Telefunken, Logo
Auf Initiative von Kaiser Wilhelm II. gründeten die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft (AEG) und die Siemens & Halske AG im Jahr 1903 zusammen die Gesellschaft für drahtlose Telegraphie System Telefunken - kurz: Telefunken. Dieser Schritt war eine politische Reaktion auf die Bemühungen Großbritanniens zur Weiterentwicklung der Funktechnik. Nach dem Ersten Weltkrieg schufen Telefunken-Ingenieure die Voraussetzungen zur Einführung des Rundfunks in Deutschland (1923). In den 1930er Jahren war Telefunken maßgeblich an der Entwicklung des elektronischen Fernsehens beteiligt. 1941 veräußerte Siemens seine Telefunken-Anteile im Rahmen der sogenannten "Telefunken-Transaktion" an die AEG, die damit alleiniger Anteilseigner wurde. Technologischer Wandel und Wettbewerbsdruck führten seit Beginn der 1970er Jahre zu einem rasanten Abstieg der AEG, deren einzelne Teile nach und nach verkauft wurden.
Bau der Hoch- und Untergrundbahn in Berlin, 1902
Die Siemens-Bauunion GmbH wurde im Jahr 1921 als Tochtergesellschaft der Siemens & Halske AG und der Siemens-Schuckertwerke GmbH gegründet. Beim Bau von Kraftwerken, Straßenbahnen und U-Bahnen hatten die Siemens-Stammgesellschaften bislang die erforderlichen Tiefbauarbeiten an externe Unternehmen vergeben, verfügten jedoch aufgrund der sich ergebenden Zusammenarbeit über einen eigenen Stamm erfahrener Tiefbauingenieure und -arbeiter. Um dieses Potential besser ausschöpfen und um Großanlagen aus einer Hand anbieten zu können, lag es daher nahe, eine eigene Tiefbaugesellschaft einzurichten. Die Siemens-Bauunion führte in den 1920er Jahren die Tiefbauarbeiten für zahlreiche Wasserkraftwerke und U-Bahnen (Athen, Buenos Aires) aus. Viele der für den Autobahnbau in den 1930er Jahren erforderlichen Arbeiten wurden ebenfalls von der Bauunion versehen. 1972 veräußerte Siemens die Gesellschaft an die Dyckerhoff & Widmann AG.
KLANGFILM, Logo
In der 1928 gegründeten Klangfilm GmbH führten die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft (AEG) und die Siemens & Halske AG ihre Arbeiten und Erfahrungen in der Tonfilmtechnik zusammen. Zu den Schwerpunkten zählten Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Kino- und Tonfilmapparaturen. Im Rahmen der sogenannten "Telefunken-Transaktion" übernahm die Siemens & Halske AG 1941 die bisherigen Anteile von Telefunken und der AEG.
VES, Werksansicht
Das Eisenbahnsignal- und -sicherungswesen gehörte zu den ältesten Arbeitsgebieten von Siemens. Schon früh, 1897, wurden entsprechende Interessenverträge mit Konkurrenzunternehmen wie der Max Jüdel AG und der Maschinenfabrik Bruchsal geschlossen. Nachdem die Max Jüdel AG mit mehreren anderen Unternehmen zur Firma Eisenbahnsignalanstalten vorm. Jüdel, Stahmer, Bruchsal AG fusioniert hatte, sicherte sich Siemens & Halske 1926 die Aktienmehrheit daran. Daraus entstand unter zusätzlicher Beteiligung der AEG im Jahr 1928 die Vereinigte Eisenbahn-Signalwerke GmbH (VES). Nach der Währungsreform 1948 wurde die VES mit Siemens & Halske zusammengelegt und dem Wernerwerk für Signaltechnik unterstellt.
SIPLA, Logo
Die Anfänge der Siemens-Planiawerke AG gehen auf das Jahr 1872 zurück. Damals gründeten Werner Siemens und seine Brüder die Firma Gebr. Siemens & Co., die sich mit der Herstellung von Alkoholmessgeräten beschäftigte. 1878 wurde die Fertigung von Kohlestiften für Bogenlampen aufgenommen, 1905 begann man mit der Herstellung von Kohlenstoffelektroden. Zur Nutzung von Synergieeffekten fusionierte das Unternehmen im Jahr 1928 mit der Planiawerke AG in Ratibor/Oberschlesien zur Siemens-Planiawerke AG. Siemens brachte in diese neue Gesellschaft ein neues Graphitierungswerk in Meitingen ein, die Planiawerke ihre Anlage für amorphe Kunstkohlen. In den 1930er Jahren wurden rund zwei Drittel des europäischen Bedarfs an Beleuchtungskohlen und Elektroden von Siemens-Plania gedeckt. Im Jahr 1972 kam es zum Verkauf des Unternehmens, es passte nicht mehr in das Markenkonzept von Siemens.
