Go to content

SIEMENS

Research & Development
Technology Press and Innovation Communications

Dr. Ulrich Eberl
Herr Dr. Ulrich Eberl
  • Wittelsbacherplatz 2
  • 80333 Munich
  • Germany
Dr. Ulrich Eberl
Herr Florian Martini
  • Wittelsbacherplatz 2
  • 80333 Munich
  • Germany
Bilder

Sparsame Verwaltung: Die Regierungsgebäude im Pekinger Stadtteil Chaoyang wurden mithilfe von Siemens auf Energieeffizienz getrimmt.
Das hilft nicht nur Energie und CO2, sondern auch Kosten zu sparen.

Grün hilft sparen

Städte müssen in ihre Infrastruktur investieren – bei gleichzeitig knappen Kassen. Finanzierungslösungen von Siemens können helfen, wie ein Verwaltungsgebäude in Peking zeigt.

Einmal sehen ist besser als hundertmal hören“, besagt ein chinesisches Sprichwort. Chen Gang hat es sich zu Herzen genommen. Vor zwei Jahren beschloss der Parteisekretär von Pekings Stadtteil Chaoyang, dem Wirtschaftszentrum der chinesischen Hauptstadt, sich selbst ein Bild vom Energiesparpotenzial moderner Gebäudetechnik zu machen. Der Stadtmanager hatte ein dringendes Anliegen: In seinem Verwaltungsgebiet wurden in den vergangenen drei Jahrzehnten Tausende Hochhäuser gebaut, allerdings nur die wenigsten nach den neuesten Standards. Vor allem in den frühen Jahren des chinesischen Wirtschaftswunders dachte kaum jemand an steigende Rohstoffpreise oder die Reduktion von Treibhausgasen. Auch Chens Rathaus, ein nüchterner Zweckbau nahe dem traditionsreichen Ritan-Park, stammt aus dieser Zeit. Würde es sich lohnen, ein solches Gebäude auf den modernsten Standard umzurüsten?

Chen fand einen Partner, der daran glaubte und ganz ohne Belastung des öffentlichen Haushalts den Beweis dafür antreten wollte: Siemens. Das Unternehmen erklärte sich bereit, das Regierungsgebäude mit modernster Technologie auszustatten. Vor allem sollte es ein effizientes Heiz- und Kühlsystem erhalten, mit dem sich die Temperatur in bestimmten Räumen individuell regulieren lässt, was mit der alten Anlage nicht möglich war. Die Siemens- Experten sagten Energieeinsparungen von mindestens 12 Prozent voraus, was pro Jahr rund 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom und 467 Tonnen Kohlendioxid entspricht. Zugleich entwarfen sie ein risikofreies Finanzierungsmodell: Siemens stellt die „grüne” Technologie in Form eines Leasingvertrags zur Verfügung. Fünfeinhalb Jahre lang wird sie dann mithilfe der garantierten Einsparungen zurückgezahlt. Danach gehen alle Anlagen in den Besitz des Kunden über.

Im Oktober 2009 unterzeichneten Siemens Building Technologies und Chaoyangs Stadtteilregierung eine strategische Partnerschaft, seit 2010 ist das neue System im Einsatz. „Wir helfen Chaoyangs Regierung, ihre Energieund Betriebseffizienz zu erhöhen, ohne eigene Investitionen in bar tätigen zu müssen“, erklärt Yang Gang, General Manager der Siemens Finance and Leasing Ltd. „Bei unserer Lösung sind die Leasingkosten niedriger als die eingesparten Energiekosten, so dass sich die Investition selbst trägt und sogar noch zusätzliche Kosteneinsparungen ermöglicht. Das ist eine Win-win-win-Situation: für die Kunden, Siemens und die Umwelt.“

In anderen Ländern sind diese Energy Contracting genannten Paketlösungen aus Technologie und Finanzierung schon seit vielen Jahren üblich, doch in China sind sie ein Novum. „Die Kooperation mit Siemens hilft uns, ein Modell zur Energieeinsparung und Emissionsreduzierung zu entwickeln, das zu unseren Bedürfnissen passt“, erklärt Chen. Er ist überzeugt, dass das Projekt eine Signalfunktion haben wird. „Es kann als Vorzeigeprojekt dienen und in anderen öffentlichen Gebäuden der Stadt und im ganzen Land wiederholt werden“, sagt der Parteisekretär. „Wir möchten Siemens gerne als Partner bei der gemeinsamen Anstrengung für den Aufbau einer Low-Carbon-Economy.“

Ehrgeiziges Ziel. Der Bedarf ist gewaltig, denn China hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Bis 2020 will die Volksrepublik ihre Emissionen durch Einsparungen und die Förderung von erneuerbaren Energien um mindestens 40 Prozent gegenüber 2005 reduzieren, gemessen an der Wirtschaftsleistung. Das geht nur durch den Einsatz modernster Technologie. Energy Contracting ist dabei zunehmend eine Lösung, die nicht nur in China, sondern auch in anderen Schwellenländern verstärkt zum Einsatz kommen wird. Aufgrund seiner Größe und finanziellen Stärke kann Siemens seinen Kunden bei den hohen Anfangsinvestitionen helfen und oft bessere Konditionen anbieten, als sonst am Markt zur Verfügung stehen.

Auch in anderen Unternehmenssparten liefert Siemens in Schwellenländern nicht nur modernste technische Lösungen, sondern auch gleich die nötige Finanzierung, etwa in der Medizintechnik. So rüstete 2008 das Dazhou Western & TCM Hospital in der westchinesischen Provinz Sichuan seine Diagnostik mit neuen CT- und MR-Geräten aus. „Wir waren damals in einer finanziell schwierigen Situation, aber um unseren medizinischen Standard zu erhöhen, wollten wir Geräte von Siemens kaufen, die für uns die besten am Markt erhältlichen waren“, erklärt Krankenhauschef Ren Wanwu. „Wir waren froh, dass Siemens uns eine Finanzierungsoption angeboten hat.“ Eine ähnliche Lösung fand das Krankenhaus der Medizinischen Hochschule Jining in der ostchinesischen Provinz Shandong. Auch hier haben sich die Manager über fünf Jahre lang kontinuierlich für Siemens-Technologie und die begleitende Finanzierung entschieden. Für alle hat sich gezeigt: Mit der richtigen Finanzierung rechnet sich moderne Technologie – für alle Partner.

Bernhard Bartsch