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Dr. Ulrich Eberl
Herr Dr. Ulrich Eberl
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"Die Arbeitswelt wird bunter"

Dr. Wilhelm Bauer ist Direktor am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und am Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) in Stuttgart. Zugleich ist er Lehrbeauftragter für "Arbeitsgestaltung im Büro" an den Universitäten Hannover und Stuttgart. Als Mit-Initiator liegt ihm das Verbundprojekt "Office 21" besonders am Herzen, wo es um die Frage geht: "Wie wird sich die Büro- und Wissensarbeit künftig entwickeln?".

Die Medien erfuhren durch die Digitalisierung einen dramatischen Wandel. Welche Branche wird als nächste betroffen sein?

Bauer: Die Digitalisierung der Arbeitswelt wird in jedem Bereich und in jeder Branche voranschreiten. Natürlich in unterschiedlichem Maße: Ein Arzt muss seinen Patienten irgendwann persönlich sehen und kann ihn nicht allein durch Ferndiagnose heilen. Viel wichtiger sind die intra-individuellen Unterschiede.

Was meinen Sie damit?

Bauer: Darunter versteht man lebensphasenabhängige Rahmenbedingungen. Inwieweit sich Änderungen im Arbeitsumfeld umsetzen lassen, hängt entscheidend vom Faktor Mensch ab. So spricht man heute beispielsweise von den „Digital Natives“, den jungen Menschen, die jede technische Errungenschaft gleich in ihr Leben und Arbeiten integrieren, und von den „Digital Immigrants“, also der älteren Generation, die feste Arbeitsplätze und persönliche Besprechungen gewohnt ist.

Was bedeutet das für die Arbeitswelt?

Bauer: Die Arbeitswelt wird bunter! Berufsbilder sind nicht mehr fix, weil sich die Tätigkeitsfelder individualisieren – je nach Können und Einsatz der Menschen. Auch das individuelle Arbeitsumfeld verändert sich nach Bedarf. Es gibt jetzt schon die BYOD-Konzepte: Bring your own device. Jeder bringt dabei seine eigene Ausstattung mit. Als selbstbewusste, dynamische und hochqualifizierte Arbeitskraft bekomme ich also von meinem Unternehmen ein Budget und kaufe mir davon meine favorisierten Arbeitsgeräte selbst. Zum Beispiel: Arbeite ich lieber mit Laptop und BlackBerry oder doch eher mit iPhone oder iPad, ich entscheide es selbst.

Das Interview führte Klaudia Kunze.