SAM, Gebäude in der Wilhelm-von-Siemens-Straße in Marienfelde
Die Siemens Apparate und Maschinen GmbH wurde 1933 durch den Zusammenschluss der Gesellschaft für elektrische Apparate (Gelap) und des Flugmotorenwerks der Siemens & Halske AG gegründet. Das Tätigkeitsgebiet erstreckte sich auf die Fabrikation und den Vertrieb von schwachstromtechnischen und feinmechanischen Erzeugnissen für Heeres- und Marinezwecke. Die Gesellschaft für elektrische Apparate ihrerseits war aus der Signalgeräteabteilung von Siemens & Halske hervorgegangen und produzierte Nachrichten- und Kommandoanlagen für Kriegs- und Handelsschiffe. Im Jahr 1936 wurde das Flugmotorenwerk in die Brandenburgische Motorenwerke GmbH (Bramo), 1940 schließlich der Bereich Luftfahrtbordgeräte in die Luftfahrtgerätewerk Hakenfelde GmbH (LGW) ausgegliedert. Nach Kriegsende wurden sowohl SAM wie auch LGW aufgelöst.
Deutsche Grammophon, Logo
Die älteste und traditionsreichste deutsche Schallplattenfirma wurde bereits 1898 von den Brüdern Emil und Joseph Berliner in Hannover gegründet. Nachdem sich das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit zum Marktführer vorgearbeitet hatte, brachen die Umsätze der Deutschen Grammophon während der Weltwirtschaftskrise durch den stockenden Absatz von Luxuskonsumgütern dramatisch ein. Zudem führte die Emigration, zu der die Eigentümer und etliche der verpflichteten Künstler 1933 gezwungen waren, zu Einbußen in der künstlerischen Qualität und der Breite des Plattenrepertoires. Im Jahr 1941 erwarb die Siemens & Halske AG durch die sogenannte "Telefunken-Transaktion" die hundertprozentige Mehrheit an der Deutschen Grammophon. Die Gesellschaft behauptete in den 1950er Jahren erneut eine marktführende Position und wurde1962 in das Joint Venture Phonogram zusammen mit Philips eingebracht. 1972 gründeten Philips und die Deutsche Grammophon aus dem Joint Venture eine gemeinsame Gesellschaft PolyGram. Philips übernahm schließlich 1987 sämtliche PolyGram-Anteile von Siemens. Das Label Deutsche Grammophon wird heute vom derzeitigen Eigentümer Universal Music Group weitergeführt.
KWU, Montage einer Dampfturbine
In den 1960er Jahren bündelten die AEG und Siemens ihre Aktivitäten auf dem Gebiet der konventionellen und Kernkraftanlagen. Der hohe technische und finanzielle Aufwand im Kraftwerkbau erforderte zunehmend eine Konzentration der Ressourcen. Außerdem war absehbar geworden, dass der nationale deutsche sowie der Exportmarkt künftig würde von einem einzigen Unternehmen versorgt werden können. So kam es nach dreijährigen Verhandlungen 1969 zur Gründung der Kraftwerk Union AG und der Transformatoren Union AG durch die AEG und Siemens. Die ungünstige Kostenentwicklung in Deutschland und die dortige Diskussion um die Reaktorsicherheit ließen jedoch das Geschäft bald stagnieren. Vor dem Hintergrund ihrer tiefgreifenden existentiellen Krise trat die AEG ihre Anteile 1977 an die Siemens AG ab, die sie ihrerseits in den Unternehmensbereich Energietechnik eingliederte.
ZUSE, Z 3
Konrad Zuse (1910-1995) hatte seit 1935 die weltweit erste programmgesteuerte Rechenmaschine entwickelt. 1941 stellte er mit dem „Z 3“ den ersten unter Verwendung des binären Zahlensystems programmierten Computer vor. Mit seiner 1949 gegründeten Firma war Zuse der erste Produzent von Rechnersystemen für kommerzielle Zwecke. Bis zur Übernahme durch Brown, Boveri & Cie. im Jahr 1964 hatte sich die Zuse KG zu einer Spezialfirma für kleinere Computersysteme im Bereich der Kartographie, Vermessungstechnik und Textilindustrie entwickelt. Anfang 1967 erwarb Siemens zunächst eine Beteiligung von 70 Prozent von BBC, zwei Jahre später sollten die restlichen 30 Prozent folgen. 1971 wurde die Zuse KG organisatorisch in die Siemens AG eingegliedert.
