Arnold von Siemens, 1915
Werner von Siemens' ältester Sohn Arnold stieg im Jahre 1882 als Mitinhaber in die Unternehmensleitung ein, nachdem er bereits zahlreiche Erfahrungen im In- und Auslandsgeschäft gesammelt hatte. Beispielsweise leitete er die im Jahr 1879 wiedereröffnete Filiale von Siemens & Halske in Wien und bereitete die Gründung einer Siemens-Niederlassung in Chicago vor. Nach dem Rückzug des Vaters aus dem Geschäft wurde er 1890 neben seinem Onkel Carl und seinem Bruder Wilhelm persönlich haftender Gesellschafter. Als der Seniorchef Carl von m Arnold die Nachfolge. Er widmete sich besonders den sozialen und repräsentativen Aufgaben innerhalb der Firma. Arnold von Siemens war mit Ellen von Helmholtz, Tochter des Physikers Hermann von Helmholtz, verheiratet.
Wilhelm von Siemens, um 1905
Wilhelm von Siemens, der zweite Sohn des Firmengründers, trat nach einem naturwissenschaftlichen Studium 1879 bei Siemens & Halske ein. 1884 wurde er Mitinhaber, ab 1890 persönlich haftender Gesellschafter. Da sein Bruder Arnold sich stärker sozialen und repräsentativen Aufgaben widmete, übernahm Wilhelm bald eine dominierende Rolle in der Leitung der expandierenden Firma. Während seiner 30jährigen Amtszeit hat Wilhelm die Entwicklung von Siemens durch zukunftsorientierte unternehmerische Entscheidungen maßgeblich geprägt. Auf seine Initiative erfolgte die Gründung der Siemens-Schuckertwerke GmbH und auch an der auf Wunsch des Kaisers erfolgten Gründung der Telefunken-Gesellschaft war der erfolgreiche Geschäftsmann maßgeblich beteiligt. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit hat Wilhelm von Siemens der Industrieforschung wichtige Impulse gegeben und die Entwicklung technischer Innovationen mit hohem persönlichen Einsatz gefördert. Zu den Meilensteinen zählen die Entwicklung der ersten Metallfaden-Glühlampe, die Durchführung von Schnellbahnversuchen und die Konstruktion des ersten Schnelltelegraphen.
Carl Friedrich von Siemens, 1924
Carl Friedrich von Siemens, der dritte und jüngste Sohn des Firmengründers Werner von Siemens, trat nach der Zäsur des Ersten Weltkriegs und dem Tod der beiden älteren Brüder Arnold und Wilhelm an die Spitze des Unternehmens. Als „Chef des Hauses“ gestaltete er die Entwicklung des Konzerns während der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus unter schwierigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Seine strategischen Entscheidungen orientierten sich an dem Leitbild, die „Einheit des Hauses“ zu wahren und zu festigen. Seine Unternehmenspolitik zielte darauf ab, weiterhin ein Universalunternehmen der Elektroindustrie zu sein. Innerhalb der Branche engagierte sich Siemens als einziges Unternehmen sowohl in der Schwach- als auch in der Starkstromtechnik, wie man damals die Nachrichten- bzw. Energietechnik nannte. Carl Friedrich von Siemens’ Weitsicht trug wesentlich dazu bei, dass Siemens trotz der Kriegsverluste Mitte der 1920er Jahre wieder zu den weltweit führenden Elektrokonzernen zählte. Neben seiner Tätigkeit im Unternehmen war Carl Friedrich von Siemens als Reichstagsabgeordneter der Deutschen Demokratischen Partei politisch aktiv. Außerdem engagierte er sich durch die Übernahme zahlreicher Ämter und Ehrenämter in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.
Hermann von Siemens, um 1941
Hermann von Siemens, ein Enkel Werner von Siemens’ und Hermann von Helmholtz, trat 1918 als technischer Angestellter in das Unternehmen ein. 1928 wurde er in den Vorstand der Siemens & Halske AG berufen, um ein Jahr später die Leitung des Zentral-Laboratoriums zu übernehmen. Dort leistete er bedeutende Beiträge für die Entwicklung der Fernschreibtechnik. Als Leiter der zentralen Technikabteilung wurde er 1935 Mitglied des Vorstands der Siemens-Schuckertwerke AG und später als Aufsichtsratsvorsitzender der beiden Stammgesellschaften Siemens & Halske bzw. Siemens-Schuckertwerke „Chef des Hauses“. In dieser Position, die er nach dem Tod seines Onkels Carl Friedrich von Siemens von 1941 bis 1956 inne hatte, gab Hermann von Siemens dem Unternehmen wichtige Impulse für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Er engagierte sich besonders für die Förderung der naturwissenschaftlichen und technischen Forschung innerhalb und außerhalb des Unternehmens.
