Blick in das Kraftwerk Mato nahe der Ashio-Mine, ca. 1890
Das erste Büro in Japan eröffnete Siemens am 1. August 1887 am Tsukiji in Tokio, der erste Vertreter war Hermann Kessler. Unter seiner Leitung spielte das Unternehmen eine wichtige Rolle auf Japans Weg zur Industrienation, z. B. durch den Bau des ersten japanischen Wasserkraftwerks am Watarase-Fluss, die Lieferung von Generatoren für die Ashio-Kupfermine oder die Lieferung der gesamten Schienenverkehrseinrichtungen für die Enoshima Electric Railway.
1912 kam Rokurota Momotani zu Siemens Schuckert Denki K.K. Er leistete einen wichtigen Beitrag zum Ausbau des Japan-Geschäfts und wurde 1962 für sein 50-jähriges Engagement bei Siemens geehrt. Der Erste Weltkrieg hinterließ ab 1914 tiefe Spuren im Geschäft von Siemens in Japan, aber das Unternehmen intensivierte seine Zusammenarbeit mit dem Furukawa Zaibatsu (Furukawa-Konzern) und gründete 1923 Fuji Denki Seizo KK. Durch verschiedene Projekte leistete Siemens weiterhin seinen Beitrag zur Industrialisierung Japans. So stellte das Unternehmen Bauteile und Geräte für die vollelektrische Übermittlung von Fotografien an das Zeitungshaus Asahi Shimbun bereit und lieferte den ersten Kopierautomaten Japans an die Ueno Imperial Library.
Infolge des Zweiten Weltkriegs verlor Siemens sein gesamtes Überseegeschäft – einschließlich Japan, was dem Unternehmen einen schweren Schlag versetzte. 1947 begann Nobuo Kodera mit eigenen Mitteln das Geschäft in Japan wieder aufzubauen; Kodera wurde später der erste Präsident der japanischen Siemens-Agentur Taihei Yoko. In der Folge gelang es ihm – begünstigt durch die schnelle Erholung der japanischen Wirtschaft – das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen und ihm eine wichtige Position als Anbieter modernster Produkte und Technologien im Bereich Stromerzeugung, Automatisierungssysteme, Medizinsysteme und Telekommunikation zu verschaffen. Eine weitere Belebung erfuhr das Geschäft 1970 durch die Gründung der Nippon Siemens KK. 1983 verlieh die japanische Regierung dem damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden der Siemens AG, Bernhard Plettner, den Orden des Heiligen Schatzes (Grand Cordon of the Order of the Sacred Treasure) für die über so lange Zeit geleistete Pionierarbeit von Siemens in Japan.
1980 begann die Siemens AG ihr Geschäftsportfolio durch Fusionen und Übernahmen auszubauen und nahm Ausgliederungen mit Fokus auf das aktuelle Geschäft der Geschäftsbereiche vor. Dies hatte erheblichen Auswirkungen auf die Unternehmenslandschaft in Japan, wo Siemens seit jeher lokale Partnerschaften unterhält, um ein beständiges Wachstum abzusichern. Beispiele: Joint Ventures mit Asahi Kasei Corporation (und Bildung der ehemaligen Siemens Asahi Medical Technologies, Ltd.), mit YASKAWA Electric Corporation (YSAD und ehemalige YSNC), mit Mochida Pharmaceutical Co., Ltd. (MSMS) und mit Kameda Healthinformatics Institute Inc. (SKIT); Hauptaktionär von Acrorad Co., Ltd.
Siemens Japan beschäftigt im Jubiläumsjahr etwa 2200 Mitarbeiter und ist in den vier Sektoren Healthcare, Industry, Energy und Infrastructure & Cities aktiv.
Takanobu Hori