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Dr. Ulrich Eberl
Herr Dr. Ulrich Eberl
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Reise nach Übermorgen: Der Ausstellungszug „Expedition Zukunft“ vermittelt Besuchern die Faszination von Wissenschaft und Technik –
hier etwa im Lichttunnel mit 1.900 LED-Kacheln von Osram.

Reise nach Übermorgen: Der Ausstellungszug „Expedition Zukunft“ vermittelt Besuchern die Faszination von Wissenschaft und Technik.

Reise nach Übermorgen: Der Ausstellungszug „Expedition Zukunft“ vermittelt Besuchern die Faszination von Wissenschaft und Technik.

Die Zukunft macht Station

Ein Ausstellungszug rollt zur Zeit durch Deutschland. Die "Expedition Zukunft" zeigt, wie Forschung und Technik künftig unser Leben verändern werden. Siemens unterstützt diesen Zug maßgeblich – mit einer Vielzahl an Exponaten und begleitenden Aktionen. Das Ziel: Vor allem junge Menschen für Naturwissenschaft und Technik begeistern.

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Image Reise nach Übermorgen: Der Ausstellungszug „Expedition Zukunft“ vermittelt Besuchern die Faszination von Wissenschaft und Technik – hier etwa im Lichttunnel mit 1.900 LED-Kacheln von Osram.

"Nachhaltigkeit ist die dringendste Frage des 21. Jahrhunderts – und ein Schlüsselthema des Zuges."

"Bitte zurücktreten!", ruft ein Mann an Gleis sieben. "Gleich geht es weiter." Vor ihm stehen auf dem regennassen Bahnsteig rund hundert Personen. Doch sie warten nicht darauf, dass der Zug abfährt – ganz im Gegenteil, denn es ist ein besonderer Zug: der "Science Express" mit der "Expedition Zukunft". Diese mobile Ausstellung fährt seit April 2009 kreuz und quer durch Deutschland – bis November hält sie in über 60 Städten. Etwa 1.500 Besucher kommen jeden Ausstellungstag.
Der 300 m lange Sonderzug gewährt seinen Gästen tiefe Einblicke in die Welt der Wissenschaft und Technik. Wie werden wir in 20 Jahren leben und arbeiten? Wie lässt sich das Gesundheitswesen so gestalten, dass es auch für eine immer älter werdende Bevölkerung bezahlbar bleibt? Werden Maschinen irgendwann denken wie wir? Wie können wir die wachsende Erdbevölkerung mit genug Energie und Nahrung versorgen, ohne die Umwelt zu schädigen? Die zwölf Themenwagen geben einen Vorgeschmack darauf, was uns künftig erwartet, und wie neue Technologien unser Leben verändern werden.
Der Zug wurde von der Max-Planck-Gesellschaft konzipiert, die eine ähnliche Ausstellung bereits durch Indien fahren ließ, wo sie Millionen von Besuchern anzog. Mit Förderung der deutschen Bundesregierung und von zahlreichen Instituten und Forschergruppen ist die "Expedition Zukunft" nun Teil der Veranstaltungen im Wissenschaftsjahr 2009 und zum 60. Gründungsjubiläum der Bundesrepublik Deutschland.
Siemens unterstützt die Ausstellung neben Bayer und Volkswagen als einer von drei Partnern aus der Wirtschaft und stellt insgesamt 13 Exponate zu Themen wie Energie und Umwelt, Gesundheit, Mobilität oder städtisches Leben aus. "Damit wollen wir vor allem junge Menschen für Wissenschaft und Technik begeistern", sagt der Vorstandsvorsitzende Peter Löscher. "Nachhaltigkeit beispielsweise ist für mich die dringendste Frage des 21. Jahrhunderts. Sie ist auch ein Schlüsselthema des Zuges. Deshalb fördern wir mit Überzeugung diese spannende Reise in die Welt von morgen."
In jeder Stadt hält der Zukunftsexpress im Durchschnitt etwa drei Tage – so auch in München. Entsprechend groß sind der Andrang und die Wartezeiten: Bereits um zehn Uhr morgens drängen sich viele Menschen am Bahnsteig. "In zehn Minuten ist die nächste Schulklasse an der Reihe", sagt der Zugbegleiter in der weißen Weste. Für rund 80 Partnerschulen hat Siemens bundesweit Führungen durch den Zug organisiert. Auch dieses Engagement gehört für Siemens zur Unterstützung des Zuges – neben mehreren achtseitigen Einheftern im Magazin "Der SPIEGEL" und anderen Zeitschriften sowie Filmen über die Themen des Zuges für Fernsehsender und verschiedene Internetseiten.

