Die Diagnose Krebs muss kein Todesurteil sein - auch nicht in Schwellenländern. Dies zeigen die Behandlungserfolge von Einrichtungen wie der Southern Medical Clinic auf Trinidad & Tobago oder der Kinderkrebsklinik in Kairo. Zwei Beispiele dafür, wie Siemens-Technologie hilft, die Krebsbehandlung zu verbessern.
Hightech im Schwellenland: Moderne bildgebende Verfahren und vernetzte IT auf dem neuesten Stand der Technik in einer Kinderklinik in Kairo und im Krebszentrum auf Trinidad & Tobago.
Neben Diagnose- und Behandlungsgeräten hat Siemens auch die gesamte Gebäudeinfrastruktur geliefert.
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Es war der Tag nach den Feiern im Jahr 2008. Der Tag nach der Eröffnung des Millenium Wings der Southern Medical Clinic auf Trinidad & Tobago, einer Onkologiestation in einer 40-Betten-Klinik, die Krebspatienten in der Karibik neue Hoffnung gibt. Der Bürgermeister von San Fernando, dem Örtchen im Südteil der Insel, an dem die Station beheimatet ist, schwärmte stolz: "Diese Einrichtung befindet sich auf dem neuesten Stand der Technik – sie ist die modernste in der ganzen Karibik."
Für George Rhampersaad wurde der Tag nach den Feiern einer der schwersten seines Lebens. Er kam zur Vorsorgeuntersuchung; beschwerdefrei. Die Ärzte stellten fest, dass seine PSA-Werte erhöht waren und die Prostata vergrößert war. Die spätere Diagnose: Krebs. Die am selben Tag durchgeführte Ultraschalluntersuchung und die Magnetresonanztomographie im Siemens Magnetom Espree, sowie die Gewebeprobe zeigten, dass es sich um einen bösartigen Tumor handelte.
So traurig dieser Befund auch ist, Rhampersaad hatte zugleich Glück: zum einen weil das Karzinom in der neuen Onkologiestation in einem frühen, behandlungsfähigen Stadium entdeckt wurde, und zum anderen, weil seine Behandlung, eine Kombination aus Hormon- und Strahlentherapie, nahe bei seiner Familie erfolgen konnte. Und er profitiert von den modernsten Diagnose- und Behandlungsgeräten von Siemens.
Marianne Vorbuchner, Managerin im Bereich Onkologie-Workflow bei Siemens Healthcare, begleitet die Privatklinik – ein Referenzhaus von Siemens für die gesamte Karibik – seit Jahren. Die Vorteile der Integration aller Behandlungsschritte vor Ort sind erheblich, sagt Vorbuchner: "Früher mussten die Patienten aus Trinidad & Tobago für eine erstklassige Krebsbehandlung weit reisen, zum Beispiel bis nach Großbritannien oder in die USA. Heute erhalten sie eine nahtlos integrierte Versorgung unter einem Dach." So bleiben den Patienten viele Beschwerlichkeiten und auch Reisekosten erspart.
Ein weiterer Vorteil der integrierten Onkologiestation besteht in den kürzeren Behandlungszeiten: Das weithin papier- und filmlose Krankenhaus ist informationstechnisch bestens vernetzt, Diagnosen wandern automatisch zwischen den beteiligten Stationen hin und her, die Vermeidung ineffizienter Prozesse spart wertvolle Zeit im Kampf gegen den Krebs – und auf diese Weise oftmals Geld, da eine frühzeitige umfassende Diagnose aufwändige Behandlungen von metastasierten Tumoren vermeiden hilft. Das schätzt auch das Personal. Damian Rudder, leitender Medizinphysiker betont: "Die Art und Weise, in der die Systeme integriert sind, macht es für alle Beteiligten einfacher, ihre Arbeit zu erledigen und die Behandlung noch präziser zu gestalten."
Unter den Geräten für Diagnose und Behandlung finden sich neben Computer- und Magnetresonanztomographen von Siemens auch Ultraschallgeräte sowie ein Primus Linearbeschleuniger. In der Strahlentherapie zählt jeder Millimeter. Es gilt, möglichst wenig gesundes Gewebe zu schädigen: "Durch die Magnetresonanzspektroskopie sind wir in der Lage, mit größter Genauigkeit die Lage bösartiger Tumore festzustellen und Biopsien, chirurgische Eingriffe und Bestrahlungen ganz genau am Ort des Geschehens vorzunehmen", erklärt der Chirurg Dr. Adrian Indar.
