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SIEMENS

Research & Development
Technology Press and Innovation Communications

Dr. Ulrich Eberl
Herr Dr. Ulrich Eberl
  • Wittelsbacherplatz 2
  • 80333 Munich
  • Germany
Dr. Ulrich Eberl
Herr Florian Martini
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Großer Auftritt für Ingenieurinnen: Hervorragende Berufsaussichten und vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten sind Frauen,
die sich für ein technisches Studium entscheiden, so gut wie sicher.

"Die" Technik ist weiblich

Technologie-Unternehmen sind auf gut ausgebildeten weiblichen Nachwuchs angewiesen. Doch nach wie vor ist in vielen Ländern die Hemmschwelle junger Frauen groß, sich für einen Beruf im technischen oder naturwissenschaftlichen Bereich zu entscheiden. Dabei könnten die Perspektiven kaum besser sein.

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Zwischen Himmel und Erde - Anne Schannong Vinther, Dänemark

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„Dort oben habe ich das Gefühl echter Freiheit.“Für rund ein Drittel des Jahres tauscht die 28-Jährige Anne Schannong Vinther ihren Bürostuhl gegen einen Klettergurt in luftigen 70 Metern Höhe. Die Ingenieurin arbeitet im Bereich Qualitätssicherung für Rotorblätter großer Windenergieanlagen bei Siemens Wind Power im dänischen Aalborg. Das bedeutet, dass sie sich vom Turbinenhaus an den Rotorblättern abseilt und sie ganz genau inspiziert. „Das sieht sehr spektakulär aus. Aber wir planen jeden Einsatz so penibel, dass es gar nicht erst aufregend werden kann. Sicherheit hat absolute Priorität“, sagt Vinther. Die Ergebnisse ihrer Inspektion stellt sie dann ihren Kollegen von der Entwicklungsabteilung zur Verfügung. Rotorblätter müssen trotz der enormen Beanspruchung durch den Wind lange halten: Denn nicht selten drücken hier Luftmassen mit einem Gewicht von bis zu 100 Tonnen auf die Blätter. Seit ihrer Masterarbeit arbeitet Vinther für Siemens in Aalborg. Sie hat sich mittlerweile zu einer Expertin auf ihrem Spezialgebiet entwickelt. „Mir haben Mathe und Physik immer gut gefallen. Ich mag es, wenn ich greifbare Ergebnisse erzielen kann“, erzählt sie von ihrer Schulzeit. Ihr Studium Industrial Management Systems in Aalborg war anspruchsvoll, aber interessant. „Man lernt nicht nur viel über ein spezielles Fachgebiet, sondern auch, wie man sich neues Wissen erschließen kann. Das hilft mir in meinem Job, für den ich mich immer in die neuesten Entwicklungen einarbeiten muss.“ Bei dieser Arbeit ist es auch wichtig, dass das Team aus drei Männern und drei Frauen sich gut ergänzt. „Gerade bei den Kontrollen draußen ist es sehr wichtig, sich hundert Prozent auf den anderen verlassen zu können.“ Das Büro befindet sich direkt neben dem Werk, in dem die riesigen Rotorblätter aus einem Stück gefertigt werden. Der Austausch mit anderen Abteilungen funktioniert deshalb sehr gut. Obwohl die Fertigung immer stärker automatisiert wird, um die Kosten von Windkraft noch weiter zu senken, ist noch viel handwerkliches Geschick für die Herstellung der Rotorblätter nötig. Die Mitarbeiter sind stolz auf ihr Produkt – und für viele ist es mehr als nur ein Job. „Ich mag es für ein Unternehmen zu arbeiten, das im Bereich nachhaltiger Energien tätig ist. Die Zukunft sind natürliche Ressourcen wie die Windkraft. Wenn du einmal für ein grünes Unternehmen gearbeitet hast, willst du nirgends anders mehr hin!“

Stefan Schröder
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Expertin für Walzwerktechnologie - Gerlinde Djumlija, Österreich

