Das erste Büro von Siemens Kanada befand sich an der Ecke St. Francois Xavier / St. Jacques Straße in Alt-Montreal, 1912.
Die Geschichte von Siemens in Kanada nahm am 8. Mai 1867 ihren Anfang, als Sir William Siemens (1823−1883), der jüngere Bruder von Werner von Siemens, die erste konkrete Verbindung knüpfte. Damals schickte William, ein wahrer Pionier, einen Brief mit einem Vertragsentwurf an den Leiter der Acadia Iron Mines in Londonderry, Nova Scotia (auch bekannt als Londonderry Iron Company of Nova Scotia). In diesem Schreiben bekräftigte er seine Entschlossenheit, Geschäftsbeziehungen zwischen dem englischen Unternehmen Siemens Brothers und Kanada etablieren zu wollen. Londonderry liegt in der Nähe der Bay of Fundy und hieß im Volksmund Acadia Mines, ehe die Stadt von der Regierung von Nova Scotia 1877 offiziell in Siemens Town umbenannt wurde. Im Jahr 1903 nahm die Stadt schließlich wieder den Namen Londonderry an. 1908 wurde die Eisenhütte endgültig geschlossen; 1920 zerstörte ein Feuer die Stadt.
Bereits vor 1912 was Siemens in Kanada außerordentlich aktiv. In den Jahren 1874/75 verlegte das Siemens-Kabelschiff „Faraday“ eine der ersten transatlantischen Telegrafenleitungen, die die Alte mit der Neuen Welt verband. 1910 erhielt Siemens schließlich eine Konzession für Toronto in der Provinz Ontario. Bereits 1911 gab es nicht nur ein Büro in Toronto, sondern ein weiteres in Winnipeg in der Provinz Manitoba.
Seitdem haben sowohl Siemens Kanada als auch das Land selbst, das heute zu den Nationen mit dem weltweit höchsten Lebensstandard zählt, ein enormes Wachstum verzeichnet. Siemens und Kanada verbindet nicht nur dieses Wachstum, sondern auch eine weitere Stärke: Die Bevölkerung Kanadas ist eine der vielfältigsten der Welt. Und die 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Siemens Kanada spiegeln diese Vielfalt wider.
Im vergangenen Jahrhundert war Siemens Kanada als Pionier an einigen der wichtigsten und außergewöhnlichsten Projekte in der Geschichte Kanadas beteiligt. Dazu gehören z. B. der gigantische Eisbrecher „Louis S. St-Laurent“ und der spektakuläre Erfolg der Expo 67 – die erfolgreichste Weltausstellung des 20. Jahrhunderts – die nicht nur die Kanadier, sondern die ganze Welt in ihren Bann zogen. Weitere Projekte wie hochmoderne medizinische Bildgebungsverfahren und Stromerzeugungsanlagen im ganzen Land leisten Tag für Tag einen wichtigen Beitrag für das Leben der Menschen in Kanada.
Zu den Mitarbeitern von Siemens Kanada gehörten einige der klügsten Köpfe des Landes, darunter auch William B. Waite, der erste in Kanada geborene CEO von Siemens Kanada. Zudem ist das Unternehmen landesweit stolzes Mitglied verschiedener Communities. Darüber hinaus hat Siemens viele innovative Produkte für den kanadischen Markt entwickelt: von medizintechnischen Lösungen wie dem in Kanada entwickelten digitalen Arbeitsplatz POLYSTAR und dem weltberühmten IPOD-Stuhl über die gigantischen Schaufelradbagger, die auf den unwirtlichen Ölsandfeldern arbeiten, bis hin zu den Arbeiten an einigen der größten Stromerzeugungsanlagen Kanadas.
Für diejenigen, die mehr über die Geschichte von Siemens in Kanada erfahren wollen, hat Siemens Kanada aus Anlass des 100. Geburtstags eine Festschrift herausgegeben, die zeigt, wie stark Land und Unternehmen miteinander verflochten sind.
David Menary