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Energieeffizienz lohnt sich

Energieeffiziente Produkte sollen helfen, Wachstum und Energieverbrauch zu entkoppeln. Betrug das weltweite Markt energieeffiziente Produkte und Lösungen im Jahr 2005 noch 450 Mrd. €, könnte es 2020 bereits etwa 900 Milliarden erreichen, so eine Analyse der Unternehmensberatung Roland Berger. Auswirkungen der Wirtschaftskrise sind hier zwar noch nicht berücksichtigt, aber dank der vielfältigen Konjunkturprogramme, die auf den Einsatz energieeffizienter Lösungen setzen, kann man dieser Branche eine gute Zukunft vorhersagen. Wachstumsträger sind etwa Energiesparmotoren. Ein Beispiel: Nach Berechnungen des Deutschen Kupferinstituts beträgt die jährliche Energiekostenersparnis eines hocheffizienten Motors gegenüber einem 30-kW-Standardmotor, der bei Volllast 8 000 Stunden im Jahr eine Kühlwasserpumpe antreibt, 405 €. Bei Anschaffungskosten von 1 650 € für den Energiesparmotor und 1 300 € für einen Standardmotor ergibt sich eine Amortisationszeit von nur 9,5 Monaten.

In Verbindung mit Frequenzumrichtern können Energiesparmotoren etwa dazu beitragen, den Stromverbrauch von Pumpensystemen zu reduzieren, die nach Studien der EU-Kommission für 4 % des Weltstromverbrauchs verantwortlich sind. Ein wichtiger Markt hierfür ist Indien: Dort boomt im Bau- und Infrastruktursektor, in der Landwirtschaft und der verarbeitenden Industrie das Geschäft mit Pumpen und Kompressoren. Nach Angaben der Indian Pump Manufacturers Association (IPMA) betrug das Marktvolumen im Jahr 2006 etwa 1,8 Mrd. €. Seit 2003 wuchs die Branche um 12 bis 15 % jährlich.

Große Marktchancen für energieeffiziente Produkte bieten auch die USA. Nach einer Untersuchung der American Solar Energy Society (ASES) soll sich beispielsweise das Marktvolumen für energieeffiziente Haushaltsgeräte und Lampen, für Computer sowie für Gebäude inklusive Fenster und Türen von 160 Mrd. US-$ im Jahr 2006 bis 2030 nahezu verdoppeln. Wachstumstreiber sind vor allem energieeffiziente Gebäude. Aber auch stromsparende Lampen – von der Hochdruck-Gasentladungslampe bis zur Leuchtdiode (LED) – sind stark gefragt.

Auch in Deutschland lohnen sich Energieeffizienzmaßnahmen an Gebäuden und im Haushalt. Das Dämmen einer Kellerdecke im Einfamilienhaus beispielsweise kostet etwa 2 000 € und spart 150 € Heizkosten jährlich. Bei gleichzeitiger Beantragung einer Förderung über staatliche Gebäudesanierungsprogramme amortisiert sich diese Investition in etwa 10 Jahren, bei steigenden Öl- und Gaspreisen noch schneller. Ein hocheffizienter Kühlschrank (A++) ist um 50 € teurer als ein nicht so effizientes Gerät, spart aber im Jahr 11 € ein. Auch die Investition in Energiesparlampen zahlt sich aus. Bereits ab einer Betriebsdauer von 240 Stunden haben sich die höheren Anschaffungskosten gegenüber einer handelsüblichen Glühbirne amortisiert. Die EU will daher nun Glühlampen aus dem Verkehr ziehen. Derzeit sind in Europa noch 3,7 Milliarden Glühlampen und nur etwa 500 Millionen Energiesparlampen im Einsatz.

Sylvia Trage