Jahrzehnte arbeitete Siemens erfolgreich mit Zachariou zusammen. So war das deutsche Elektrounternehmen 1926 maßgeblich an der Gründung der griechischen Telefon AG beteiligt, die im darauf folgenden Jahr die erste automatische Telefonzentrale Griechenlands installierte. Schließlich erfolgte 1939 die Gründung einer eigenen Landesgesellschaft – die „Siemens Hellenische Elektrotechnische AG“ mit Sitz in Athen. Die durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochene Präsenz im Land wurde Anfang der 1950er Jahre wiederaufgenommen. Heute trägt Siemens Griechenland die Verantwortung für die geschäftlichen Aktivitäten des Unternehmens in den Nachbarstaaten Albanien, Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien und Zypern.
Aus Anlass des Jubiläums haben wir aus den Beständen von Corporate Archives eine Bildergalerie zu wichtigen Meilensteinen aus der Geschichte von Siemens in Griechenland zusammengestellt:
Die Siemens-Schuckertwerke liefern 1908 bis 1910 die elektrische Ausrüstung für die Straßenbahn in Kalamata auf der Peloponnes.
Auch die Ausrüstung für den Bau der Straßenbahnlinie Athen–Piräus stammt von Siemens; sie wird in den Jahren 1908 bis 1911 von der österreichischen Tochtergesellschaft der Siemens-Schuckertwerke geliefert.
Ab Mitte der 1920er Jahre wird das Athener U-Bahnnetz erweitert. Nach nur drei Jahren Bauzeit kann die Linie Omoniaplatz–Attiki 1930 eingeweiht werden.
Im Rahmen eines Konzessionsvertrages mit der griechischen Regierung wird Siemens & Halske beauftragt, in verschiedenen griechischen Städten Fernsprechkabelnetze und Freileitungen zu errichten. Die Arbeiten wurden in den Jahren 1930 bis 1934 ausgeführt.
1952 erhält Siemens in Griechenland einen der ersten Großaufträge der Nachkriegszeit: Das Unternehmen liefert die elektrische Ausrüstung für 12 Triebwagen der Untergrundbahn Piräus–Athen. In den Folgejahren sollte sich die Zahl der mit elektrischen Geräten von Siemens ausgestatteten Züge auf über 35 erhöhen.
1956 wird die griechische Landesgesellschaft umbenannt: Fortan firmiert das Unternehmen unter der Bezeichnung „Siemens Hellas, Elektrotechnische AG“.
Siemens Haushaltsgeräte erfreuen sich seit Jahrzehnten in Griechenland großer Beliebtheit. Spätestens mit Übernahme des griechischen Kühlgeräte-Herstellers Pitsos im Jahr 1976 wird die Bosch-Siemens-Hausgeräte GmbH (BSH) zum Marktführer auf dem griechischen Hausgeräte-Markt.
Ab 1967 setzt die griechische Eisenbahn fünf dieselelektrischen Lokomotiven mit je einem 2.000 PS-Motor von Siemens ein. Die elektrische Ausrüstung der Züge, die zwischen Athen und Saloniki fahren, stammt aus dem Berliner Dynamowerk.
1963 gründet Siemens unter Beteiligung der Nationalbank die Siemens Tele Industrie AG. Die in Thessaloniki errichtete nachrichtentechnische Fabrik ist damals die modernste Siemens-Produktionsstätte in Griechenland.
Anfang der 1970er Jahre beauftragt die griechische Public Power Corporation ein internationales Konsortium unter Federführung der Siemens-Tochter KWU mit dem Ausbau des Braunkohlekraftwerks Megalopolis. Das Kraftwerk wird in den folgenden Jahren kontinuierlich erweitert.
Im Juli 1983 wird auf der Kykladeninsel Kythnos ein Solarkraftwerk in Betrieb genommen. Im Rahmen eines internationalen Forschungsprogramms der Europäischen Gemeinschaft sammelt man hier erste Erfahrungen bei der direkten Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom.
1982 liefert Siemens die Stadionbeleuchtung für das anlässlich der Athletik-Europameisterschaften errichtete Olympiastadion im Norden Athens. Im gleichen Jahr erhält der deutsche Elektrokonzern den Auftrag, 70 neue Triebwagen der U-Bahn Piräus–Athen auszurüsten.
In den 1990er Jahren baut Siemens erfolgreich den Vertrieb medizinischer Erzeugnisse sowie die Ausstattung großer Krankenhäuser und privater Diagnostikzentren aus. Computertomographen vom Typ Somatom Plus werden unter anderem in der YGIA Polyklinik auf Zypern und im ENCEPHALOS Institute in Griechenland installiert.
Im Rahmen der Ausweitung der Geschäftsverantwortung auf die Länder Albanien, Bulgarien, Mazedonien und Zypern gründet die griechische Regionalgesellschaft 1998 eine Tochtergesellschaft in Bulgarien und zwei Jahre darauf Stützpunkte in Mazedonien und Zypern.
16.02.2010 | Christoph Frank und Alexandra Kinter
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