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Dr. Ulrich Eberl
Herr Dr. Ulrich Eberl
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Vernetztes Heim: Bei SmartSenior muss das Zusammenspiel aller Komponenten stimmen, von den Übertragungseinheiten...

...über Blutdruckmesser und Med-I-Box...

bis zu Webpad...

... und Smartphone.

Gesundheitscheck: Mit Lösungen wie dem EKG-Shirt können Senioren ihre Vitaldaten messen
und über die SmartSenior-Plattform direkt an ihren Arzt schicken.

Gesundheitscheck: Mit Lösungen wie dem EKG-Shirt können Senioren ihre Vitaldaten messen
und über die SmartSenior-Plattform direkt an ihren Arzt schicken.

Gesundheitscheck: Mit Lösungen wie dem EKG-Shirt können Senioren ihre Vitaldaten messen
und über die SmartSenior-Plattform direkt an ihren Arzt schicken.

Gut versorgt: Stellt der Arzt Anomalien fest, kann er dank Telemedizin sofort handeln.
So kann er via Audio-Video-Verbindung direkt mit dem Patienten kommunizieren.

Gut versorgt: Stellt der Arzt Anomalien fest, kann er dank Telemedizin sofort handeln.
So kann er via Audio-Video-Verbindung direkt mit dem Patienten kommunizieren.

Gut versorgt: Stellt der Arzt Anomalien fest, kann er dank Telemedizin sofort handeln.
So kann er via Audio-Video-Verbindung direkt mit dem Patienten kommunizieren.

Smarte Lösungen für die Senioren von morgen

Gut vernetzt, aktiv und mobil – so könnten Senioren leben, wenn die Ideen des Projekts SmartSenior Wirklichkeit werden. Über das Internet sollen die Nutzer mit Ärzten, Dienstleistern und Angehörigen in Kontakt bleiben und so länger selbstständig leben können. 2012 startet ein Feldtest in Potsdam.

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Image Vernetztes Heim: Bei SmartSenior muss das Zusammenspiel aller Komponenten stimmen, von den Übertragungseinheiten über Blutdruckmesser und Med-I-Box bis zu Webpad und Smartphone.
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Image Gesundheitscheck: Mit Lösungen wie dem EKG-Shirt können Senioren ihre Vitaldaten messen und über die SmartSenior-Plattform direkt an ihren Arzt schicken.
Telemedizin könnte nicht nur für Senioren in Städten, sondern auch für Regionen mit Ärztemangel ein Ausweg sein.
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Image Gut versorgt: Stellt der Arzt Anomalien fest, kann er dank Telemedizin sofort handeln. So kann er via Audio-Video-Verbindung direkt mit dem Patienten kommunizieren.

Kurz nach dem Aufstehen schaltet Helga Hohmann den Fernseher ein. Auf dem Bildschirm erscheint ihr Benutzername; über die Fernbedienung gibt die 72-Jährige ihr Passwort ein. Sofort erscheinen großflächige Icons: „Kommunikation“, „Gesundheit“, „Assistenz“, „zu Hause“ oder „Kalender“. Helga Hohmann wählt den Kalender, um zu sehen, was sie sich für diesen Tag vorgenommen hat. Um elf Uhr hat sie eine Visite bei ihrem Arzt, um 15 Uhr Rehabilitationstraining, und für 18 Uhr ist sie mit Freunden verabredet. Doch heute wird sie sich nicht aus ihrer gemütlichen Wohnung bewegen: All das wird virtuell passieren – über das Serviceportal ihres Fernsehers mit Audio-Video-Kommunikation.