Ernst von Siemens, 1962
Ernst von Siemens wurde 1903 als Sohn von Carl Friedrich und Enkel des Firmengründers Werner von Siemens in Kingston (Großbritannien) geboren. Nach dem Schulbesuch studierte er Physik an der Technischen Universität München. Seine Tätigkeit bei Siemens begann er 1929 im Berliner Wernerwerk für Fernmeldetechnik. 1943 wurde Ernst von Siemens zum stellvertretenden, 1948 zum ordentlichen Mitglied und 1949 zum Vorsitzenden des Vorstands von Siemens & Halske ernannt. 1945 erfolgte die Berufung zum stellvertretenden und 1948 zum ordentlichen Mitglied des Vorstands der Siemens-Schuckertwerke. Von 1956 bis 1971 war er Aufsichtsratsvorsitzender beider Stammgesellschaften bzw. der Siemens AG. Auch nachdem er den Vorsitz niedergelegt hatte, blieb Ernst von Siemens bis 1978 Mitglied des Aufsichtsrats und gehörte danach dessen Ehrenpräsidium an. Ernst von Siemens hatte am Wiederaufbau des Unternehmens nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidenden Anteil. Vor allem durch die Wiederbelebung des Auslandsgeschäfts schuf er die notwendigen Voraussetzungen für die erfolgreiche Rückkehr des Unternehmens auf die Weltmärkte. Unter seiner Leitung wurden die Siemens & Halske AG, die Siemens-Schuckertwerke AG und die Siemens-Reiniger-Werke AG 1966 zur heutigen Siemens AG vereinigt. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit engagierte sich Ernst von Siemens für die Förderung der Wissenschaft und Künste.
Peter von Siemens, um 1975
Peter von Siemens wurde 1911 als Enkel von Wilhelm von Siemens in Berlin geboren. 1934 begann er seine Tätigkeit bei Siemens & Halske. Ab 1936 übernahm er leitende Vertriebsfunktionen im Bereich Medizintechnik der Siemens-Reiniger-Werke - vor allem in Brasilien und Argentinien - sowie ab 1950 bei Siemens-Schuckert in der Zentralen Vertriebsverwaltung in Erlangen. Peter von Siemens wurde 1959 in den Vorstand der Siemens-Schuckertwerke und vier Jahre später in den Aufsichtsrat des Unternehmens berufen. Von 1971 bis 1981 bekleidete er den Vorsitz der Siemens AG. Unter seiner Leitung wuchs die Firma Siemens zum fünftgrößten Elektrokonzern der Welt. Neben seiner Tätigkeit im Unternehmen und als Aufsichtsrat weiterer namhafter deutscher Industrieunternehmen hatte Peter von Siemens zahlreiche Ehrenämter in Politik und Wirtschaft inne. Für die Internationale Weltausstellung 1967 in Montreal wurde er zum deutschen Generalkommissar berufen.
Friedrich Siemens um 1885
Friedrich Siemens, ein jüngerer Bruder von Werner von Siemens, wurde am 8. Dezember 1826 geboren. 1856 entwickelte er den Regenerativ-Ofen für industrielle Prozesse, der zunächst in der Glasindustrie und später in der Metallurgie Verwendung fand. Für den darauf basierenden Prozess zur Herstellung von Stahl - seit 1868 als "Siemens-Martin-Verfahren" bezeichnet - erhielten Friedrich und William Siemens gemeinsam mit den Franzosen Pierre und Emile Martin international hohe Anerkennung. 1867 übernahm Friedrich eine Glashütte in Dresden und setzte seinen Regenerativ-Ofen für die Massenproduktion von Glas ein. 1871 erwarb er eine zweite Glashütte in Böhmen für die Herstellung von Beleuchtungsartikeln und Flaschen. Außerdem pachtete er den Staatlichen Mineralbrunnen in Fachingen und entwickelte Gaskamine zur hygienischen Beheizung von Wohnungen. Als Friedrich Siemens am 24. Mai 1904 in Dresden starb, hinterließ er ein prosperierendes Unternehmen, das nach dem Ersten Weltkrieg an der Spitze der europäischen Glasindustrie stand.
Hertha Harries, geb. von Siemens, um 1930
Hertha von Siemens ist die jüngste Tochter von Werner von Siemens und seiner zweiten Frau Antonie. Aufgrund ihrer naturwissenschaftlichen Begabung erhielt sie eine Ausnahmegenehmigung für ein Studium bei dem bedeutenden Berliner Chemiker Emil Fischer. 1899 heiratete sie Fischers Assistenten Dr. Carl Dietrich Harries. Hertha engagierte sich für die sozialen Belange der Siemens-Belegschaft, sorgte für die Einrichtung von Kinderheimen, Fürsorgestiftungen und Erholungsstätten und nahm sich vor allem der Förderung und Ausbildung mittelloser Jugendliche an. 1909 gründete sie die Hertha-von-Siemens-Stiftung, die Firmenangehörigen den Aufenthalt in einer Erholungsstätte gegen ein geringes Entgelt ermöglichen sollte. Zu diesem Zweck ließ sie in Harzburg das "Ettershaus" errichten, das 1910 als erstes Erholungsheim der Firma Siemens eröffnet wurde. 1916 war sie Mitbegründerin der "Vereinigung für Wohlfahrtsbestrebungen", die sich unter anderem mit der Verwaltung der Siemens-Heime sowie mit der Sozialberatung von Arbeiterinnen befasste. Hertha Harries starb am 5. Januar 1939 in Berlin.
Wilhelm von Siemens
Carl Friedrich von Siemens
Hermann von Siemens
Ernst von Siemens
Peter von Siemens