Von Blue-Collar- zu Green-Collar-Jobs. Da sich immer weniger Studenten naturwissenschaftlichen oder technischen Fächern widmen, sind solche Aktionen wie der Wissenschaftszug dringend notwendig. Nach Angaben des DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) gingen Deutschland im Jahr 2007 durch den Mangel an Fachkräften etwa 20 Mrd. € an Bruttoinlandsprodukt verloren. Dabei sind die Chancen enorm – etwa in der Umwelttechnik, wo Deutschland derzeit mit 16 % Marktanteil die Nummer eins in der Welt ist und Europa einen Anteil von 45 % besitzt. "Ich sehe einen klaren Trend von Blue-Collar-Jobs zu Green-Collar-Jobs", sagt Peter Löscher, und Dr. Reinhold Achatz, Leiter der zentralen Siemens-Forschung (Corporate Technology, CT), ergänzt: "Für Green-Collar-Jobs braucht man Ingenieure, die immer mehr Leistung aus Wind- oder Gasturbinen herauskitzeln, ebenso wie Sensorspezialisten, Materialforscher und Software-Entwickler. Oder auch Simulationsexperten, die neue Produkte vorab am Computer durchspielen, Fachleute für ganzheitliche Ökobilanzen und selbst Biologen, die das Vorbild der Natur für neue technische Lösungen nutzen." Eine Studie von Roland Berger Strategy Consultants sagt voraus, dass bis 2020 der Weltmarkt für umweltfreundliche Technologien auf über drei Billionen Euro wachsen wird – eine Zunahme von über 6 % im Jahr.
Um über solche Fragen und die Jobs der Zukunft zu diskutieren, organisierte Siemens als Begleitprogramm des Ausstellungszugs zwei hochkarätig besetzte Podiumsdiskussionen in München und Nürnberg – und Ende Oktober folgt ein internationaler Kongress, der "Future Dialogue" in Berlin, wo Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik über die Zukunftsthemen Klimawandel, Gesundheitsversorgung und Urbanisierung sprechen. "Für die Gestaltung der Zukunft brauchen wir Männer und Frauen unterschiedlichster Herkunft, die sich mit ihrem Wissen und ihrem kulturellen Hintergrund einbringen", sagt Löscher. "Solchen begeisterungsfähigen Menschen stehen alle Türen offen."
Steffen Strobel ist sicher einer davon. Der Informatik-Student gehört zu den 13 Bundessiegern des deutschen Wettbewerbs "Jugend forscht 2009". Er entwickelte ein Infrarotkamerasystem, das unter der Haut liegende Venen am Computerbildschirm sichtbar macht. Damit können Ärzte beispielsweise gezielter Spritzen setzen. Für seine Erfindung überreichte ihm Bundeskanzlerin Angela Merkel den Sonderpreis für die originellste Arbeit. Medizintechnik und Informatik haben es dem 20-Jährigen schon immer angetan. "Deshalb bin ich gespannt, wie diese Themen im Wissenschaftszug umgesetzt wurden", sagt Strobel. Auch er wartet an diesem verregneten Morgen am Münchener Hauptbahnhof auf Einlass.

Grundlagenforschung und Anwendung. Die Expedition beginnt mit den Fragen nach dem Woher und Wohin. Gleich der zweite Wagen nimmt den Besucher mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Es ist dunkel, die Decke verspiegelt, an den Wänden funkelt der Sternenhimmel. Der Besucher lernt, wie das Universum entstanden ist. Im nächsten Wagen geht es vom Großen ins Kleine, vom Universum in den Nanokosmos: Gleich einem gigantischen Zoom nähert sich der Blick der Erde, den Menschen und den Materialien, aus denen die Dinge bestehen. In Wagen drei durchquert der Gast ein futuristisches, metallisches Geflecht, das sich unmerklich in eine Zellstruktur verwandelt – Nano- und Biotechnologien verschmelzen hier auch bildlich miteinander.
Wie im Zickzack spannen sich in Wagen fünf die digitalen Kommunikationspfade um die Erde. Ein Globus visualisiert die Wege, die zurückgelegt werden müssen, wenn etwa eine ausländische Internetseite aufgerufen wird. Doch digitale Vernetzung gibt es nicht nur im Internet. Auch die Produktion von Industriegütern wird in Zukunft stärker vernetzt werden und so umweltschonend wie möglich ablaufen. In Wagen sechs präsentiert Siemens die digitale Fabrik von morgen. Im Miniaturformat simuliert eine Anlage die vollautomatische Produktion von kleinen Fußbällen. Die Augen der interessierten Zuschauer wandern entlang der 9 m langen verglasten Produktionsstraße mit ihren kleinen ratternden Maschinen. Bis zum fertigen Fußball durchläuft das Leder die verschiedenen Stationen in der Kette. Alle Prozesse werden von einer Zentrale gesteuert und aufeinander abgestimmt. Ganz links pressen und stanzen die Maschinen das Leder virtuell in kleine Teile, nähen sie dann zu Bällen zusammen, befördern diese zum nächsten Arbeitsschritt und prüfen abschließend ihre Qualität – alles automatisch.
Eine solche Anlage ist auch für Schüler interessant: "Viele Themen im Zug sind spannend", sagt Anja, die die zwölfte Klasse eines Münchener Gymnasiums besucht. "Aber Fußball ist greifbarer. Darunter kann ich mir etwas vorstellen." Überhaupt sei der Wissenschaftszug sehr anregend – viel besser als ein normales Museum. "Er macht richtig Lust auf Forschung und man möchte mehr wissen." Anja beispielsweise interessiert sich vor allem für die Lebensmittelindustrie, die Biochemie und die Krankheitsforschung.