So könnte ein Leben im Tag eines Seniors in Zukunft aussehen: Mit altersgerechten Assistenzsystemen für ein gesundes und unabhängiges Leben – neudeutsch „Ambient Assisted Living (AAL)“ – sollen Senioren länger selbstständig, gesund, sicher und mobil leben. Dass etwas geschehen muss, ist angesichts des demographischen Wandels klar. In Deutschland wird schon 2035 jeder Dritte über 60 Jahre alt sein. Im Forschungsprojekt SmartSenior arbeiten 28 Partnerfirmen und -organisationen aus Forschung und Industrie unter Leitung der Deutschen Telekom Laboratories (T-Labs) zusammen, unter anderem Siemens, BMW, Alcatel-Lucent, die Charité Universitätsmedizin Berlin, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, die Technische Universität (TU) Berlin und die GEWOBA Wohnungsverwaltungsgesellschaft in Potsdam. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit 24 Millionen Euro; weitere 17 Millionen kommen aus der Industrie, davon fünf Millionen von Siemens.

Projektstart war 2009: In neun Teilprojekten werden Innovationen entwickelt, die Informations- und Kommunikationstechnologien so wie Dienstleistungen integrieren, unter anderem Notfallassistenz, Sicherheitslösungen für den Haushalt, Systeme zur sozialen Vernetzung und eine telemedizinische Servicezentrale. Die Herausforderung liegt vor allem in der Standardisierung und Integration verschiedener Systeme, vom Fernseher über Smartphone und Hausgeräte bis zum Auto. „In dieser Größenordnung und mit dem Anspruch, so viele Dienste in einer Plattform zu integrieren, ist SmartSenior europaweit führend“, sagt Michael Balasch, Research & Innovation Director bei den T-Labs und Gesamtkoordinator des Smart- Senior-Konsortiums.

Senioren im Feldversuch. Im Frühjahr 2012 startet der dreimonatige Feldtest, der zeigen soll, ob die Technik zusammenpasst und wie die Nutzer sie annehmen: 35 bestehende Wohnungen in Potsdam werden mit einer schnellen Internetverbindung, dem AAL Home Gateway als Datendrehkreuz und Raumsensoren ausgerüstet. Die Bewohner sind 50 Jahre und älter. In der Potsdamer Musterwohnung steht vor der Sitzecke im Wohnzimmer ein Flachbildschirm, der das SmartSenior-Interface zeigt. Dazu kommt die Set-Top-Box für die hochauflösende Audio-Video-Kommunikation über den Fernseher, mit Kamera und Freisprecheinrichtung. Am Fensterrahmen messen Sensoren, ob die Fenster geöffnet sind. Die handtellergroßen Raumsensoren unter der Decke wiederum sammeln Informationen über Temperatur, Licht und eventuellen Gasaustritt. Die meisten funktionieren autark und übertragen ihre Daten ans Gateway.

„Innerhalb einer Woche erlernt das System anhand der Sensordaten den regulären Tagesablauf des Bewohners“, erklärt Karsten Raddatz von der TU Berlin. Hat der Senior das Haus verlassen und dabei ein Fenster, das normalerweise geschlossen ist, offen gelassen, bekommt er eine Meldung auf sein Smartphone. Wertvoll sind auch Bewegungsdaten. Ein Beispiel: Der Bewohner geht nachts wie immer zwischen zwei und drei Uhr zur Toilette, kommt aber nicht nach zehn Minuten wie sonst zurück ins Schlafzimmer. Das System stellt eine Anomalie fest und sendet ein Signal an ein Assistenzzentrum. Das wiederum versucht dann, den Senior telefonisch zu erreichen. Scheitert dies, würde die Rettungsleitstelle alarmiert.

Die Möglichkeit zur individuellen Einstellung und die Modularität der Lösungen ist wichtig, betont Balasch, denn: „Es gibt nicht den Senior.“ Manche ältere Menschen sind mobil und können die Plattform beispielsweise nutzen, um etwa mit Familie und Freunden Kontakt zu halten und sich mit Komfort-Dienstleistungen das Leben zu erleichtern. Andere sind sturz- oder schlaganfallgefährdet. Im Feldtest soll auch ein interaktiver Trainer zur Sturzprävention erprobt werden. Später könnte es sogar möglich sein, dass sich in einem Notfall der Pflege- oder Rettungsdienst über die Videofunktion bereits vor Eintreffen ein Bild über die Situation macht – falls der Nutzer diese Funktion vorab freigegeben hat. Und Siemens entwickelt derzeit eine Armbanduhr, die die Bewegungen und bestimmte Vitaldaten des Trägers misst und per Funkchip an das AAL Home Gateway überträgt.

