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Oase für Spitzenmedizin: Die Wüstenstadt Al-Ain bietet mit neuen Diagnosetechniken eine Gesundheitsversorgung auf Weltklasseniveau –
in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist sie Vorreiter.

Oase für Spitzenmedizin: Die Wüstenstadt Al-Ain bietet mit neuen Diagnosetechniken eine Gesundheitsversorgung auf Weltklasseniveau –
in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist sie Vorreiter.

Spitzenmedizin in der Stadt-Oase

Lebensqualität in Städten bedeutet auch eine erstklassige medizinische Versorgung – ein Beispiel ist das Tawam Molecular Imaging Center in Al-Ain in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Siemens-Technologie hilft hier sowohl bei der Vorbeugung wie auch der Behandlung von Krankheiten.

Image Oase für Spitzenmedizin: Die Wüstenstadt Al-Ain bietet mit neuen Diagnosetechniken eine Gesundheitsversorgung auf Weltklasseniveau – in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist sie Vorreiter.

Wer Modelle für die Stadt der Zukunft sucht, der wird in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) fündig. Und das gleich mehrmals: Da ist Masdar City, eine extrem energieeffiziente Stadt, die derzeit neben dem internationalen Flughafen von Abu Dhabi entsteht und unter anderem auf Siemens-Technologien baut. Da ist Dubai, die glitzernde Wüstenmetropole, die in den vergangenen 20 Jahren dem ehrgeizigen Ziel zustrebte, eine der wichtigsten Drehscheiben für den Tourismus sowie die Dienstleistungs- und Finanzindustrie zu werden. Und da ist Al-Ain, eine Stadt von 370.000 Einwohnern.

Der Kontrast zu Dubai und Abu Dhabi könnte kaum größer sein. Statt Hochhäuser gibt es hier maximal siebenstöckige Bauwerke; manch einer nennt Al-Ain eine Stadt-Oase, vor allem wegen ihrer Gärten, daher auch ihr zweiter Name, „Gartenstadt“. Während in Masdar die Zukunft eben erst beginnt, und Dubai nach dem wirtschaftlichen Einbruch in den vergangenen Jahren die eigene neu erfindet, kann Al-Ain bereits seit rund 4.000 Jahren als urbanes Erfolgsmodell gelten – so lange ist dieser Ort an der Grenze zum Oman ununterbrochen bewohnt. Das reichlich verfügbare Wasser machte diesen Flecken Wüste attraktiv und brachte durch Kamelzucht und Gartenbau Wohlstand. Doch auch Al-Ain erfindet sich – wie die ganze Region – derzeit neu. Die Emirate bemühen sich, ihr Wirtschaftsmodell vor allem auf zukunftsträchtige Wachstumsindustrien zu fokussieren, um die Abhängigkeit von den Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung zu verringern (Pictures of the Future, Frühjahr 2011, "Weniger Öl mehr Talente").

Diagnose und Design. Al-Ain macht sich nun als ein Zentrum für medizinische Versorgung auf Weltklasseniveau einen Namen. Insbesondere das Tawam Molecular Imaging Center (TMIC) trägt zu diesem guten Ruf bei. Die verwendeten bildgebenden Verfahren setzen auf den Siemens Biograph mCT, eine Hybridlösung, welche die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Computertomographie (CT) kombiniert. Dies bringt Vorteile, etwa im Hinblick auf die Früherkennung und die Behandlung von Krebserkrankungen, Herz- Kreislauferkrankungen und neu rologischen Leiden, da die Präzision von Diagnosen erheblich verbessert werden kann. Patienten kann so zu einer optimalen Behandlung verholfen werden. Siemens installierte zudem den Partikelbeschleuniger Cyclotron Eclipse HP, sodass radioaktive Biomarker, die für den PET-Scan benötigt werden, direkt vor Ort hergestellt werden können. Bashar Al Ramahi, Senior Manager für Business Development bei Mubadala Health - care und derzeit Geschäftsführer des TMIC, erklärt: „Indem wir PET- und CT-Technologie kombinieren, nutzen wir die Vorzüge beider Verfahren gleichzeitig. Wir sehen jetzt mehr – und was wir sehen, sehen wir schärfer. Bei bestimmten Metastasen kann das Leben retten.“

Seit Einweihung Ende 2010 betreibt Johns Hopkins Medicine International das Diagnosezentrum, welches von Siemens geplant und ausgestattet wurde. Eigner ist Mubadala Healthcare, eine Geschäftseinheit der staatlichen Investmentgesellschaft Mubadala. Diese sieht im TMIC eines seiner wichtigsten Projekte, um vor Ort Gesundheitsversorgung auf Weltklasseniveau zu etablieren. Inzwischen kommen Ärzte und Studenten aus allen Teilen des Landes angereist, um in Al-Ain die Diagnosetechniken kennenzulernen.

Ein Teil der Attraktion des Zentrums dürfte auch mit dem angenehmen Ambiente zu tun haben: Der Eingang des TMIC erinnert an die Luxushotels, die sich in Abu Dhabi und Dubai aneinander reihen. Filigrane Holzpanelen verkleiden die Glasfassaden, lassen nur einen Teil des Lichts ins Innere dringen. Mobiles hängen von der hohen Decke der Lobby. Die Patienten sollen den Diagnoseprozess als so angenehm wie möglich erleben. So haben sie beispielsweise jeweils Einzelzimmer mit Gartenblick.

Trotz neuer Einrichtungen wie dem TMIC bleibt der Ausbau des Gesundheitssystems in den VAE eine große Herausforderung. Studien zeigen, dass die zunehmende Verstädterung und der wachsende Wohlstand etliche Probleme verursachen. So trägt der urbane Lebensstil – viele Autofahrten, wenig Bewegung – dazu bei, dass die VAE neben einem hohen Vorkommen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithöchste Diabetesrate der Welt vermelden. Ein Fünftel der Bevölkerung lebt mit der Diagnose, ein weiteres Fünftel gehört zur Hochrisikogruppe.

Besser als eine chronische Krankheit zu diagnostizieren und aufwändig zu behandeln, ist effektive Prävention durch zum Beispiel Sport und eine gesunde Ernährungsweise. Doch auch die Architektur einer Stadt kann dazu beitragen. So nimmt sich etwa Masdar City ein Beispiel an traditionellen arabischen Innenstädten: In schmalen Gassen zirkuliert ein frischer Wind und die Häusermauern spenden Schatten. Ein Spaziergang wird damit – anders als in den fußgängerfeindlichen Städten Dubai und Abu Dhabi – wieder attraktiv; wie schon seit Jahrtausenden in den Gärten von Al-Ain, wo auch heute Besucher unter den Schatten spendenden Palmen flanieren.

Andreas Kleinschmidt