Jens Hald Jensen glaubt an die Energiewende. Weil sie den Klimawandel stoppen kann. Und weil er sich vorgenommen hat, künftigen Generationen eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen. Jensen ist Projektleiter auf dem Testgelände für Windturbinen im dänischen Østerild und arbeitet jeden Tag daran, unsere Energieversorgung schrittweise ein wenig »grüner« zu machen.
Das Gelingen der Energiewende erfordert ein komplexes Puzzle an Maßnahmen. Wie kaum ein anderes Unternehmen weltweit hat Siemens als integrierter Technologiekonzern Lösungen dafür im Portfolio – und zwar entlang der gesamten Strom-Matrix. Wie unser Mitarbeiter Jens Hald Jensen in seiner täglichen Arbeit ganz persönlich Verantwortung dafür übernimmt, dass die Energiewende ein Erfolg wird, berichtet er im Folgenden. Und im Interview mit Dr. Hans-Josef Zimmer, Vorstand Technik unseres Großkunden EnBW Energie
OBEN – Klare Vorgaben für das Team: Siemens-Ingenieur Jens Hald Jensen (links) leitet den Aufbau der Windturbine mit dem derzeit weltweit längsten Rotorblatt in Betrieb.
LINKS – Bereits der Transport der Siemens-B75-Rotorblätter über die 320 Kilometer vom Hafen im dänischen Esbjerg nach Østerild war eine logistische Meisterleistung.
»Mit 75 Metern Länge erreichen die neuen Rotorblätter fast die Spannweite eines Airbus A380.« Wenn Jens Hald Jensen von seiner Arbeit spricht, kommen ihm die Superlative am laufenden Band über die Lippen. Und heute ist eine Gelegenheit, bei der sie ganz besonders gut passen: Der Siemens-Ingenieur leitet an diesem strahlend schönen Tag im August den Aufbau des weltweit größten Rotors für Windturbinen. Jensen steht mit weißem Helm und knallgelber Schutzweste mitten auf einem Testgelände im dänischen Østerild, auf dem das Unternehmen seine neuesten Produkte vor dem Einsatz beim Kunden testet. Die Probanden sind schon vor Tagen eingetroffen: die Siemens-Windturbine SWT-6.0 mit sechs Megawatt Leistung und die Rotorblätter vom Typ B75. Diese sind mit 75 Metern Länge die derzeit weltweit längsten ihrer Art, die sich in Betrieb befinden. Und obwohl Jens Hald Jensen schon seit Ende seines Studiums in der Windbranche arbeitet, ist dieser Test für ihn ein Höhepunkt seiner bisherigen Karriere. »Es ist einfach unglaublich, hier zwischen diesen riesigen Rotorblättern zu stehen – schauen Sie sich nur ihre unglaublichen Dimensionen an«, schwärmt der Ingenieur aus Brande. »Es ist wirklich eine technische Meisterleistung, dass man so etwas Gewaltiges in einem Stück herstellen kann.«
Nicht allein die Größe des Rotors begeistert Seit Jahrzehnten träumt Jensen von einer Energieversorgung, die verstärkt auf erneuerbare Energiequellen wie den Wind setzt. »Er liefert uns fast rund um die Uhr unglaublich viel Energie, vor allem auf dem Meer«, sagt der Ingenieur enthusiastisch. »Die Energiewende bietet uns jetzt die Chance, diesen Wandel zu forcieren – hier fühle ich mich auch ganz persönlich in der Pflicht der kommenden Generationen.«
Kein Wunder, dass ihn die Kombination aus SWT-6.0-Turbine und B75‑Rotorblatt begeistert: Eine einzige Windturbine auf dem Meer kann künftig 6.000 europäische Haushalte mit »grünem« Strom versorgen. Ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe und ohne Emissionen. Und erste Kunden warten schon darauf, die neue Siemens-Technik in großem Maßstab einzusetzen. So ist zwischen 2014 und 2017 der Bau von 300 Windturbinen vor der britischen Küste geplant. Gesamtleistung: 1.800 Megawatt.
LINKS – Allein das Maschinenhaus der getriebelosen Windturbine vom Typ Siemens SWT-6.0 misst 15 Meter in der Länge und 6,5 Meter im Durchmesser.