Flexible Nutzung. „Wir haben verschiedene Szenarien entworfen, die medizinische, benutzerrelevante und individuelle Ziele zusammenführen“, sagt Stefan Göllner von der TU Berlin und dem Quality and Usability Lab der T-Labs. Als Benutzergruppen gelten Senioren als Hauptnutzer und deren Familien, Ärzte, Sanitäter, Physiotherapeuten und andere Dienstleister als Mit- und Nebennutzer. Diese potenziellen Nutzer sollen über das SmartSenior-Serviceportal vernetzt werden und auf stationären oder mobilen Geräten zu erreichen sein – sowohl im Notfall wie zur regelmäßigen Visite oder einem interaktiven Training, etwa während der Rehabilitation nach einem Sturz oder einem Schlaganfall. Auch Ängste der Nutzer spielen in den Szenarien eine Rolle: Eine Hemmschwelle könnte die Sorge sein, neue Technik bedienen zu müssen, sowie die Angst, überwacht zu werden.

Um diesem Gefühl entgegenzusteuern, sind die Geräte so konzipiert, dass sie sich in die normale Umgebung einfügen: Kein Bewohner und kein Besucher wird auf den ersten Blick wahrnehmen, dass eine Wohnung mit technischen Assistenzsystemen ausgestattet ist. Die Set-Top-Box als nicht-medizinische Kommunikationskomponente ist wie ein Videorekorder dem Fernseher zugeordnet; die Sensoren an Fensterrahmen und Decke ähneln in Größe und Aussehen Alarmanlagen und Rauchmeldern; das AAL Home Gateway und die medizinische Kommunikationsbox Med-I-Box können an beliebigen Orten aufgestellt werden. Beim Feldtest werden den Teilnehmern allerdings keine echten medizinischen Dienstleistungen angeboten – aus rechtlichen Gründen. Auch Notfälle werden nur simuliert, um zu erproben, wie die Assistenzsysteme und die Abläufe zwischen den Nutzern funktionieren.

Helga Hohmann ist eine der fiktiven Personen, die für ein SmartSenior-Szenario erstellt wurden. Danach hatte sie mehrere Hüftoperationen; zum Arzt fährt sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln, aber sie möchte ihre Ärzte lieber mit weniger Aufwand konsultieren. So könnte sie etwa kurz vor elf Uhr über das Icon „Gesundheit“ der SmartSenior-Plattform ihre persönliche Patientenakte aufrufen und die Vital - daten sehen, die die Sensoren über das Armband, das Pulsoxymeter und externe Geräte gesendet haben: Puls, Körpertemperatur, Blutdruck, Herz- und Atmungsfrequenz. Dann könnte sie mit der Fernbedienung zum Menüpunkt „Televisite mit Audio-Video-Verbindung” schalten. Nach kurzem Warten würde sie eine Pflegeassistentin des Telemedizinzentrums begrüßen und sie dann zum Arzt durchschalten. „Wichtig ist, dass die Nutzer Interaktionselemente wiedererkennen und intuitiv bedienen können, sowohl auf dem Fernseher als auch auf mobilen Endgeräten wie dem Smartphone“, sagt Stefan Göllner.

