Privathaushalte Glasfaserverbindungen haben. Man könnte sich vorstellen, dass man das Quantenkryptographie-Gerät wie einen USB-Stick einsteckt. Die Rechenleistung ist nicht wichtig – jeder normale PC wäre schnell genug.