Langjährige Offshore-ErfahrungZuvor müssen Turbine und Rotorblätter aber die Erprobung bestehen. Zwei riesige Kräne heben gerade das Maschinenhaus der SWT-6.0 in die Höhe. Wie in Zeitlupe kommt es der Spitze des 120 Meter hohen Turms näher, ständig von Jensens konzentrierten Blicken verfolgt. In der Turbine steckt die mehr als 20-jährige Erfahrung aus Offshore-Projekten. Die SWT-6.0 beeindruckt nicht nur durch ihre hohe Leistung, sondern auch durch die neue Antriebstechnik, die ganz ohne Getriebe auskommt. Mit solchen Innovationen haben es die Siemens-Ingenieure geschafft, die Zahl der Komponenten um rund 50 % zu reduzieren. Das macht sie wartungsfreundlich und spart Gewicht: Die SWT-6.0 ist die mit Abstand leichteste Windenergieanlage in ihrer Leistungsklasse. Dadurch sinken die Kosten für das Fundament und den Turm – so wird die Windenergie konkurrenzfähiger. Und Jensens Vision von einer »grüneren« Energieversorgung rückt wieder ein Stückchen näher.
OBEN – In Bewegung überstreicht der gigantische Rotor eine Fläche von zweieinhalb Fußballfeldern – so hatte auch der Platz für das Zwischenlagern und Montieren der Rotorblätter an der Nabe (hier links im Bild) außerordentliche Ausmaße.
Das größte Glasfaserbauteil aus einem GussFür Visionen bleibt Jens Hald Jensen heute allerdings keine Zeit. Denn nach der Montage der Turbine sind jetzt die drei riesigen Rotorblätter an der Reihe und müssen an Stahlseilen nach oben gehievt werden. »Das ist das größte Rotorblatt, das wir jemals installiert haben«, sagt der Siemens-Mann. »Es ist eine gewaltige Herausforderung, ein Windrad mit 154 Metern im Durchmesser in die Höhe zu heben und an der Turbine zu befestigen.« Jedes Rotorblatt sieht ein wenig aus wie ein gestrandeter Wal, und Menschen machen sich neben ihm genauso klein aus wie neben einem der kolossalen Meeresbewohner – immerhin ist die B75 das längste jemals aus einem Guss hergestellte Glasfaserbauteil. Es sind Fortschritte wie diese, die Jensen immer wieder begeistern. »Das große Engagement von Siemens in diesem Bereich zeigt ganz klar, dass wir die Vorreiter bei der Energiewende sein wollen«, sagt er in einer Pause. »Die hier in Østerild gezeigten Produkte belegen unseren Führungsanspruch.«
Dr. Felix Ferlemann,Siemens-Technologien bringen die Energiewende auf den WegSiemens bietet seinen Kunden nicht nur Windanlagen, sondern auch ein breites Portfolio weiterer Produkte und Lösungen, die sicherstellen sollen, dass die Energiewende gelingt: die verlustarme Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) über weite Strecken, Komponenten für das intelligente Stromnetz der Zukunft (»Smart Grid«), Gasturbinen mit Rekordwirkungsgraden und hocheffiziente Elektromotoren, die den Stromverbrauch senken. Nur ein integrierter Technologiekonzern mit einer breiten Produktpalette kann ein derart vollständiges Portfolio anbieten – und damit bei den Menschen das Vertrauen stärken, dass ein Umstieg bei der Energieversorgung möglich ist. Denn der Umbau unserer Energieversorgung erfordert weit mehr als »nur« den Ausstieg aus der Kernenergie. Viele innovative Einzellösungen entlang der gesamten Energieversorgungskette müssen wie in einem Puzzle perfekt ineinandergreifen, um die Energieversorgung künftig nachhaltig und zugleich sicher zu machen. Mit seinem Umweltportfolio will Siemens hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.
In Østerild hat Siemens gerade wieder einen Schritt in diese Richtung gemacht. Nach stundenlanger Feinarbeit haben die beiden Kranführer und eine Handvoll Siemens-Techniker die drei Rotorblätter an der Windturbine befestigt. Jens Hald Jensen schaut andächtig nach oben und genießt den imposanten Anblick. »Diese Rotorblätter haben für mich eine ganz spezielle Magie«, sagt er versonnen. »Ich habe sie auf dem Boden liegen sehen, ich war dabei, als sie nach oben gezogen wurden, und nun sehe ich, wie sie sich drehen und Strom erzeugen – es ist einfach magisch.« Jetzt steht den ausgiebigen Tests in den kommenden Monaten nichts mehr im Weg. Für Jensen ist heute aber erst einmal Feierabend. »Geschafft!«, freut er sich am Ende dieses langen Arbeitstags und macht aus seinen Gefühlen keinen Hehl. »Wir haben gerade einen der weltgrößten Rotoren für Windturbinen installiert – da müssen wir doch stolz sein.«
OBEN – Geschafft: Zwei Riesenkräne haben den Rotor mit 154 Metern Durchmesser in Position gebracht. Spezialisten verbinden ihn direkt mit dem Generator.