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Für ihre Hartnäckigkeit ist sie gleichermaßen geschätzt und gefürchtet: Gerlinde Djumlija hat sich Anerkennung in der Welt der Stahlherstellung verschafft, wo sie heute globale Geschäftsstrategien entwickelt. An der Montanuniversität Leoben in der Steiermark (Österreich) saß sie in den 80er-Jahren als eine der wenigen Studentinnen neben Dutzenden technikbegeisterten Kommilitonen. Eine Frau als exotischer Sonderfall in einem sprichwörtlich stahlharten Alltag. „Der Studienplan für die Fachrichtung Metallurgie mit seinen verschiedenen naturwissenschaftlichen Themen hat mir sofort gut gefallen“, erinnert sich Djumlija. Nach sechs Jahren hatte sie ihr Diplom in der Hand und ein Jobangebot in der Tasche: „Kurz nach meiner letzten Prüfung rief man mich schon aus dem damaligen Voest-Alpine Industrieanlagenbau an und fragte, ob ich anfangen wolle.“ Djumlija setzte sich intensiv mit der Technik auseinander, sie forschte, berechnete die Auslegung von Anlagen und führte metallurgische Analysen durch: „So ein Walzwerk besteht aus hunderten Tonnen Stahl, hat tausende technische Schnittstellen und unzählige Menschen, die im Umfeld beschäftigt sind. Dies alles so zusammenzuführen, dass alles reibungslos wie in einem Uhrwerk läuft, das ist für mich auch heute noch ein technisches Wunderwerk.“ Mit jeder gewonnenen Erfahrung wuchsen die Aufgaben und die Verantwortung. „Jede neue Tätigkeit habe ich als Chance wahrgenommen, um mich weiterzuentwickeln. Oft sprang ich auch einfach ins kalte Wasser“, sagt sie. Ihr Einsatz hat sich gelohnt: Drei Jahre lang führte sie die Abteilung Business Excellence in einem Geschäftssegment bei Siemens Metals Technologies. Ihre Arbeit verschob sich dadurch in Richtung Strategie, Produktmanagement, Marketing. Seit rund zwei Monaten leitet Djumlija das globale Geschäft für Warm- und Kaltwalzen, und kümmert sich unter anderem um Vertrieb und Projektabwicklung. Ihr Tipp, um Familie und Berufsleben vereinbaren zu können: „Man muss seine Vorstellungen klar und deutlich artikulieren und mit einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein ausgestattet sein“, erklärt sie. „Meine Chefs unterstützen mich mit freier Arbeitszeiteinteilung: Bis zum frühen Nachmittag bin ich im Büro und verbringe danach Zeit mit meinen beiden Kindern. Abends nutze ich Telearbeit, erledige E-Mails und bereite Präsentationen und Geschäftstermine vor. Sind Termine am Nachmittag, dann haben mein Mann oder meine Mutter Kinderdienst“, berichtet Djumlija. Längere Dienstreisen werden zu Hause vorbereitet, mit einem klaren Plan pro Kind und Tag, denn „Organisation ist alles, aber ohne Oma wäre es unmöglich.“

Anita Bruckmüller
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Software-Entwicklung für Produkte - Anitha PC, Indien

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Fünf Jahre lang unterrichtete Anitha PC Grundlagen der Computertechnik an der Technischen Universität Visvesvaraya in Indien. Was ihr dort fehlte, war aber die Anwendungsnähe ihrer Arbeit. Als Siemens 2004 den Forschungsstandort in Bangalore eröffnete, bewarb sie sich sofort. „Ich gehörte zu den ersten Mitarbeitern der CT in Bangalore“, erinnert sich Anitha, deren ungewöhnlicher Nachname „PC“ eine Abkürzung für einen sehr langen Namen ist, der sich aus ihrem Geburtsort und dem Namen ihres Vaters zusammensetzt. Anitha hat 1998 ihren Bachelor an der Universität von Kuvempu in Elektrotechnik gemacht und ihr Masterstudium an der Universität von Manipal in Computerwissenschaft absolviert. Beide Hochschulen befinden sich im Bundesstaat Karnataka, wo auch Bangalore liegt – das indische „Silicon Valley“. „Während meines Studiums wurde mir die wachsende Bedeutung von Software in allen Lebensbereichen bewusst. Eingebettete Software ist jetzt überall in der Elektrotechnik, in Autos oder der Kommunikationstechnik zu finden“, erklärt die heute 36-Jährige. „Deswegen ist Siemens auch der ideale Arbeitgeber für mich.“ Was Anitha PC reizt, ist die Bandbreite von Produkten und Anlagen aus allen Siemens-Sektoren, für die sie die Software-Entwicklung leitete. Jetzt ist sie verantwortlich für eine Forschungsgruppe, die sich mit Anwenderanforderungen und Design beschäftigt. Anitha erfand eine Methode, um domänenspezifische Modellierungssprachen automatisch in eine Unified Modeling Language, also eine vereinheitlichte Modellierungssprache, zu übersetzen. Für dieses Verfahren reichte sie erfolgreich ein Patent ein. Als 2009 ein neues Team für Requirements Engineering gegründet wurde, übernahm Anitha darin eine Führungsposition. Da Siemens zunehmend „smarte” Produkte entwickelt, die speziell auf den indischen Markt zugeschnitten sind, ist es wichtig, bereits in einer frühen Planungsphase alle Anforderungen der Kunden präzise zu kennen – dies leistet das Requirements Engineering. Anitha PC stimmt die Arbeiten ihres Teams mit den Produktentwicklern in den Siemens-Sektoren ab. „Wir müssen uns sehr schnell in das neue Produkt hineindenken und mögliche Entwicklungsprobleme erkennen, bevor sie entstehen“, erklärt sie. Sie schätzt die Herausforderungen sehr, die sie jeden Tag in der Software-Entwicklung meistern muss. „Alles andere wäre mir zu langweilig“, sagt sie. Trotz ihrer Liebe für Herausforderungen weiß Anitha aber auch Konstanten zu schätzen. Vor allem eine: ihren Mann und ihre kleine Tochter.