„Eine telemedizinische Visite läuft ab wie ein normaler Besuch beim Arzt oder wie ein Hausbesuch“, erklärt Dr. Martin Schultz, Leiter des Telemedizincentrums der Charité (TMCC) in Berlin-Mitte. So könnte eine Pflegeassistentin als Empfangsdame agieren, sie würde sich nach dem Befinden erkundigen und die elektronische Krankenakte vorbereiten. Der Arzt fragt dann beispielsweise nach Beschwerden, Symptomen und der Medikamenteneinnahme. Die bisherigen Befunde sind auf dem SmartSenior-Portal sichtbar: „Die Daten werden für den Arzt und für den Patienten unterschiedlich aufbereitet“, sagt Schultz. In der elektronischen Patientenakte sind alle Daten zu sehen, etwa EKG, Blutdruck, Medikamenteneinnahme: „Die Angaben werden durch ein automatisches Diagnosesystem überprüft. Gegebenenfalls werden weitere Ärzte hinzugezogen sowie medizinische Datenbanken, die zum Beispiel Wechselwirkungen verschiedener Medikamente prüfen.“

Effektiver Service. Das TMCC entwickelt die telemedizinische Servicezentrale, die wie eine Telefonzentrale funktioniert: Die Anrufe werden priorisiert und weitergeschaltet. Verschiedene Service-Level haben eigene Kompetenzbereiche. Pflegekräfte, Krankenschwestern und Rettungsassistenten arbeiten auf dem ersten Level. „Sie sind medizinische Agenten und müssen kommunikativ entsprechend ausgebildet sein“, sagt Schultz. Auf dem zweiten Level agieren Ärzte, die hochverfügbar sind und schnell reagieren können, sowie Fachärzte, die hochkompetent sind, aber nicht jederzeit verfügbar. Telemediziner arbeiten am Bildschirm mit einem hochauflösenden Audio-Video-System. Mar tin Schultz: „Natürlich gewinnt ein Arzt bei der physischen Begegnung mit dem Patienten nonverbale Informationen, etwa durch die manuelle Untersuchung oder den Geruch. Einen Teil dieser Aufgaben kann bei der Telemedizin auch eine Hilfsperson übernehmen, zum Beispiel ein Angehöriger, eine Krankenschwester, ein Physiotherapeut.“ Telemedizin könnte nicht nur für Senioren in Städten, sondern auch für ländliche Regionen mit Ärztemangel ein Ausweg sein. In einem Notfall kann der Arzt über Telemedizin Anleitung zur Eigenhilfe geben, bis professionelle Helfer eintreffen.

Die medizinische Datenerfassung, etwa über Sensoren, die Sauerstoffsättigung, Bewegung, Herz- und Atemfrequenz aufzeichnen und übertragen, hat auch noch weitere Vorteile. So kann sie auch helfen, Autounfälle zu verhindern. BMW entwickelt im Rahmen des Smart- Senior-Projekts einen Nothalteassistenten. Im Szenario verliert ein Autofahrer das Bewusstsein, etwa durch einen Herzinfarkt.

Der Nothalteassistent übernimmt dann automatisch die Kontrolle, schaltet die Warnblinkanlage ein und lenkt das Auto auf der Autobahn sicher auf den Standstreifen. Sensortechniken wie Radar, Laserscanner und Kameras erfassen dabei die Positionen anderer Verkehrsteilnehmer. Gleichzeitig wird ein Notruf mit den medizinischen Daten und dem präzisen Standort des Autos an die Rettungszentrale abgesetzt.

Facettenreiche Zielgruppe. „Die Zielgruppe für SmartSenior sind alle älteren Menschen“, sagt Mehmet Gövercin, stellvertretender Leiter der Forschungsgruppe Geriatrie der Charité. Gerade diese Zielgruppe benötigt nach seinen Worten intelligente, innovative Lösungen, denn: „Je älter, desto individueller. Es gibt 55-Jährige, die einen Schlaganfall haben, und 80- Jährige, die Marathon laufen.“ An der Schnittstelle von Forschung und Praxis beschäftigt sich die Forschungsgruppe mit Prävention und Rehabilitation von Sturz- und Schlaganfallpatienten – mehr als ein Million Menschen leben in Deutschland mit den Folgen eines Schlaganfalls. Weitere Themen bearbeiten andere SmartSenior-Projektpartner, so ist etwa Vivantes für Dialyse zuständig; um Schmerztherapie kümmern sich das Schmerzzentrum Berlin und das Klinikum Südstadt Rostock.