RECHTS – Zufriedene Mienen nach erfolgreicher Montage der Windturbine: Dr. Felix Ferlemann, CEO Siemens Wind Power (Mitte), im Gespräch mit dem Projektleiter in Østerild Jens Hald Jensen (rechts hinten).
»Die Energiewende ist eine große Herausforderung.«
Die Energieversorgung der Zukunft braucht innovative Lösungen und starke Partnerschaften. Siemens und der Versorger EnBW Energie Baden‑Württemberg AG (EnBW) arbeiten seit Jahren eng zusammen. EnBW‑Vorstand Technik Dr.-Ing. Hans-Josef Zimmer äußert sich zu den Schritten, die notwendig sind, um der Energiewende zum Durchbruch zu verhelfen.
Herr Dr. Zimmer, wir reden derzeit in Deutschland viel von der Energiewende. Wie hat die EnBW darauf reagiert?
Dr. Zimmer: Die Energiewende ist eine große Herausforderung für Deutschland. Als großer Energieversorger in Deutschland nehmen wir diese Herausforderung an. Für unsere Strategie heißt das: Wir sichern auch weiterhin unsere Position als CO2-armer Energieerzeuger. Zusätzlich zu den effizienten, konventionellen Anlagen wollen wir den Anteil der erneuerbaren Energien an unserer Stromerzeugung bis 2020 verdoppeln. Wir haben bereits einen relativ großen Anteil an erneuerbaren Energien in unserem Portfolio, der aus der Wasserkraft stammt. Und wir möchten bis 2020 noch einmal rund 3.000 Megawatt erneuerbare Energien zubauen.
Ein Schritt auf diesem Weg ist sicher Deutschlands erster kommerzieller Offshore-Windpark »EnBW Baltic 1«, den Ihr Unternehmen 2011 mit Siemens als Partner errichtet hat. Wie entstand die Idee, und welche Erkenntnisse haben Sie im Betrieb gewonnen?
Dr. Zimmer: Im EnBW-Vorstand haben wir bereits 2007 / 2008 entschieden, dass wir verstärkt in erneuerbare Energien investieren wollen. Parallel zu unserem traditionell hohen Engagement in der Wasserkraft setzen wir dabei auf die Windenergie als weiteren Schwerpunkt. Nach gründlichen Analysen stand für uns fest, dass Windturbinen und Windparks an Land und auf See besonders rentabel sein können. Deshalb haben wir 2008 vier Lizenzen für Windparks auf See – zwei in der Ostsee und zwei in der Nordsee – gekauft und sind dabei, diese Projekte zu entwickeln. EnBW Baltic 1 kann mit 21 Windturbinen von Siemens bis zu 48,3 Megawatt Strom produzieren. Wir sind sehr zufrieden mit der aktuellen Leistung. Die Verfügbarkeit ist sehr gut, und wir konnten im ersten Jahr ein sehr schönes Gesamtergebnis erzielen.
Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Siemens erlebt?
Dr. Zimmer: Bei der Planung und Errichtung solcher Großprojekte brauchen wir verlässliche Partner, die halten, was sie versprechen. Seit Projektbeginn von EnBW Baltic 1 haben wir mit den Kollegen von Siemens sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet. Und dieses Vertrauen gründet sich auch auf Erfahrungen aus anderen gemeinsamen Großprojekten.
EnBW Baltic 1 ist relativ weit entfernt von Ihrer Stammregion im Südwesten Deutschlands. Wie wird der produzierte Strom im Land verteilt?