Katrin Nikolaus
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Hightech-Basteln für Erwachsene - Dr. Anja Stieglitz, Deutschland

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Wissen, wie die Welt funktioniert. Das wollte Dr. Anja Stieglitz schon immer. Bereits als kleines Kind interessierte sie sich für Technik und spielte lieber mit Autos als mit Puppen. Zielstrebig verfolgte die junge Frau ihren Weg. Nach dem Realschulabschluss machte sie ihr Abitur und bekam ein Stipendium von Siemens für den Bachelor-Studiengang Maschinenbau an der Hochschule Niederrhein in Krefeld. Sie absolvierte verschiedene von Siemens angebotene Fortbildungsseminare im Bereich Konstruktion, aber auch Lehrgänge, etwa zu Kommunikationsthemen. In den vorlesungsfreien Zeiten arbeitete sie in der Zugfertigung, wo sie das Unternehmen und die Aufgaben eines Ingenieurs kennen lernte. Im Anschluss absolvierte sie ihren Master und arbeitete gleichzeitig als Werkstudentin in der Fertigungstechnologie. Noch bevor sie nach der Promotion offiziell den Titel „Dr.-Ing.“ tragen durfte, war ihr ein fester Arbeitsvertrag sicher. Heute arbeitet die 28-Jährige bei Siemens in Krefeld in der Entwicklungsabteilung für Schienenfahrzeuge. Dabei geht es beispielsweise um das Fügen von Materialien. „Es wird geschraubt, geklebt und geschweißt, um die verschiedenen Teile der Züge zu verbinden”, erklärt Stieglitz. Im Studium war Stieglitz ziemlich allein unter Männern – nicht so bei Siemens. „Unter den Siemens-Stipendiaten betrug die Frauenquote 20 Prozent, allerdings waren wir insgesamt nur 15 Stipendiaten. Im Master kamen wir sogar auf einen Frauenanteil von 50 Prozent. Was aber bei vier Studenten nicht allzu schwer ist“, scherzt sie. In ihrer Abteilung seien Frauen zwar in der Minderheit, dafür besetzen jedoch einige von ihnen Führungspositionen. An ihrem Job schätzt sie besonders die Vielseitigkeit: Sie plant, untersucht, dokumentiert, diskutiert. Sie reist durch Deutschland und begutachtet Produkte in Fertigungsstätten. Und sie entscheidet mit, welche Materialien letztlich genutzt werden, und wie man sie richtig konstruiert. „Hightech-Basteln für Erwachsene“, könnte man sagen. Mehr Mädchen für Technik zu begeistern, ist laut Stieglitz gar nicht so schwer. Man müsse sie nur von klein auf darauf aufmerksam machen, dass die Welt nicht nur aus Puppenhäusern und Zöpfe flechten besteht. „Natürlich dürfen sie weiterhin Mädchen bleiben, aber Eltern sollten ihren Töchtern auch mal Spielzeuge wie Autos, Züge oder Bausteine in die Hand geben“, sagt Stieglitz. Ihr Rat für angehende Ingenieurinnen: „Lasst euch bloß nicht abschrecken oder entmutigen, nur weil ihr in der Minderheit seid! Frauen sind genauso fähig wie Männer, ein solches Studium erfolgreich zu absolvieren“. Anja Stieglitz ist dafür der lebende Beweis.

