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Einträgliche Zukunftstechnologien: Der Kibbutz Ketura beherbergt einen Campus für Umwelttechnologien
und baut mit Hilfe von Siemens die erste kommerzielle Photovoltaik-Anlage in Israel.

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Neue Ernte

Der Nahe Osten ist ein idealer Standort für Solarthermie- und Photovoltaik-Kraftwerke. Siemens ist mit 40 % an Arava Power beteiligt, einem führenden Entwickler von Anlagen in der Region.
Erste Wüsten-Kraftwerke in
Israel baut Siemens als Generalunternehmer.

Image Einträgliche Zukunftstechnologien: Der Kibbutz Ketura beherbergt einen Campus für Umwelttechnologien und baut
mit Hilfe von Siemens die erste kommerzielle
Photovoltaik-Anlage in Israel.

Ein wenig abseits der Dattelpalmen werden die Solarpanels stehen müssen, nicht dass die bis zu 30 Meter hohen Bäume ihren Schatten auf die Anlage werfen. Der Kibbutz Ketura im Süden Israels will künftig neben wertvollen Export-Früchten auch Energie ernten; die entsprechenden Areale hat er längst ausgewiesen. Mit Unterstützung von Siemens soll noch im Jahr 2010 auf kargem Wüstenboden die ers-te 5-MW-Photovoltaik-Anlage entstehen – das erste kommerzielle Solarzellen-Kraftwerk in Israel, einem Land, das gezeigt hat, wie Wirtschaftswachstum auch praktisch ohne Ressourcen möglich ist: mit Hilfe von Hightech. Eine neue Hochspannungsleitung nach Eilat, der boomenden Touristenmetropole im Süden, ist auch schon im Bau, sodass die Gesamtkapazität der Solarstromproduktion in Ketura sich bald schon auf 40 MW erhöhen lassen dürfte.

Die Strahlungsdaten sind ideal, hier in der Wüsten-Region Arava zwischen dem Roten Meer und dem Toten Meer: 2 200 Sonnenstunden lassen sich im Jahr nutzen. In der Sahara sind die Bedingungen nicht besser, in Deutschland sind es nur rund 1 600 Sonnenstunden. 13 % der israelischen Landesfläche macht der Verwaltungsbezirk Arava aus – aber nur 3.000 Menschen leben hier. Nicht wenige davon in Kibbutzen, kollektiven Siedlungen, die ursprünglich durch ein sozialistisch geprägtes Wirtschaftsmodell motiviert waren.

Doch der soziale Wandel ging an ihnen nicht vorbei, einige sind inzwischen betriebswirtschaftlich straff geführte und hochprofitable Vorzeigebetriebe, die auch in Zukunftsindustrien investieren. Ed Hofland, Chairman von Arava Power und Mitglied des Kibbutz Ketura, hat 15 weitere Kibbutze vom Sonnenstrom und den damit verbundenen Verdienstmöglichkeiten überzeugt. Sie werden ihr Land an Arava Power verpachten; die Firma kann dann darauf Photovoltaik-Anlagen bauen.

Noch 99 % fossile Energie. Das 2006 gegründete Unternehmen Arava Power gehört Global Sun Partners, dem Kibbutz Ketura und – neben weiteren Eignern um Yosef Abramowitz, President von Arava Power – zu 40 % Siemens. Das Netz von Solaranlagen wird für alle Beteiligten einträglich sein, und es hilft Israel, seinen wachsenden Strombedarf zu decken. Ein weiterer Vorteil: Die Diversifizierung durch zusätzliche Kapazität in Form erneuerbarer Energien stärkt die Versorgungssicherheit in einer insgesamt fragilen Region. Im Jahr 2008 deckte Israel noch 99 % seines Energiebedarfs über fossile Energieträger ab.

Bis 2020 will Israel rund 10 % seines Energiebedarfs über erneuerbare Energien befriedigen. Dazu hat es im Dezember 2009 Fördergesetze verabschiedet, die eine Einspeisevergütung vorsehen. Bereits Ende 2010 könnte Ketura Energie ins Netz speisen. Mit Ausnahme der Solarpanels selbst, kommen fast alle Komponenten der ersten Anlage von Siemens. Siemens übernimmt als Generalunternehmer das Projektmanagement, vom Design bis zur schlüsselfertigen Ausführung in einem Performance-Contracting-Modell, das die Leistungsfähigkeit der Anlage über ihre gesamte Lebensdauer hinweg sicherstellt.

Siemens steuert sein 15-Millionen-Dollar-Investment an Arava Power über die Beteiligungsgesellschaft Siemens Project Ventures. „Wir stellen damit die bisher umfangreichste, auslänische Finanzierung für ein israelisches Solarenergie-Unternehmen bereit“, sagt Johannes Schmidt, CEO der Einheit Equity Investments & Project Finance bei Siemens Financial Services.

Mike Green, Chief Electrical Engineer bei Arava Power, sieht große ökologische Vorteile in diesem Projekt. Der Badeort Eilat am Roten Meer, 50 km südlich des Kibbutz, braucht etwa 200 MW elektrischer Leistung, die bisher weitgehend aus dem Norden des Landes übertragen werden. Künftig könnte der Bedarf zunehmend durch den Wüstenstrom aus Arava gedeckt werden. „Ich bin stolz, ein Pionier für grüne Energie in Israel zu sein“, sagt Green. „Meine große Hoffnung ist, dass das der Beginn einer großen Zukunft für die erneuerbaren Energien in Israel ist.“.

Andreas Kleinschmidt