Siemens ist international ein Vorreiter, wenn es darum geht, effiziente und leistungsstarke Technologien zu entwickeln. Dies geschieht nicht nur in den Sektoren Energy und Industry, sondern auch im Sektor Healthcare. Um sich hier besonders von den Wettbewerbern zu unterscheiden, ist unter anderem die in diesen Lösungen installierte Software der entscheidende Schlüssel zum Erfolg.
Einer der größten Meilensteine von Siemens Industry ist das Automatisierungssystem Simatic, das viele industrielle Prozesse geprägt hat wie kaum eine andere Technik.
Die Erfolgsgeschichte begann 1958, als Siemens unter dem Namen Simatic erstmals fertig verdrahtete elektronische Systeme zum Steuern und Regeln auf den Markt brachte. Heute lösen Simatic-Steuerungen mit dem darauf aufbauenden Software-Konzept der Totally Integrated Automation (TIA) fast alle denkbaren Aufgaben der Industrieautomatisierung – ob im Klärwerk, der Verkehrstechnik oder in Fertigungsanlagen –, unter anderem auch mithilfe von Software aus dem Development Center DC Industry der Corporate Technology.
Der DC-Cluster Industry ist aber auch mit seinen weiteren Software-Entwicklungen eng mit den Aktivitäten der Geschäftseinheiten von Industry verzahnt. Die Expertise der Software- Spezialisten reicht von Kommunikationsnetzwerken für industrielle Anwendungen über das Energiemanagement und die Steuerung von Produktionsprozessen oder ausgeklügelten Brandschutzsystemen bis hin zu Verkehrsmanagementsystemen und Zugsteuerungsanlagen.
Das Software-Portfolio des Clusters ist also breit aufgestellt – und zwar nicht nur im thematischen, sondern auch im grenzübergreifenden Sinn. So hat die Geschäftseinheit Industrial Automation Systems bei CT DC India ein globales, 50 Personen starkes Entwicklungsteam etabliert, das Software für Benutzerschnittstellen entwickelt, bei der Erstellung von Funktionsbeschreibungen mitwirkt, sowie für die Entwicklung der Betriebssysteme und unterschiedlicher Anwendungen verantwortlich zeichnet. Rund zehntausend Kilometer entfernt zertifiziert das Development Center Central Eastern Europe (CT DC CEE) in seinem akkredierten Profinet-CompetenceCenter und Profinet-Test lab in Prag Automatisierungskomponenten von Siemens sowie von externen Herstellern. Gleichzeitig betreibt CEE mit der Geschäfts einheit Railway Automation ein Engineering Center in Zilina (Slowakei). Hier erstellen die Experten Hardware- und Software-Konfigurationen für verschiedenste Eisenbahnsysteme, wie Stellwerke, Leittechnik oder Zugbeeinflussungssysteme.
Mit effizienten Lösungen für Kraftwerke – etwa die leistungsstärkste Gasturbine – oder für die Stromübertragung ist der Sektor Energy weltweit führend. Dabei gilt auch hier: Software spielt in diesen komplexen Systemen eine immer größere Rolle, beispielsweise wenn es darum geht, möglichst viele erneuerbare, dezentrale Energien ins Stromnetz einspeisen zu können.
Smart Grid heißt die Lösung – das intelligente, flexibel steuerbare Netz. Hier gehen das Energiesystem und die Informations- und Kommunikationstechnik eine Symbiose ein. Dadurch sollen die Stromflüsse im Netz nicht nur transparenter, sondern auch besser kontrollier- und steuerbar werden. Gleichzeitig können mit der zunehmenden Automatisierung der Strom-Infrastruktur dezentrale Energiequellen wie Wind, Sonne oder Biogas leichter eingebunden und besser gemanagt werden. Das Resultat wird ein intelligentes Stromnetz mit Energiespeichern sein, das stabil ist und einen CO2-armen Strommix aufweist. Möglich machen das vor allem verschiedenste Software-Anwendungen.
So entwickelt CT DC CEE neue Anwendungen für Energieversorger. Das größte Energieversorgungsunternehmen in den Benelux-Staaten, die Electrabel Group, handelt seine Elektrizitätsverträge jetzt mit Hilfe eines von CT DC CEE entworfenen Software-Tools aus. Das Werkzeug namens „jROS“ (joint Resource Optimization and Scheduler) erfasst eine Vielzahl verschiedener Parameter, die für den Handel mit Elektrizität relevant sind und stimmt sie untereinander ab. Dies können zum Beispiel Daten zur produ zierten Strommenge durch verschiedene Erzeuger sein oder auch Daten zu den Wettereinflüssen.
Außerdem kann der Energieversorger seine Kosten bei der Elektrizitätserzeugung senken, indem er mithilfe der Software Erzeugung und Reservehaltung plant, den Brennstoffverbrauch durch den effizientesten Betriebsmodus senkt sowie Energie aus Kraft-Wärmekopplungseinrichtungen oder Wasserkraft optimal einsetzt. Die Software ist auch bei zahlreichen anderen Energieversorgern Europas im Einsatz und wird von CEE laufend kundenspezifisch weiterentwickelt.
