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Dr. Ulrich Eberl
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High-tech zu geringen Kosten

In Schwellenländern wie Indien oder China sind die Anforderungen an Produkte andere als in hochindustrialisierten Ländern. Gefragt sind so genannte S.M.A.R.T.-Innovationen (siehe Artikel "Bauplan für ein besseres Leben"). Der Preis solcher robuster, einfach zu bedienender und zu wartender Produkte muss sich nach der Kaufkraft der Verbraucher richten. Ziel ist die Entwicklung von High-tech-low-cost-Produkten, die aber etwa in Indien nur rund ein Zehntel des USA-Preises kosten dürfen.
Denn obwohl sich das Pro-Kopf-Einkommen der indischen Verbraucher nach Berechnungen von McKinsey bis 2025 verdreifachen dürfte, ist es derzeit mit 793 $ pro Jahr noch auf einem niedrigen Niveau. Noch leben 28 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze von 1 US-Dollar pro Kopf und Tag und mehr als 50 % von weniger als 2 $. Aber Indien ist auf dem Weg zum fünftgrößten Konsumentenmarkt weltweit. Nach Analysen des McKinsey Global Institutes werden in den nächsten 20 Jahren mehr als 291 Millionen Inder den Sprung aus der Armut schaffen. Gleichzeitig wird sich die Mittelschicht von 50 auf 583 Millionen Menschen mehr als verzehnfachen. Über 23 Millionen Inder werden bis 2025 der reichen Oberschicht des Landes angehören.
In Indien soll beispielsweise das Marktvolumen für Automatisierungstechnik nach Angaben des Branchenmagazins "Electronics For You“ von knapp 2 Mrd. $ in 2007 bis 2012 pro Jahr um etwa 7 % wachsen. Allerdings zwingen hohe Kapitalkosten kleine und mittelständische Firmen zu Low-cost-Automatisierungslösungen, die sich innerhalb eines Jahres amortisieren sollen. Meist werden dafür bestehende Fertigungsanlagen nachgerüstet. Zugleich lassen sich die Wartungskosten mit Condition-Monitoring-Systemen minimieren, mit deren Hilfe Experten aus der Ferne anhand der erfassten Maschinendaten sich anbahnende Schäden frühzeitig erkennen können. Das weltweite Marktvolumen für solche Systeme soll bis 2014 nach einer Analyse des Marktforschungsunternehmens Frost & Sullivan um etwa 60 % auf 2,3 Mrd. $ steigen.
Eine kostengünstige Lösung zur automatischen Produktkontrolle sind intelligente Kameras mit digitalen Signalprozessoren und Sensoren (siehe Artikel "Smarte Lösung für Indien"). Ihre Komponenten kosten bis zu 80 % weniger als die bisheriger Systeme. Nach einer Analyse des US-Branchenverbands Automated Imaging Association betrug das Weltmarktvolumen für Bildverarbeitungssysteme und ihre Komponenten im Jahr 2005 etwa 7,4 Mrd. € und soll bis 2015 auf 16 Mrd. € ansteigen.
Auch die Gesundheitsnachfrage nimmt in schnell wachsenden und bevölkerungsreichen Ländern wie China oder Indien stark zu. Nach Berechnungen der Federation of Indian Chambers of Commerce and Industry belief sich das indische Marktvolumen für Medizintechnik in 2007 auf etwa 2,4 Mrd. $. Bis 2012 wird eine Verdoppelung auf knapp 5 Mrd. $ erwartet. Gefragt sind neben Geräten für Krankenhäuser vor allem auch medizintechnische Produkte, die in ländlichen Gebieten eine schnelle Diagnose, eine unabhängige Datenerfassung und die Kommunikation mit dem nächsten Krankenhaus ermöglichen.
So gibt es mittlerweile Geräte, bei denen die komplexe und kostspielige Ultraschalltechnologie durch kleine Mikrophone ersetzt wird (siehe Artikel "Bauplan für ein besseres Leben"). Hierdurch wird das Gerät wesentlich kleiner, kompakter und robuster. Noch wird die Nachfrage nach komplexen Produkten wie Ultraschallgeräten oder auch LED- und Xenon-OP-Lampen meist durch Importe abgedeckt, aber auch hier sind lokale Produkte auf dem Vormarsch.

Sylvia Trage