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SIEMENS

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Dr. Ulrich Eberl
Herr Dr. Ulrich Eberl
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Dr. Ulrich Eberl
Herr Florian Martini
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Rekord-Rotor auf Reisen

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Links: Logistische Meisterleistung: Das längste Rotorblatt der Welt unterwegs nach Österild
Rechts: Lange Reise: 450 Kilometer müssen die Komponenten auf Thailands Straßen zurücklegen.

Stolze 75 Meter misst das neueste Rotorblatt von Siemens. Damit stellt es einen neuen Weltrekord auf. Die gigantischen, aus Glasfaser und Balsaholz gefertigten Komponenten sind für die neueste Generation von Windkraftanlagen mit einer Leistung von sechs Megawatt (MW) bestimmt. Die Energieausbeute einer Windturbine ist abhängig von der Fläche, die der Rotor überstreicht – das sind bei dem neuen Siemens-Rotor rund 18.600 Quadratmeter, was etwa zweieinhalb Fußballfeldern entspricht. Im dänischen Österild sollen die Rotorblätter am neuesten Protoypen der 6-MW-Maschine getestet werden. Dazu traten die Giganten vom Hafen Esbjerg aus ihre 320 Kilometer lange Reise an. Die 85 Meter langen Lkw brauchten für die Strecke bis zu acht Stunden, dabei durften sie mit ihrer 25 Tonnen schweren Fracht nicht schneller als 67 Stundenkilometer fahren. Der Transport der sperrigen Rotorblätter war nicht nur eine technische und logistische Herausforderung, auch dem Fahrer wurde sein ganzes Können abverlangt. Unterwegs galt es verschiedene Hindernisse zu überwinden: Neun Kreisverkehre wurden gemeistert, während sechs Laternenpfähle und elf Verkehrsschilder weichen mussten, um den Transport nicht zu behindern. Auch in Asien müssen Komponenten für Windkraftanlagen lange Wege zurücklegen: Von der Fertigung in China geht es per Boot nach Thailand, dann per Lkw in den Norden des Landes. 450 Kilometer sind es vom Hafen südlich von Bangkok bis nach Korat, wo insgesamt 90 Windturbinen von Siemens installiert werden. Dies ist ebenfalls ein Rekord: es ist der größte Straßentransport in der Geschichte Thailands.

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Wiener Seestadt Aspern von oben

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Besserer Überblick: Aus der Luft Baustellen vermessen.

Mit einem neuen Aufnahmeverfahren liefert Siemens Corporate Technology (CT) Bilder für die Dokumentation des Baufortschritts der Seestadt in Aspern. Im Leuchtturm-Projekt „nachhaltige Städte“ arbeiten CT-Forscher an einem System, das Baustellen, Gebäude und Infrastrukturflächen automatisch aus der Luft photogrammetrisch erfasst und analysiert. Das optimiert Prozesse und spart somit Zeit und Geld. Bislang wurden Baustellen ebenerdig – etwa mit Laserscannern – vermessen, oder es wurde eine Webcam montiert. Für die künftige Bilddokumentation der Bauphasen unternahm das Forschungsteam einen ersten Testflug mit einer kleinen Drohne. Aus der Luft nahm die Kamera des Fluggeräts Teile der Süd-etappe Asperns sowie das im Bau befindliche Gebäude von allen Seiten auf. Die gesammelten Daten bilden die Grundlage für eine photogrammetrische, zeitabhängige Auswertung, mit der dreidimensionale Modelle erstellt werden können. Danach sollen diese mit Plan- und Logistikdaten verknüpft werden und dienen zudem als Referenzmodelle. Das System eignet sich nicht nur für den Außenbereich, sondern kann auch für Bestandsaufnahmen, Wartung und Instandhaltung innerhalb von Gebäuden 3D-Modelle liefern.

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Mondlandung der Teilchenphysik

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Experiment der Superlative: im Tunnelsystem des CERN

Die wohl größte Forschungsmaschine der Welt befindet sich am CERN in Genf. Dieses Forschungszentrum hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue Teilchen zu entdecken und zu untersuchen. Herzstück ist der 27 Kilometer lange Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC), der in einem Tunnelsystem 100 Meter unter der Erde liegt. Hier werden Protonen mit fast Lichtgeschwindigkeit zur Kollision gebracht. Am 4. Juli 2012 haben die Forscher damit ein neues Teilchen entdeckt, 133-mal schwerer als ein Proton, von dem sie glauben, dass es das seit 50 Jahren gesuchte Higgs-Boson sein könnte. Es könnte erklären, warum Elementarteilchen überhaupt eine Masse haben. In den Kollisionsereignissen dieses Higgs-Teilchen zu finden, war so schwierig, wie ein paar Sandkörner mit bestimmten Eigenschaften in einem Olympiaschwimmbecken voller Sand zu entdecken. Für ihre Experimente brauchen die Forscher starke Magnete, die mit suprafluidem Helium auf minus 271 Grad Celsius gekühlt werden. Um die Verteilung des Heliums mit Spezialventilen exakt steuern zu können, hat Siemens ein neuartiges Automatisierungssystem mit 1.800 Einzelreglern entwickelt – auch für den riesigen Atlasdetektor, der so groß ist wie ein Kirchenschiff.

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Stethoskop für Radsätze

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Ein Ohr am Gleis: Rail BAM hört feinste Veränderungen.

Um die Akzeptanz der öffentlichen Verkehrsmittel zu erhöhen und Städte vor dem Verkehrskollaps zu bewahren, müssen Züge zuverlässig einsatzbereit sein. Knackpunkt sind oft die Radsätze, da sie besonders anfällig für Defekte und Verschleiß sind. In Kooperation mit der australischen Firma Track IQ hat Siemens das Überwachungsgerät Rail BAM (Rail Bearing Acoustic Monitor) entwickelt, das Schäden an Radsatzlagern bereits früh erkennt oder besser gesagt: hört. Das System besteht aus Sensoren an den Schwellen und Signalverarbeitungselektronik, die in einem Gerätekasten am Schienenrand untergebracht ist. Die Sensoren erfassen die Schallwellen der vorbeifahrenden Züge und leiten sie weiter. Ein Prozessor vergleicht die Signale mit vorgegebenen Soll-Mustern und meldet sofort akustische Veränderungen, die auf Verschleiß oder einen Defekt hinweisen. Der betroffene Zug kann dann in die Werkstatt gebracht werden, und zwar bevor der reguläre Betrieb gestört wird. Das System ist bereits bei Southhampton in England im Einsatz.

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Wasserstoff tanken für die Mobilität von morgen

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Wasserstoff: dank PEM bald an der Zapfsäule

Siemens ist zum September 2012 dem größten Demonstrationsprojekt für Wasserstoffmobilität in Europa beigetreten: der Clean Energy Partnership. Im Rahmen des Projekts, an dem führende Industrieunternehmen teilnehmen, wird Siemens Wasserstofftankstellen mit einem Elektrolysesystem auf Basis der PEM-Technologie ausstatten. Dabei wird Wasser mit elektrischer Energie in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen ist der Elektrolyseur von Siemens wesentlich schneller. Er kann in Milli-Sekunden auf ein verändertes Stromangebot reagieren. Mit dem Wasserstoff sollen Brenn-stoffzellenfahrzeuge betankt werden. Das System liefert „grünen” Wasserstoff, der mindestens zur Hälfte aus erneuerbaren Quellen stammen wird. Siemens wird eine der 50 Tankstellen aus dem Programm der Bundesregierung mit dem PEM-Elektrolyseur ausstatten.

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