Ein weiteres wichtiges Thema: Stürze. Jeder Dritte der über 65-Jährigen stürzt mindestens einmal pro Jahr, bei den über 80-Jährigen sind es mehr als 80 Prozent. Die geschätzten Kosten für Stürze und Sturzfolgen in Deutschland liegen bei einer halben Milliarde Euro pro Jahr, so die Forschungsgruppe Geriatrie. Problematisch ist oft der Übergang aus der Rehabilitation nach Hause: Motivation und Regelmäßigkeit des Trainings schwinden. „Menschen müssen lange und intensiv trainieren“, sagt Gövercin, „mit einem interaktiven Trainingssystem kann die Therapie zu Hause weitergeführt werden – unterstützt durch den Therapeuten.“ Der interaktive Trainer wird auch im Feldtest erprobt. Aus seinem Klinik-Alltag weiß Gövercin, dass Senioren von Computer- und Kommunikationstechnik begeistert sind, wenn der Nutzen klar und verständlich ist: „Ältere sind keinesfalls technophob.“

Ziel ist immer die Erhöhung der Lebensqualität der Senioren und der Erhalt ihrer Eigenständigkeit. Auch eine Senkung der Kosten für Krankenhausaufenthalte und damit die Entlastung der Krankenkassen wird angestrebt. Wie gut solche Ziele prinzipiell erreichbar sind, soll das SmartSenior-Projekt zumindest zum Teil beantworten. Gesamtkoordinator Balasch ist zuversichtlich, dass in dem dreimonatigen Feldtest umfassende Erkenntnisse über das Zusammenspiel der Komponenten und die Akzeptanz durch die Senioren gewonnen werden. Doch wenn das Forschungsprojekt im September 2012 beendet sein wird, warten noch viele Herausforderungen auf die Partner. So müssen die erarbeiteten Lösungen in marktrelevante Produkte umgesetzt werden. Dabei sind noch rechtliche Rahmenbedingungen ungeklärt, sowohl beim Nothalteassistenten im Auto als auch an der Schnittstelle medizinischer und nichtmedizinischer Produkte. Krankenkassen finan zieren medizinische Leistungen nur, wenn die Effizienz belegt ist. Für Telemedizin gibt es noch keine Vergütungsstrukturen.

Begeisterung bei Jung und Alt. Dass Smart-Senior gefragt ist, merkten die Partner aber schon auf der Messe CeBIT 2011. Wäre Smart-Senior bereits erhältlich gewesen, hätte die Komplettlösung sofort verkauft werden können; Senioren sagten: „Das wollen wir mitnehmen!“ Auch Jüngere waren begeistert, denn über das Serviceportal kann man auch Einkaufen und Essen bestellen, die Hausverwaltung informieren, einen Friseurtermin ausmachen, und natürlich das soziale Netzwerk ausbauen.

So würde auch die fiktive Nutzerin Helga Hohmann nicht nur Kontakt zu ihrem Arzt über das SmartSenior-Portal halten, sondern auch zu ihrer Familie und Freunden. „Hallo Helga“, würde um 18 Uhr fröhlich eine Stimme aus dem Fernseher rufen. Auf dem Bildschirm erscheint dann das Gesicht ihrer Freundin Gerda. Kurz darauf teilt sich das Bild, auch ihr Bekannter Klaus Brecht und seine Frau tauchen auf, winken und lächeln in die Kamera. Seit sie SmartSenior nutzen, treffen sich die alten Freunde einmal in der Woche virtuell. Fast ist es, als säßen sie beisammen. Doch heute reicht ihnen das nicht und sie verabreden sich zum gemeinsamen Abendessen. Helga Hohmann streift eine Weste über, der niemand ansieht, dass sie mit Sensorik bestückt ist, ebenso wie ihre Armbanduhr. Sie verlässt ihre Wohnung mit einem guten Gefühl: Sie weiß, dass sie dank der Vernetzung in Sicherheit ist.

Evelyn Runge