Ines Giovannini
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Ihr Weg zur Arbeit führt Dr. Lee Ng mitten durch das Silicon Valley. Große Unternehmen und große Ideen haben hier ihren Ursprung oder zumindest eine Heimat gefunden: Google, Adobe, Apple, Facebook, um nur ein paar zu nennen. Inmitten dieses Start-up-Paradieses ar-beitet Lee für die globale Forschung, Corporate Technology (CT), von Siemens, genauer: das Technology-to-Business Center (TTB) in Berkeley. Hier hält sie nach Ideen und Innovationen Ausschau, die für die Geschäftsaktivitäten des Unternehmens interessant werden könnten. In der Regel geht Lee direkt auf die Gründer von Start-ups zu und bietet Unterstützung an. Sie versteht es jedoch auch, ihnen auf den Zahn zu fühlen: „Ich bin gut darin, die richtigen Fragen zu stellen, und weiß genau, was es bedeutet, etwas Neues entstehen zu lassen.“

Das liegt auch an Lees Werdegang. In ihrer Heimat Singapur besuchte die heute 49-Jährige zunächst eine Mädchenschule und entschied sich mit 16 Jahren gegen das Junior College und für das Polytechnikum. „Im zweiten Ausbildungsjahr war ich plötzlich die einzige Frau im gesamten Jahrgang – die anderen hatten aufgegeben. Spätestens da war klar, dass ich ein für Frauen eher ungewöhnliches Interesse hatte.“ Mit 20 wagte Lee den Sprung in die USA, um an der University of Texas in Austin Maschinenbau zu studieren. Es folgte eine Promotion am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT), für die Lee kurzerhand ihr Hauptfach von Maschinenbau zu Materialforschung wechselte. „Der Stoff war für mich völlig neu. Was andere bereits im Grundstudium gelernt hatten, musste ich mühsam nachholen. Aber ich bin sehr konkurrenzorientiert und wollte auf keinen Fall, dass ich irgendetwas nicht weiß.“

Nach drei Jahren Karriere bekam Lee ihr erstes Kind und kündigte ihre damalige Stelle bei einer Beratungsfirma. Nach nur acht Monaten Auszeit erlag sie, nach einer kurzen Zeit als Freiberuflerin, dem Reiz des Silicon Valley und fing bei einem IT-Unternehmen an. In den nächsten fünf Jahren folgten zwei weitere Kinder und Lee geriet trotz Pausen, Teilzeit und viel Verständnis von ihren Führungskräften an ihre Grenzen. „Wenn man nur Halbzeit arbeitet, bleiben ja all die Routine-Verpflichtungen im Büro liegen. Außerdem hat man weniger Zeit für seine eigentliche Arbeit“, erklärt Lee. Für etwas Entlastung konnte ihr Ehemann sorgen: Nach dem dritten Kind wurde er Freiberufler, da er im IT-Bereich als Freelancer auch am Wochenende und abends Aufträge erledigen konnte – und sich ansonsten um den Haushalt und die Kinder kümmern konnte. Die sind mittlerweile 19, 17 und 15 Jahre alt. Die Älteste besucht das College, ihre beiden Söhne sind noch in der Schule. „Heute kommt es für uns vor allem darauf an, für sie erreichbar zu sein und ein offenes Ohr zu haben“, sagt Lee.

Neben ihrer Tätigkeit als „Technologie-Scout“ bei Siemens gibt Lee nun ihre unternehmerischen Fähigkeiten in sogenannten Business Bootcamps weiter. Hier geht es darum, Frauen ein besseres Verständnis für unternehmerische Fragestellungen zu vermitteln. „Ich sehe vor allem zwei Ansatzpunkte. Einerseits haben Frauen oft Angst, von ihrem Job zu sehr eingenommen zu werden und dadurch die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren, je weiter sie die Karriereleiter hinaufsteigen. Andererseits fehlt ihnen manchmal die notwendige Erfahrung, um souverän unternehmerische Entscheidungen treffen zu können.“ Das globale Diversity Office von Siemens hat die neuen Seminare in Zusammenarbeit mit GLOW@CT (Global Leadership Organization of Women), dem internen Frauennetzwerk in der Corporate Technology, veranstaltet. Der große Zuspruch überraschte selbst die Organisatoren. Mittlerweile plant das Chief Diversity Office schon ein weiteres Bootcamp Anfang September in Brasilien. Weitere sollen 2013 an verschiedenen Orten auf der Welt stattfinden.

