Pionier in technologiegetriebenen Märkten sein
Siemens lebt seit mehr als 160 Jahren von innovativen Ingenieurleistungen, erschließt Märkte und besetzt zu jeder Zeit neue Wachstumsfelder. Diese besondere Stärke wollen wir ausbauen und konzentrieren uns daher auf innovations- und technologiegetriebene Wachstumsmärkte mit Potenzial für unser künftiges Kerngeschäft. Wir stärken unsere Innovationskraft, indem wir weltweit Synergien nutzen und vermehrt externe Expertise einbinden. Siemens öffnet seine Labortüren für Universitäten, Forschungseinrichtungen und Industriepartner. Mit mehr als 1.000 Forschungskooperationen jährlich reagieren wir schnell auf neue Anforderungen lokaler und globaler Märkte. Zugleich unterstützen wir Hochschulen, indem wir Forschungsstipendien vergeben und Lehrstühle einrichten.
Das Siemens-Wissensnetzwerk aus Hochschulen und frühzeitig eingebundenen Lieferanten und Kunden beschleunigt den Transfer aus der Forschung ins Geschäft. Dieses Ziel verfolgt auch das sogenannte Open-Innovation-Konzept: Eigens eingerichtete Forschungszentren (Technology-to-Business-Center) in Berkeley und Shanghai fördern die Innovationskultur und den Gründergeist, indem sie externe Forscher beziehungsweise ganze Forscherteams einbinden. Den umgekehrten Weg verfolgen wir mit dem »Siemens Technology Accelerator«; dahinter steht die Idee, Spitzeninnovationen durch Ausgründungen oder Lizenzvergabe zum kommerziellen Durchbruch zu verhelfen und so als »Technologiebeschleuniger« zu wirken. Im Geschäftsjahr 2011 haben wir Kunden und Industriepartner erstmals zu einem gemeinsamen Innovationstag (Siemens Innovation Day) eingeladen und aktuelle Beispiele für unsere Innovationskraft in Partnerschaften präsentiert: Der Siemens Biograph mMR ist ein solches Beispiel. Mit ihm haben wir den weltweit ersten medizinischen Ganzkörper-Scanner entwickelt, der die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) in einem System vereint. Damit können zum ersten Mal die Lage der Organe im Körper, ihre Funktion sowie der Zellstoffwechsel gleichzeitig mit diesen beiden Methoden aufgenommen werden. An der Entwicklung waren weltweit verschiedene Partner beteiligt, was einen schnellen Übergang des Untersuchungsverfahrens in die klinische Routine ermöglicht.
Den Ausstoß von CO2 verringern, Energie effizienter speichern und nutzen – diesen Herausforderungen stellen sich unsere Forscher und Entwickler jeden Tag. Eine Lösung ist Wasserstoff: Er ist ein optimaler Energieträger und ein begehrter Rohstoff. Das Gas lässt sich durch Elektrolyse aus Wasser gewinnen, etwa mithilfe von überschüssigem Ökostrom. Unsere Mitarbeiter arbeiten an neuartigen Elektrolyseuren, die zur Basis künftiger Energiespeicher werden könnten. Hintergrund ist folgender: Zusätzlich zur großen Speicherkapazität lässt sich Wasserstoff auch »rückverstromen«, das heißt, der aus erneuerbaren Energien gewonnene und in Wasserstoff gespeicherte Strom wird wieder ins Stromnetz eingespeist. Da der Anteil der Versorgung mit erneuerbaren Energien künftig steigt, kann Wasserstoff wesentlich zur Integration erneuerbarer Energien in zukunftsorientierte Energiekonzepte beitragen.
Diese Beispiele zeigen, wie unsere insgesamt 27.800 Siemens-Forscher und -Entwickler an rund 160 Standorten in der Welt jeden Tag daran arbeiten, Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu geben. Sie erzielen dabei Erfolge, die sich auch mit Zahlen eindrucksvoll belegen lassen: Allein auf die zwölf als Siemens-Erfinder des Jahres 2010 ausgezeichneten Siemens-Mitarbeiter entfallen 1.300 Einzelpatente. Seit 2001 hat sich die Zahl der Erfindungsmeldungen pro in der Forschung und Entwicklung tätigen Mitarbeiter verdoppelt. Das Ergebnis: Mit insgesamt 2.135 angemeldeten Patenten führt Siemens 2010 erstmals die Anmeldestatistik des Europäischen Patentamts an.