Dr. Zimmer: Unser Windpark in der Ostsee speist direkt in das 50-Hertz-Netz ein. Von dort wird die Energie in einem weit vermaschten Netz in Deutschland weiterverteilt. Wenn wir an der Küste und auf See, wo wir große Windmengen haben, künftig mehr Windparks bauen, müssen wir große Energiemengen Richtung Süden transportieren. Deutschland plant bis 2030 die Installation von Windparks auf See mit einer Leistung von 25.000 Megawatt. Künftig brauchen wir deshalb auch die verlustarme Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ). Im Netzentwicklungsplan, den unsere Tochter Transnet BW gemeinsam mit den drei anderen Übertragungsnetzbetreibern erstellt hat, sind deshalb HGÜ-Leitungen für verschiedene Korridore vorgesehen. Ich rechne hier allerdings mit einem sehr langen Genehmigungsprozess. Und auch die technischen Herausforderungen müssen gemeistert werden, denn selbst wenn HGÜ-Leitungen in anderen Ländern wie China oder Indien bereits installiert sind, heißt das für uns in Deutschland nicht, dass die Trassenplanung und ihre Umsetzung von heute auf morgen erfolgen, vielmehr werden sie einige Jahre in Anspruch nehmen. Aber wir müssen diese Herausforderung annehmen, wenn wir die Energiewende bewältigen wollen.
LINKS – Mit EnBW Baltic 1 realisierte die EnBW mit Siemens-Anlagen den ersten kommerziellen Offshore-Windpark Deutschlands. Die 21 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 48,3 MW stehen rund 16 km nördlich von Zingst auf der Halbinsel Darß in der Ostsee.
Ein weiterer Baustein, der zum Gelingen der Energiewende beitragen kann, sind aus unserer Sicht hocheffiziente Kraftwerke wie unsere GuD-Kraftwerke. Die EnBW-Mehrheitsbeteiligung Stadtwerke Düsseldorf plant am Standort Lausward ein solches Kraftwerk. Und wie bei EnBW Baltic 1 und 2 wird Siemens der Lieferant sein. Welche Kriterien haben bei dieser Investitionsentscheidung eine Rolle gespielt?
Dr. Zimmer: GuD-Anlagen, wie sie Siemens anbietet, sind hocheffiziente Anlagen, die kohlendioxidarm Energie erzeugen. Sie sind schnellstartfähig und sehr flexibel beim Hoch- und Herunterfahren. Damit passen sie besonders gut in einen Energiemarkt im Umbau auf schwankende regenerative Energien. Zusätzlich zur effizienten Nutzung und zur Schnellstartfähigkeit muss sich jedes neue Kraftwerk aber natürlich auch immer wirtschaftlich rechnen.
Ein weiterer Aspekt ist, den Stromverbrauch zu drosseln, also Strom einzusparen. Was kann ein Energieversorger wie EnBW dazu beitragen?
Dr. Zimmer: »Weniger Verbrauch geht auch« heißt ein Slogan, den wir vor einigen Jahren hatten. Jetzt könnten Sie natürlich sagen, ein Energieversorger kann froh sein, wenn sein Kunde sehr viel Energie verbraucht. Aber das trifft nicht zu, vielmehr wollen wir unseren Kunden dabei helfen, Energie einzusparen und die Energieeffizienz zu steigern. Seit Jahren laufen bei uns entsprechende Programme, in deren Rahmen wir unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen für energieeffizientes Wirtschaften anbieten. Uns ist nämlich eines klar: Wir als EnBW sind nur dann wettbewerbsfähig, wenn wir unsere Kunden aus der Industrie mit Energie versorgen, die so günstig ist, dass sie weiterhin in Deutschland produzieren können.
Eine Möglichkeit, ineffiziente Spitzen im Verbrauch zu kappen, sind intelligente Stromnetze, die sogenannten Smart Grids. Inwieweit engagiert sich die EnBW hier?
Dr. Zimmer: Wir erproben seit einigen Jahren in Modellgemeinden Smart Grids und untersuchen, wie unsere Kunden intelligente Stromzähler nutzen. Wir wollen unseren Kunden in privaten Haushalten, im Gewerbe und in der Industrie helfen, Energie zu sparen. Verbrauchsstarke Geräte sollen dafür zum Beispiel nachts laufen, wenn der Strom zu niedrigeren Preisen zur Verfügung steht, und nicht tagsüber, wenn alle Strom brauchen.
Das klingt nach einem Geschäftsfeld mit Potenzial für EnBW. Wie kann Siemens Sie dabei unterstützen?
Dr. Zimmer: Siemens ist in vielen Bereichen Technologieführer. Da das ganze System der Produktion, Verteilung und Nutzung von Strom sehr komplex ist, haben Systemanbieter, wie Siemens einer ist, am Markt deutliche Chancen.
Welche Fragen sind aus Ihrer Sicht für das Gelingen der Energiewende vordringlich zu lösen?