Dies ist nur eine von vielen Initiativen, mit denen sich Siemens im Rahmen verschiedener Projekte und Programme für Frauen in sogenannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) engagiert. Das Entscheidende dabei ist, früh in der Ausbildungs-Biografie anzusetzen. Denn junge Frauen bringen zwar beste Voraussetzungen für eine Ausbildung im MINT-Bereich mit, streben aber nur selten eine Karriere in technischen Berufen an. So ist in Deutschland nur jeder fünfte Studienabsolvent der Ingenieurswissenschaften weiblich und nur jeder zehnte Ingenieur ist eine Ingenieurin. „Wir brauchen und wollen das Potenzial von Frauen auf allen Ebenen des Unternehmens. Insbesondere Frauen mit technischem und naturwissenschaftlichem Studienabschluss haben bei Siemens beste Chan- cen: zukunftsweisende Technologien, spannende Einsatzfelder in aller Welt und eine Vielzahl von Entwicklungsmöglichkeiten vom ersten Arbeitstag an“, betont Personalvorstand Brigitte Ederer.

Erfolgreiches Mentoring-Programm. Bei Siemens liegt der Frauenanteil an den Ingenieurs-Berufen bei weltweit knapp 14 Prozent. In Deutschland sind es nur 8,5 Prozent. Um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken, hat Siemens vor zehn Jahren das Mentoring-Programm YOLANTE (Young Ladies Network of Technology) ins Leben gerufen, das junge Frauen für ein technisch-naturwissenschaftliches Studium begeistern und fördern will. Seit der Gründung im Jahr 2002 steigen die Mitgliederzahlen stetig – auf aktuell 350 – und hundert Neuaufnahmen jährlich sprechen für den Erfolg der Initiative. Neben individueller Betreuung bietet das Programm auch Unterstützung bei der Suche nach Praktika im In- und Ausland, Werkstudententätigkeiten, Weiterbildungsmaßnahmen sowie ein breites Netzwerk aktiver und ehemaliger Teilnehmer im Unternehmen. Auf diese Weise lernen die Studentinnen Siemens frühzeitig kennen und können sich ein eigenes Bild von der Firmenkultur und dem möglichen Arbeitsumfeld machen.

Damit die Potenziale junger Frauen nicht unentdeckt bleiben, hat Siemens mit dem Mercedes Benz Werk Berlin der Daimler AG und der Deutschen Telekom das Projekt VITAMINT ins Leben gerufen. Es wird im Rahmen der Bundesinitiative „Gleichstellung der Frauen in der Wirtschaft“ gefördert und bietet Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte an, um das Berufswahlspektrum junger Frauen zu erweitern. Zudem informieren Unternehmen und Auszubildende praxisnah über Ausbildungen und duale Studiengänge im technischen Bereich und bieten Unterstützung beim Einstieg in diese Berufe. Besonders attraktiv ist dabei das duale Ausbildungssystem mit seiner Kombination aus Theorie und Praxis. Es stößt auch weit über Deutschland hinaus auf zunehmendes Interesse. So nannte US-Präsident Barack Obama im Januar 2012 in seiner Rede zur Lage der Nation Siemens als Vorbild für seine Ausbildungsoffensive. Dabei bezog er sich auf ein Pilotprojekt von Siemens am Standort Charlotte, in dem junge Menschen eine Ausbildung nach deutschem Vorbild durchlaufen. Auch in Brasilien, Russland und dem Nahen Osten betreibt Siemens Projekte mit lokalen Bildungspartnern, um „Werkbank und Klassenzimmer“ zu kombinieren.

Begeisterung für technische Berufe wecken will auch der jährlich stattfindende Girl‘s Day. Außerdem setzt Siemens in vielen Regionen der Welt sein Konzept der Partnerschulen um. So gibt es neben Deutschland unter anderem in Brasilien, den Niederlanden, Großbritannien, Griechenland, Österreich und Dänemark Partnerschaften mit örtlichen Schulen, um weltweit den Nachwuchs in Naturwissenschaft und Technik zu fördern. In den USA veranstalten Siemens-Mitarbeiter regelmäßig einen Siemens Science Day an Schulen, um den Spaß an Mathematik und Naturwissenschaften zu wecken. Auch in China, Thailand, Chile, auf den Philippinen oder in der Türkei unterstützt Siemens Schulen und fördert damit potenzielle Mitarbeiter und die Gestalter der Welt von morgen.

Maximilian Heinrich / Christine Auer