Die Siemens-Division Low and Medium Voltage gewährleistet mit ihren Produkten, Systemen und Lösungen, dass die elektrische Energie über Mittel- und Niederspannungsnetze sicher und verlustarm beim Endverbraucher ankommt.
Strom legt oft weite Wege zurück, bevor er der Industrie oder dem Privathaushalt zur Verfügung steht. Vom Kraftwerk fließt er zunächst große Strecken über Hochspannungsnetze. Für die regionale Verteilung wird er in Umspannwerken auf eine niedrigere Spannungsebene transformiert und von dort über Mittelspannungsnetze zu Transformatorstationen bzw. teilweise auch direkt zu größeren Einrichtungen wie Fabriken oder Krankenhäusern geleitet. Mittelspannungsnetze dienen der elektrischen Energieversorgung einer Region, die mehrere Ortschaften bzw. in Städten einen Stadtteil umfasst. Dort sind dann die Niederspannungsnetze, von weiteren Transformatorstationen ausgehend, für die Feinverteilung bis zur Steckdose zuständig.
Hohe Netzanforderungen
Jede technische Anlage in der Industrie, in Gebäuden oder in Krankenhäusern ist auf eine zuverlässige Stromversorgung angewiesen. Schon ein kurzer Ausfall kann gravierende Folgen haben. Daher sind die Anforderungen an die Stromverteilung vielfältig: Das Netz muss beispielsweise auch dann stabil bleiben, wenn naturgemäß schwankender Strom aus Wind- oder Solarkraftwerken eingespeist wird. Zusätzlich müssen viele kleine Energiequellen wie Photovoltaikanlagen auf Hausdächern ins Netz integriert werden. Weitere Anforderungen sind die Einhaltung höchster Sicherheitsstandards und sämtlicher rechtlichen Normen.
Die Lösungen von Siemens Low and Medium Voltage (LMV) leisten all dies und sind damit für eine stabile Stromversorgung von grundlegender Bedeutung. Sie werden von Energieversorgern, Industrieunternehmen und Infrastrukturkunden genutzt. Schaltanlagen, Schienen-Verteilsysteme, Schutz-, Schalt-, Mess- und Überwachungsgeräte, Schalter sowie Steckdosen und viele weitere Komponenten tragen zu einem sicheren und wirtschaftlichen Umgang mit elektrischer Energie bei. Sie erhöhen die Energieeffizienz von Gebäuden und industriellen Anwendungen und machen Smart Grids, also intelligente Stromnetze, überhaupt erst möglich.
Multitalente für den Mittelspannungsbereich
Das Produktspektrum der Mittelspannungsgeräte umfasst eine große Palette an Schaltgeräten für unterschiedliche Funktionen sowie nicht schaltende Komponenten wie Sicherungen, Wandler oder Überspannungsableiter. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Siemens-Portfolios sind Netzumrichter, die je nach Bedarf als Wechsel- oder Frequenzumrichter fungieren. Mittelspannungsumrichter werden unter anderem für die Stromversorgung von Schiffen von Land aus, für Offshore-Windenergieanlagen und für die Stahlindustrie benötigt. Da in allen Branchen der Trend zu immer größeren Anlagenleistungen geht, bietet LMV modulare Mittelspannungsumrichter, die flexibel kombinierbar und für unterschiedlich anspruchsvolle Anwendungen einsetzbar sind. Sie sind je nach Bedarf für kleine bis große Leistungen ausgelegt.
Ob Wind weht und Windkraftanlagen Strom ins Netz speisen oder nicht – die Netzstabilität muss in jedem Fall gewährleistet sein. Regelenergiereserven, Spannungs- und Versorgungsqualität müssen aufrechterhalten werden. Siemens bietet für diesen Zweck den modular aufgebauten Energiespeicher SIESTORAGE für Stromverteilnetze an. Ein weiteres Anwendungsgebiet von SIESTORAGE ist die Notstromversorgung von Rechenzentren und Krankenhäusern sowie sensibler industrieller Produktionsprozesse. Darüber hinaus gibt es Energiespeicherlösungen für energieeffiziente Gebäude, Inselnetze und kleinere autarke Eigenbedarfsnetze für das öffentliche Verkehrswesen und für Anwendungen in der Elektromobilität.
Schiffe benötigen Strom, auch wenn sie im Hafen liegen. Mit SIPLINK (Siemens Multifunctional Power Link), einem Mittelspannungssystem, mit dem sich Verteilnetze flexibel koppeln lassen, können sie umweltfreundlich an das Mittelspannungsnetz des örtlichen Energieversorgers angeschlossen werden. Die für die Versorgung des Bordnetzes sonst üblichen nötigen Dieselaggregate können dann abgeschaltet werden. Das erhöht die Versorgungsqualität, spart Treibstoffkosten und reduziert deutlich die Schadstoff-Emissionen in Häfen. Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet von SIPLINK sind Offshore-Bohrplattformen.
Niederspannung – bis zur letzten Steckdose
Nachdem der Strom in Mittelspannungsschaltanlagen auf Niederspannung umgespannt wurde, wird er über Niederspannungsnetze bis zur Steckdose verteilt. Siemens bietet auch für dieses letzte Stück des Weges das komplette Spektrum an Produkten, Systemen und Lösungen für die Energieverteilung und Elektroinstallationstechnik in Industrie, Infrastruktur und Gebäuden.
Im Zentrum steht hier das Siemens-Konzept für die durchgängige Verteilung der elektrischen Energie: Totally Integrated Power (TIP). Es bildet das Rückgrat der Stromversorgung und damit die Basis einer zuverlässigen und effizienten Funktion von Gebäudeeinrichtungen, industriellen Anwendungen und Infrastrukturen. Das Konzept umfasst die Planung und Projektierung ebenso wie Installation und Betrieb. So kann das ganze Optimierungspotenzial von TIP ausgeschöpft werden.
Besonders wichtig ist es, die Brandgefahren zu eliminieren, die von mangelhaften Elektroinstallationen, beispielsweise in Altbauten, defekten elektrischen Leitungen und Geräten oder vom unachtsamen Umgang mit ihnen ausgehen. Dafür hat Siemens ein Schutzkonzept entwickelt, in dessen Zentrum die neuen Brandschutzschalter stehen. Sie werden je nach Art der bestehenden oder geplanten elektrischen Anlage mit anderen Schaltern und Zusatzkomponenten kombiniert und bieten so höchstmöglichen Schutz vor Bränden.
Ergänzt werden die Produkte für die Niederspannung durch kommunikationsfähige Softwaretools, mit denen sich Energieverteilungsanlagen an die Gebäudeautomation oder die Industrieautomation anbinden lassen. Alle Systeme sind nach internationalen Standards zertifiziert und weltweit einsetzbar. Umfassende Service- und Supportleistungen – von der ersten Information über die Planung und Installation bis hin zum Betrieb – runden das Leistungsspektrum ab.