Dr. Zimmer: Für den Erfolg der Energiewende benötigen wir eine Vielzahl technischer Lösungen. Dazu gehören aber auch sehr stabile gesetzliche Rahmenbedingungen, um die erneuerbaren Energien in den Markt zu bringen. Wir brauchen den Netzausbau, damit wir die Energie aus den Erzeugungszentren, die wir in Zukunft im Norden Deutschlands haben werden, in die Verbrauchszentren im Süden transportieren können. Wir werden mehr hochflexible Kraftwerke benötigen, zum Beispiel die angesprochenen GuD-Anlagen. Und wir brauchen – und das ist ganz wichtig – die Akzeptanz der Bevölkerung, um all diese Dinge umzusetzen. Ein Leitungsausbau erfolgt eben über Hunderte von Kilometern quer durch die Republik. Und der Ausbau von Pumpspeicherkraftwerken, um Energie zwischenzuspeichern, bedeutet ebenfalls einen Eingriff in die Natur. Hier müssen wir die Menschen mitnehmen und vermitteln, dass die Energiewende nicht von heute auf morgen geschafft werden kann, sondern eben sehr viel Geduld, Geld und den Einsatz vieler Kräfte erfordert.
LINKS – Weit fortgeschritten sind die Pläne der EnBW-Beteiligung Stadtwerke Düsseldorf für die Errichtung des effizientesten Erdgaskraftwerks der Welt. EnBW-Vorstand Technik Dr.-Ing. Hans-Josef Zimmer lässt sich von Siemens über den aktuellen Stand der Planungen unterrichten. Das Kraftwerk soll ab 2016 besonders umweltschonend Strom und Fernwärme produzieren.
Für welche dieser Felder erwarten Sie entscheidende Fortschritte?
Dr. Zimmer: Wir benötigen hocheffiziente Anlagen, aber deren Entwicklung braucht Zeit. Auch Siemens hat die hocheffizienten GuD-Anlagen nicht von heute auf morgen entwickelt. Genauso brauchen wir eben Zeit, um zum Beispiel HGÜ-Leitungen und intelligente Stromnetze flächendeckend einzuführen. Bis dahin sind auch mit Kohle befeuerte Anlagen ein Bestandteil der Energiewende. Diese Kraftwerke werden wir noch über viele Jahrzehnte als Reserve benötigen, aber effizienter als früher, mit der gleichen Leistung und viel weniger Brennstoffeinsatz.
Damit haben Sie das Thema Energie-Mix angesprochen. Wie soll der Energie-Mix von EnBW in zehn Jahren aussehen?
Dr. Zimmer: EnBW wird zwar auch noch in zehn Jahren konventionelle Anlagen betreiben, aber wir wollen – von heute an gerechnet – bis zum Jahr 2020 den erneuerbaren Anteil verdoppeln und rund 3.000 Megawatt Leistung zubauen. Dazu zählen die Energiequellen Offshore-Wind, Onshore-Wind, Fotovoltaik, Biogas und Wasser. Sämtliche Arten von erneuerbaren Energien müssen miteinander kombiniert werden zu einem wirtschaftlich einsetzbaren Mix. So wird die Energiewende gelingen.
Was erwarten Sie in diesem Zusammenhang von Siemens?
Dr. Zimmer: Wir erwarten, dass Siemens technologisch immer vorn an der Spitze mitwirkt. Dass wir auf einen Technologieführer setzen, der uns effiziente sowie ökonomisch und ökologisch sinnvolle Lösungen anbietet. Wir setzen auf die Innovationskraft von Siemens. Und wir setzen auf das Vertrauen, das wir in Siemens haben – gewachsen seit vielen Jahrzehnten mit unseren Anlagen, die wir gemeinsam gebaut haben und die wir heute erfolgreich betreiben. Wir erwarten, dass Siemens diese Strategie fortsetzt und uns immer die beste Lösung anbietet, die es am Markt gibt. Und dabei wünschen wir Siemens von EnBW aus viel Erfolg.
Siemens ist überzeugt, dass die Energiewende gelingen wird. Sie wird einen Innovationsschub auslösen und eine vorbildliche Strominfrastruktur schaffen. Mit unseren Technologien lassen sich der Anteil der erneuerbaren Energien am Strom-Mix steigern und der Ausstoß von Treibhausgasemissionen verringern. Für das Gelingen der Energiewende müssen unterschiedliche Maßnahmen wie bei einem Puzzle ineinandergreifen. Aktuelle Beispiele zeigen die Potenziale unserer Technologien.