HELL, Siemens-Hell-Lochstreifensender, 1950
Mit seinem "Hell-Schreiber" ermöglichte Rudolf Hell (1901-2001) die Fernübertragung von Nachrichten und Bildern und war so entscheidend an der Entwicklung der Fernschreib-, Fernseh-, Fax- und Scanner-Technologien beteiligt. Zu Hell besaß Siemens bereits seit den 1930er Jahren Beziehungen. Als der Gründer der Dr.-Ing. Rudolf Hell KG die Fertigung dem gestiegenen Kapitalbedarf anpassen wollte, bot sich Siemens & Halske mit einer Beteiligung an. 1971 schließlich übernahm das Haus Siemens 80 Prozent des Gesellschaftskapitals, 1990 verschmolz das Unternehmen mit der Linotype AG zur Linotype-Hell AG. Arbeitsschwerpunkte des neuen Unternehmens, das 1996 von der Heidelberger Druckmaschinen AG übernommen wurde, sind Integrationslösungen für die graphische und Druckindustrie.
Siemens-Nixdorf, Scenic Rechner aus dem Jahr 1995
Heinz Nixdorf (1925-1986) hatte in Paderborn sein Unternehmen von einem Büromaschinenzulieferer zu einem bedeutenden Hersteller im Bereich Datenverarbeitung entwickelt. Frühzeitig erkannte er das immense Marktpotential für kleinere kommerzielle Rechenanlagen unterhalb der marktbeherrschenden Großrechner. Nach dem Tod des Gründers geriet das Unternehmen jedoch in Schwierigkeiten. In Siemens bot sich ein leistungsstarker Partner an, der die dringend erforderlichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten vorantreiben konnte. Zur Stärkung der eigenen Marktposition wurde der Siemens-Unternehmensbereich Daten- und Informationstechnik und die Nixdorf Computer AG 1990 in die Siemens Nixdorf Informationssysteme AG eingebracht. Die notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen betrafen insbesondere den Personalbereich. 1997 war SNI der größte deutsche Computerhersteller. 1998 wurde das Produktgeschäft und das Produktservice-Geschäft in den neu gegründeten Siemens-Bereich Information and Communication Products (ICP) überführt (siehe Fujitsu-Siemens).
EPCOS, Logo
Die EPCOS AG entwickelt, fertigt und vertreibt passive elektronische Bauelemente. Das Unternehmen ist aus dem 1989 von Siemens und Matsushita gegründeten Joint Venture Siemens Matsushita Components hervorgegangen. Darin wurden wesentliche Teile des früheren Bereichs Passive Bauelemente zusammengefasst. Zehn Jahre nach Gründung erfolgt der Börsengang, Siemens und Matsushita bleiben mit je 12,5 Prozent Anteil Hauptaktionäre. Im März 2006 verkauft Siemens sein Aktienpaket und trennt sich somit vollständig von EPCOS.
Infineon, Logo
Die Produktion moderner Transistoren wurde im Jahr 1952 im Siemens-Röhrenwerk in München aufgenommen. Erst vier Jahre zuvor waren der Transistoreffekt entdeckt und die ersten Germanium- und Silizium-Halbleiterbauelemente unter anderem von Siemens entwickelt worden. Die 1999 erfolgte Ausgliederung des Siemens-Halbleiterbereichs in eine neu gegründete Gesellschaft Infineon Technologies AG und deren Börsengang im März 2000 waren entscheidende Schritte, um als unabhängiges Unternehmen eine führende Position auf dem globalen Halbleitermarkt weiter auszubauen. Dem Rekordjahr 2000 mit einem Weltmarktvolumen von über 200 Milliarden US-Dollar folgte 2001 der bislang schwerwiegendste Markteinbruch in der Geschichte der Halbleiterindustrie von über 30 Prozent. Diese durch stark gesunkene Preise für Speicherchips verursachte Marktkrise erforderte bei Infineon umfassende Restrukturierungsprogramme. Nachdem Siemens seine Infineon-Anteile seit 2000 schrittweise verringert hatte, trennte sich das Unternehmen im März 2006 endgültig von der ehemaligen Halbleitertochter.
Fujitsu Siemens Computers, Logo
Fujitsu Siemens Computers war bis zum 1. April 2009 ein Gemeinschaftsunternehmen der Siemens AG und der Fujitsu Limited. Das 50:50 Joint Venture ging 1999 aus der Fusion von Fujitsu Computers (Europe) Ltd. und dem Siemens-Geschäftsgebiet Computer Systems des Bereichs Information and Communication Products (ICP) hervor (siehe Siemens-Nixdorf). Die globale Kooperation zwischen Fujitsu und Siemens ermöglichte den Zugriff auf die weltweit führenden Technologien beider Mutterkonzerne. Im Laufe des 10-jährigen Bestehens erzielte FSC eine führende Position für IT-Infrastruktur im Wirtschaftsraum Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA-Markt), das Produktspektrum reicht von hochleistungsfähigen Servern und unternehmensweiten Storage-Lösungen bis hin zu PCs, Notebooks, Handhelds und Tablet-PCs. Im Zuge der Fokussierung auf die Sektoren Industry, Energy und Healthcare entschloss sich die Führungsspitze der Siemens AG Ende 2008, die Beteiligung vollständig an Fujitsu zu übergeben.