Die Programmierer von CT DC India arbeiten ebenfalls an Software für den Energie-Bereich. Beispielsweise entwickeln sie die Lösung Wind Power Supervisor (WPS). Damit können Betreiber von Windparks ihre Siemens-Windturbinen aus der Ferne überwachen und sich anbahnende Schäden rechtzeitig erkennen und beheben. Gleichzeitig können sie mit WPS auch die Betriebsdaten des gesamten Windparks speichern, deren Zusammenhänge analysieren und daraus Erkenntnisse zur Effizienzsteigerung der einzelnen Turbinen ziehen. So herrschen etwa inmitten eines Windparks andere Luftströme und Verwirbelungen als außerhalb. Mit Hilfe von WPS können die Turbinen und ihre Betriebsparameter individuell an ihren Standort angepasst und so optimiert werden. Die Software ist bereits in vielen Windparks mit Siemens- Turbinen im Einsatz.
Zusätzlich arbeiten die indischen Spezialisten an Lösungen für moderne Kraftwerke, die mit webbasierten Leittechniksystemen betrieben werden. Das weltweit erste, das SPPA-T3000, haben die Experten von DC India maßgeblich mitentwickelt und 2005 vorgestellt. Es ermöglicht den Betrieb eines Kraftwerks und liefert einen Überblick über dessen Zustand. So erkennt der Kunde frühzeitig, wenn etwas nicht richtig läuft und kann webbasiert gegensteuern. Mithilfe dieses Systems regulieren mittlerweile weltweit fast 900 Kraftwerke ihren Betrieb.
Besonders interessant sind auch die Entwicklungen des Development Centers in China. Hier geht es hauptsächlich darum, die einzelnen Programme in punkto Funktionen auf die Bedürfnisse von Schwellenländer maßzuschneidern. In diesem Fall sind das Lösungen, die besonders zuverlässig, einfach zu bedienen, robust und vor allem kostengünstig sind.
So brauchen etwa Stromnetze in China viele der komplexen und teuren Funktionen nicht, die anderswo zum Einsatz kommen – wie die Erfüllung bestimmter westlicher Industriestandards. DC China unterstützt daher den Sektor Energy von Siemens darin, geeignet angepasste Software für chinesische Strom netze zu entwickeln.
Außerdem haben die chinesischen ITExperten im DC China ein integriertes Managementsystem für den Betrieb von Kraftwerken entwickelt. Mit dem Betriebssystem WebBFS können die Betreiber etwa die Arbeitsabläufe ihrer Anlagen online steuern. DC China hat die Software unter anderem in punkto Sprache, Bedienbarkeit und Sicherheitsvorschriften auf den chinesischen Markt zugeschnitten. Mit Erfolg: So nutzen bereits mehrere Kunden in China diese Software.
Um im Zeitalter des Demographischen Wandels die Kosten des Gesundheitssystems im Griff zu behalten und gleichzeitig die Behandlungsqualität zu steigern, braucht man moderne Gesundheitslösungen – von der Labordiagnostik, über die Bildgebung bis zur umfassenden Informationstechnologie. Siemens Healthcare ist weltweit der einzige Anbieter, der diesen integrierten Ansatz in sei nem Portfolio vollständig abbildet. Die Lösungen bestechen dabei vor allem durch die durchgehenden Arbeitsprozesse – egal, ob es sich dabei um einen Magnetresonanz-Tomographen (MRT), ein Diagnostiklabor oder Werkzeuge zur Steuerung von klinischen oder administrativen Abläufen handelt. Um dieses Maß an Qualität und Effizienz zu gewährleisten, ist auch hier Software von großer Bedeutung – so auch die Programme des DC-Clusters Healthcare.
Beispielsweise sind Software-Lösungen für den Gesundheitsbereich ein Spezialgebiet des Development Centers in Indien. Etwa die neue Befundungs-Software Syngo.via. Sie ermöglicht es, klinische Bilder vom MRT, Computer-Tomographen (CT) oder PET-CT schneller und gründlicher zu bewerten. Mit Hilfe intelligenter Algorithmen werden etwa bei einer Herzuntersuchung die Herzkranzgefäße automatisch segmentiert und gekennzeichnet.
Auch Experten von CT DC CEE sind für den Sektor Healthcare aktiv. Ein großer Erfolg ist die Ultraschall-Bildbefundungs-Software Toyon, mit der Ultraschalluntersuchungen für die Echokardiologie bildlich dargestellt und ausgewertet werden. So kann das Siemens-Ultraschallgerät Acuson SC2000 dank der Software 4D-Darstellungen in Echtzeit realisieren. Bis heute sind weltweit rund 400 solcher Ultraschall-Sonographen im Einsatz.