Für George Rhampersaad bedeutet seine Aufnahme im neuen Millennium Wing der Southern Medical Clinic also zweierlei: gute Behandlungschancen und eine nebenwirkungsarme, weniger anstrengende Behandlung, als er sie mit früheren Methoden erfahren hätte. Der moderne Anbau ist zudem auch aus ästhetischer Sicht ein besonderer Ort: Ein Säulengang empfängt Besucher, um einen Springbrunnen herum wachsen tropische Blumen.
Wohlfühlfaktor für die Heilung. Der Philosophie, dass eine angenehme Umgebung zur Heilung beiträgt, folgten – auf einem anderen Kontinent – auch die Architekten einer neuen Kinderkrebsklinik: dem Children’s Cancer Hospital of Egypt (CCHE) in Kairo. Nicht weit von der vielen Touristen bekannten Ahmad ibn Tulun Moschee im südlichen Stadtteil Sayyida Zeinab befindet sich das futuristische Gebäude. Es ist einer Felucke, dem traditionellen Nilsegelschiff, nachempfunden. Wie ein Fremdkörper wirkt es in diesem Stadtteil, den die Kairoer selbst als Schaabi bezeichnen, ein "volkstümliches Quartier", mit seinen vielen kleinen Häusern und Werkstätten, den Schuhputzern und Teeverkäufern, die durch die Straßen ziehen.
Im CCHE begrüßt die kleinen Patienten – und deren Eltern – ein farbenfrohes Innenleben: bunte Spiegel und Stühle, Fensterglas und Bodenbeläge sind farbig. Geht man die Gänge entlang, passiert es nicht selten, dass junge Patienten dort mit Spielzeuglastern umhersausen. Lachende Kinder vergessen hier gerade für ein paar Minuten, dass sie die wohl schlimmste Zeit ihres Lebens durchleiden.
Das CCHE ist in seinem Standard der Kinderkrebsbehandlung einzigartig im Nahen Osten, allenfalls mit hochentwickelten Onkologiestationen in Europa und den USA vergleichbar. Das bestätigten auch die Teilnehmer des ersten wissenschaftlichen Symposiums, welches das CCHE im Juli 2009 veranstaltete.
Kinder unter 18 Jahren, unabhängig von ihrer Krankenversicherung oder dem Vermögen der Eltern, werden aufgenommen. Doch es ist auch ein wenig Glückssache, von der rein durch Spenden finanzierten CCHE aufgenommen zu werden: Ist zum Zeitpunkt der Erstdiagnose der Krebserkrankung eines der 180 Betten frei, können die Kinder von der Weltklasse-Behandlung profitieren.
Das gesamte Krankenhaus ist vollständig digitalisiert, mit integrierten Radiologie-, Nuklearmedizin-, und Strahlentherapielösungen, welche dem neuesten Stand entsprechen. Das hochentwickelte Krankenhausinformations-System ist von wesentlicher Bedeutung, um Inkonsistenzen im Datenfluss zu vermeiden. Diese könnten nämlich die Behandlung verzögern und ihre Qualität verschlechtern. Siemens hat zudem fünf Operationssäle, eine Intensivstation mit Vollausstattung für 30 Patienten und das Labor eingerichtet.
Der Direktor des CCHE, Prof. Dr. Hany Hussein, freut sich besonders über die schnelle Umsetzung der Planung: "Gemeinsam mit Siemens ist es uns gelungen, die Anlagen in gerade einmal einem Drittel der ursprünglich veranschlagten Zeit zu implementieren." Neben den Diagnose- und Behandlungsgeräten hat Siemens auch die Gebäudeinfrastruktur geliefert, unter anderem für Heiz-, Lüftungs- und Klimaanlage, das Brandschutzsystem, die Elektroinstallation und das Datennetzwerk. Durch ihre hohe Energieeffizienz helfen diese Lösungen dabei, die Betriebskosten der Klinik zu minimieren.
Die Southern Medical Clinic auf Trinidad & Tobago und das Children’s Cancer Hospital of Egypt in Kairo liegen auf der jeweils anderen Seite der Erde und haben doch so manches gemein. Sie bringen modernste Technologie in wirtschaftlich noch nicht voll entwickelte Regionen und vor allem: sie geben Menschen Hoffnung.